Moderne
Organisationen im Dritten Reich
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Die Gestapo war die politische Polizei im Nazi-Regime. Aber wofür steht „Gestapo“ eigentlich? Und was hat sie überhaupt gemacht? Das und noch mehr erfährst du jetzt in diesem Beitrag und in unserem Video !

Gestapo einfach erklärt

Der Begriff „Gestapo“ ist eine Abkürzung für die Geheime Staatspolizei der Nazis. Sie war eine politische Polizei, die eng mit der nationalsozialistischen Partei (NSDAP) verbunden war.

Nach ihrer Gründung 1933 war die Geheime Staatspolizei für die Verfolgung politischer Gegner der Nazis zuständig. Außerdem war sie an der Ermordung der Juden beteiligt. Das machte sie zu einer der hauptverantwortlichen Organisationen für den Holocaust.

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Uniform der Gestapo

Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Oktober 1945, wurde die Gestapo offiziell verboten und zur verbrecherischen Organisation erklärt. Die meisten Mitglieder erhielten aber, wenn überhaupt, nur relativ milde Strafen für ihre Verbrechen.

Aufgaben der Gestapo

Die Geheimen Staatspolizei war hauptsächlich für die Bekämpfung politischer Gegner des Nazi-Regimes zuständig. 1936 sorgte Himmler für die offizielle Abschaffung einer juristischen Kontrolle der Gestapo. Das bedeutete im Endeffekt, dass die Geheime Staatspolizei sich an keinerlei Gesetze mehr halten musste.

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Fotos der Gestapo von Sophie Scholl nach ihrer Verhaftung

In den Anfangsjahren verfolgte die Geheime Staatspolizei vor allem Sozialdemokraten und Kommunisten. Diese kamen ohne einen Prozess in sogenannte „Schutzhaft“. Um Aussagen und Geständnisse von ihnen zu erpressen, setzte die Gestapo regelmäßig brutale Methoden wie Folter ein. Einige Gefangene überwies sie später auch in Konzentrationslager.

Außerdem war die Geheime Staatspolizei für die Einhaltung der Nürnberger Gesetze zur „Reinhaltung der arischen Rasse “ zuständig. Diese Gesetze besagten zum Beispiel, dass ein Jude keinen „Nicht-Juden“ heiraten durfte. Im Zuge dessen war die Gestapo auch immer mehr in die Ermordung der europäischen Juden verwickelt. Dafür hatte sie sogar eine spezielle Abteilung, das sogenannte „Judenreferat“. Seine Aufgabe war es, die Deportation, also den Transport der Juden in die Vernichtungslager, zu organisieren.

Es gab allerdings auch noch andere Bevölkerungsgruppen, die nach der Nazi-Ideologie „minderwertig“ waren und bekämpft werden sollten. So begann die Geheime Staatspolizei auch zunehmend mit der Verfolgung von Sinti und Roma, Homosexuellen und Menschen mit Behinderung. Außerdem war sie an Morden in der Sowjetunion und in Polen beteiligt.

Die Entstehung der Gestapo

Am 26. April 1933 gründete der preußische Innenminister Herrmann Göring das Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa). Für die preußische Geheimpolizei bürgerte sich daraufhin der Name „Geheime Staatspolizei“ ein, oft auch abgekürzt zu Gestapo. Göring selbst war ein ranghoher Nationalsozialist, der schon 1923 am Hitlerputsch beteiligt gewesen war.

Ab 1934 war der frühere SS-Mann Reinhard Heydrich für die Führung der Geheimen Staatspolizei zuständig. Innerhalb kurzer Zeit machte er sie zu einer eigenständigen Organisation, die nicht mehr von der „normalen“ Polizei abhängig war.

Zwei Jahre später wurde dann Heinrich Himmler zum „Chef der deutschen Polizei“ ernannt. Schon vorher war Himmler als Leiter der nationalsozialistischen SS einer der einflussreichsten Männer des Nazi-Regimes. Er war es schließlich, der das preußische Modell der Geheimen Staatspolizei auf das gesamte Deutsche Reich ausweitete. Das war die Geburtsstunde der deutschlandweiten Gestapo.

Weitere Entwicklungen

Daraufhin baute die Geheime Staatspolizei innerhalb kurzer Zeit ein ausgeklügeltes Überwachungssystem auf. Ein wichtiges Standbein dieses Systems waren Spitzel, sogenannte V-Leute, die ihre Mitbürger heimlich überwachten. Außerdem spielte das Denunziantentum eine wichtige Rolle.

Denunziantentum

Ein Denunziant ist jemand, der eine andere Person anzeigt und dafür hinterhältige Gründe hat. Zum Beispiel haben sich Nachbarn gegenseitig angezeigt, nur weil sie sich nicht leiden konnten. Wenn das kein Einzelfall ist, sprichst du von Denunziantentum.

Heinrich Müller löste im Jahr 1939 schließlich Reinhard Heydrich an der Spitze der Geheimen Staatspolizei ab. „Gestapo-Müller“ wurde damit zu einem der wichtigsten Schreibtischtäter des NS-Regimes.

Was passierte nach dem 2. Weltkrieg mit der Gestapo?

Nach dem Zweiten Weltkrieg, am 10. Oktober 1945, wurde die Gestapo offiziell verboten. In den Nürnberger Prozessen erklärten die Alliierten, also die Gegner Deutschlands im Krieg, sie schließlich zu einer verbrecherischen Organisation. Die Richter der Alliierten verurteilten die meisten Mitglieder der Geheimen Staatspolizei daraufhin zu etwa drei Jahren Gefängnis.

Später kehrten jedoch viele von ihnen in den Polizeidienst zurück. Im deutschen Bundeskriminalamt waren beispielsweise nur wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder viele ehemalige Gestapo-Beamte und SS-Mitglieder tätig.

SS

Jetzt kennst du schon die Definition der Gestapo und ihre Aufgaben. Sie war eng verbunden mit der SS, einer weiteren Organisation der Nationalsozialisten. Wenn du noch mehr darüber erfahren willst, schau dir doch auch unser Video zur SS an!

Zum Video: SS
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