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Kalter Krieg
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Kalter Krieg einfach erklärt

Im Kalten Krieg standen sich die damaligen Supermächte USA und Sowjetunion feindlich gegenüber. Dabei kämpften die Nationen nie mit kriegerischen Mitteln. Der Konflikt wurde stattdessen durch immer stärkere Aufrüstung und gegenseitige Drohungen ausgetragen.

Auslöser des Kalten Krieges waren die unterschiedlichen politischen Systeme der beiden Supermächte: Die USA traten für das System der westlichen Demokratien ein und die Sowjetunion kämpften für den Kommunismus.

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Fieberkurve Kalter Krieg

Der Konflikt begann nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges . Deutschland spielte dabei eine zentrale Rolle: Westdeutschland stand auf der Seite des demokratischen „Westens“ und Ostdeutschland auf der des kommunistischen „Ostens“. Deshalb nennst du den Kalten Krieg auch Ost West Konflikt.

Kalter Krieg Definition: Was bedeutet Kalter Krieg?

Ein ‚kalter Krieg’ ist ein Konflikt, der nur mit Drohungen ausgetragen wird. Zum Kampf mit Waffen kommt es dabei nicht. Die Waffen bleiben also kalt. Beide Seiten legen sich aber immer mehr Waffen zu, was du Aufrüstung nennst. 

Kalter Krieg Zusammenfassung

  • Nachkriegszeit in Deutschland
  • Beginn der Konflikte zwischen USA und Sowjetunion
  • Berlin-Blockade
  • Gründung von BRD und DDR
  • Mauerbau
  • Höhepunkt: Kubakrise
  • 1991: Zerfall der Sowjetunion und Ende des Kalten Krieges

Kalter Krieg Anfänge: Nachkriegszeit

1945 besiegten die Länder Großbritannien, USA, Frankreich und die Sowjetunion Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Damit begann nicht nur für Deutschland eine neue Ära! Schauen wir uns die Veränderungen mal genauer an. 

In der Nachkriegszeit wurde Deutschland erst einmal zwischen den vier Siegern aufgeteilt.

Dabei gab es aber ein Problem: Die Sowjetunion im Osten wollte ganz andere Dinge als die USA im Westen, die von Frankreich und Großbritannien unterstützt wurde. Sie verfolgten die gleichen Ziele in der Politik. Es stand also Drei gegen Einen — ein Streit war somit kaum zu umgehen:

Die Westmächte um die USA wollten nicht, dass die Sowjetunion ihr politisches System, den Kommunismus , weiterausbreitete. Das empfanden sie als Bedrohung, weil im Kommunismus alles dem Staat untergeordnet wurde. Sie befürchteten also, dass die Sowjetunion noch mehr Macht bekam und dadurch die westliche Politik verdrängte.

Aber was tat nun die USA gegen die Sowjetunion?

Containment-Politik: Truman-Doktrin und Marshall-Plan

Die USA beschloss, der Ausbreitung des Kommunismus ein Ende zu setzen. Dafür ordnete US-Präsident Harry S. Truman 1947 die sogenannte „containment“-Politik der USA an. Das kannst du dir ganz einfach merken: „To contain“ bedeutet so viel wie „etwas in Grenzen zu halten“. Der Kommunismus und die Macht der Sowjets sollte also möglichst innerhalb der Landesgrenzen der Sowjetunion bleiben.

Im Zuge dieser Politik gab es zum Beispiel die Truman-Doktrin. Dabei erklärte der US-Präsident einem Ziel: Anderen Ländern zu helfen, die von der Sowjetunion bedroht wurden.

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Parade für die millionste Tonne Lebensmittel des Marshall-Plans für Griechenland

Ein weiteres Mittel gegen den Kommunismus sollte der Marshall-Plan sein: Das war eine Art Hilfsprogramm der USA für Europa. Die Hoffnung der Amerikaner: Die freie Marktwirtschaft Europas wieder ankurbeln. So konnte die kommunistische Planwirtschaft nicht zum Lockmittel der Sowjets werden. Denn mit der Wirtschaft in Europa ging es ja dann wieder aufwärts.

Du siehst also, dass die USA die Sowjetunion unbedingt im Zaum halten wollte. Aber wie ging es dann weiter?

Streit um Berlin

Die Sowjetunion wollte sich die Beschränkungen der Siegermächte im Westen nicht gefallen lassen. Der sowjetische Diktator Josef Stalin %Verweis verbot den Ländern in seiner Zone am Marshall-Plan teilzunehmen. Das war der erste Schritt, der den Ostblock allmählich vom Westen trennte.

Diese Aufspaltung in Ost und West wurde besonders in Deutschland deutlich sichtbar: Denn hier trafen die Besatzungszonen der Westmächte mit der Besatzungszone der Sowjetunion direkt aufeinander.

Um den Marshall-Plan auch in West-Deutschland umsetzen zu können, führten die Franzosen, Amerikaner und Briten in ihren Besatzungszonen im Juni 1948 eine neue Währung ein: Die D-Mark war geboren.

Das gefiel Stalin aber überhaupt nicht!

Berlin-Blockade

Stalin wehrte sich gegen die Zusammenarbeit der anderen drei Siegermächte: in seiner Zone lag ja das nochmals in vier Zonen aufgeteilte Berlin. Das nutzte er nun aus, und versperrte einfach alle Zufahrtswege von West-Deutschland nach West-Berlin. Denn er wollte den übrigen Alliierten unbedingt schaden. Also beanspruchte er die gesamte Hauptstadt Berlin für sich.

Für die Menschen in West-Berlin war das furchtbar: Durch die Sperrung konnten weder Essen noch andere Notwendigkeiten zu ihnen gelangen. Außerdem kappten die Sowjets die Energieversorgung. Die Bewohner waren hilflos.

Doch die Westmächte reagierten auf Stalins hartes Durchgreifen. Kurzerhand errichteten sie eine sogenannte Luftbrücke. Das heißt, sie transportierten Lebensmittel mit dem Flugzeug über die Zonengrenze und warfen sie über West-Berlin ab. So konnten die West-Berliner doch noch versorgt werden.

Das Ganze dauerte ein Jahr an, bis Stalin schließlich einlenkte und die Blockade wieder aufhob. Sein Versuch, durch diese Erpressung ganz Berlin zu übernehmen, war gescheitert. Im Gegenteil hatte es wohl dazu geführt, dass die Westmächte noch enger zusammengeschweißt wurden und sich endgültig gegen ihn verbündet hatten.

Denn sie gründeten mit anderen Ländern das Miltärbündnis NATO , das die Verteidigung gegen den Ostblock zum Ziel hatte. Stalin reagierte daraufhin mit dem Warschauer Pakt aus osteuropäischen Ländern. Der Pakt sollte sozusagen das Gegengewicht zur NATO sein. Du kannst dir vorstellen, dass der Weg in die Teilung dadurch unausweichlich wurde.

Teilung Deutschlands

1949 schlossen sich die Besatzungszonen der USA, Großbritanniens und Frankreichs schließlich zusammen und gründeten die demokratische BRD (Bundesrepublik Deutschland). Die sowjetische Besatzungszone folgte wenige Monate später und gründete die kommunistische DDR (Deutsche Demokratische Republik). Aus Deutschland waren zwei unterschiedliche Staaten geworden.

Obwohl nun die Berlin-Blockade vorbei war, waren alle Augen auf die geteilte Hauptstadt gerichtet. Weil die DDR und damit auch Ost-Berlin immer mehr die Menschen überwachte und kontrollierte, wollten nämlich viele Ostdeutsche in den Westen fliehen. Denn das freiere, kapitalistische System im Westen war für viele attraktiver als der Kommunismus im Osten. In Berlin konnten die Leute eine Zeit lang einfach über die Grenze von Ost-Berlin nach West-Berlin marschieren, und schon standen sie nicht mehr unter dem Einfluss Stalins.

Das störte die Sowjetunion natürlich. Denn immer mehr Menschen flüchteten in den Westen. Deshalb wollte Stalin es den Flüchtenden schwerer zu machen, den Ostblock zu verlassen. Denn wenn es dort keine Menschen mehr gäbe, würde ja auch sein Staat nicht mehr funktionieren.

Mauerbau

Stalin fasste einen Plan, die Menschen in seiner Besatzungszone zu halten. Am 13. August 1961 war es dann so weit: Der Bau der Berliner Mauer begann und teilte die Stadt endgültig in zwei Hälften.

Berliner Mauer, 1988

Und auch der Rest der ehemaligen sowjetischen Zone war nun komplett von der anderen Hälfte Deutschlands abgeschnitten: Familien wurden auseinandergerissen. Bewaffnete Schützen bewachten die Grenze. Ohne Entkommen aus der kommunistischen Diktatur begann für die Bürger der DDR nun eine lange Leidensgeschichte.

Kalter Krieg: Stellvertreterkriege

Aber nicht nur an der Front zwischen DDR und BRD schwelte der Ost-West-Konflikt: Auch außerhalb von Deutschland bekriegten sich der Westen und der Osten.

Im dreijährigen Korea-Krieg zum Beispiel ließen etwa vier Millionen Menschen ihr Leben. Dabei kämpfte Südkorea gegen Nordkorea. Du fragst dich jetzt wahrscheinlich, was das mit dem Kalten Krieg zu tun hat. Nun, ähnlich wie Deutschland war Korea nach dem Zweiten Weltkrieg in zwei Besatzungszonen aufgeteilt worden. Nordkorea ging dabei an die Sowjetunion, Südkorea an die USA.

Die Spannungen  zwischen den beiden Supermächten machten sich auch in Korea bemerkbar und es kam zum brutalen Krieg zwischen Nord- und Südkorea.

Die USA unterstützte dabei Südkorea mit Truppen. Auf der Gegenseite halfen die Sowjetunion und das ebenfalls kommunistische China Nordkorea mit Waffenlieferungen. So kämpften Nord- und Südkorea stellvertretend für die Sowjetunion und die USA. Deshalb sprichst du hier von einem Stellvertreterkrieg.

Aber das war noch lange nicht alles!

Höhepunkt Kalter Krieg: Kuba-Krise

Im Jahre 1962 entdeckten die Amerikaner auf der nahe gelegenen Insel Kuba etwas, das die Welt fast an den Abgrund eines dritten Weltkrieges führen sollte: Die Sowjets hatten auf der Insel Mittelstreckenraketen stationiert. Falls es also zu einem direkten Waffen-Angriff der Sowjetunion auf die USA kommen sollte, war Kuba der perfekte Ausgangspunkt dafür.

Die USA hatte schreckliche Angst vor den Raketen der Sowjets, die sozusagen direkt vor ihrer Haustür abschussbereit lagerten. Also verlangten sie den Abzug der Raketen.

Aber auch die USA hatte Waffen positioniert: Die Sowjetunion bemerkte, dass die USA Raketen nahe ihrem Land in der Türkei stationiert hatten. Also sollten auch die USA ihre Raketen abziehen.

Nach einigem Hin und Her, bei dem es mehrere Male so aussah, als würde die eine Seite der anderen gleich den Atomkrieg erklären, beruhigte sich das Ganze aber wieder.

Du fragst dich, wie die beiden Supermächte das geschafft haben? Vor allem mit vielen Verhandlungen und Gesprächen zwischen dem US-Präsidenten John F. Kennedy und dem sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow. Die beiden konnten sich zum Glück auf eine friedliche Lösung einigen und ordneten jeweils den Abzug ihrer Raketen an. So konnte gerade noch rechtzeitig der dritte Weltkrieg verhindert werden.

Wenn du noch mehr zur Kuba-Krise wissen willst, schau dir unser extra Video dazu an:

Zum Video: Kubakrise
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Entspannung

Von nun an waren die beteiligten Länder darauf bedacht, alles ein wenig entspannter anzugehen. Dafür überlegten sie sich, dass die beiden Länder weniger Waffen lagern sollten. Das nennst du auch Abrüstung. Dadurch war die Lage zwischen den beiden auch nicht mehr so angespannt.

Und auch in Deutschland entspannte sich die Lage: die westliche BRD suchte unter Bundeskanzler Willy Brandt den Dialog mit dem Ostblock. Alle Zeichen schienen auf Versöhnung zu stehen.

Ende Kalter Krieg

Aber bald schon flammten die Anfeindungen wieder auf. Doch in der Zwischenzeit war die Sowjetunion durch ihre unproduktive Planwirtschaft finanziell so geschwächt, dass das Land es nicht mit den wohlhabenderen Westmächten aufnehmen konnte. Also gewann der Westen den großen Konflikt zwischen den Besatzungszonen.

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Briefmarke für den ersten Jahrestag des Mauerfalls

Briefmarke für den ersten Jahrestag des Mauerfalls So kam es dazu, dass am 9. November 1989 die Mauer in Berlin fiel. Damit zerfiel auch die Sowjetunion und der gesamte Ostblock in seine Einzelteile. Deutschland war somit nach 40 Jahren endlich wieder vereint. Und der Kalte Krieg war ein Jahr später endgültig vorbei.

Kommunismus

Du weißt jetzt, dass die USA den Kommunismus der Sowjetunion ziemlich schlimm fand. Aber wieso? Wenn du wissen willst, was genau es mit diesem politischem System auf sich hat, schau dir unser Video dazu an!

Zum Video: Kommunismus
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