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Bedeutende Personen im Zweiten Weltkrieg

Hitlerjugend einfach erklärt

Die Hitlerjugend (HJ) war während der Zeit des Nationalsozialismus die einzig zugelassene Organisation für Jugendliche. Auf dem Programm der HJ standen Spiele, Fahrten und Sport. All diese Aktivitäten hatten jedoch auch zum Ziel, die Ideologien des Nationalsozialismus an die nächste Generation weiterzugeben und so die Jugendlichen auf den Krieg vorzubereiten. Eine solche Beeinflussung kannst du auch Indoktrination nennen.

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Beitrittserklärung in die Hitlerjugend

Ursprünglich war die Hitlerjugend eine Jugendgruppe der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Mit der Zeit wurden alle anderen Parteien verboten und auch die Hitlerjugend wurde zur einzig zugelassenen Organisation für Heranwachsende. So wandelte sich die HJ von einer Parteijugend zur Staatsjugend.

Neben der Schule und den Eltern sah sich die Hitlerjugend als dritten Erziehungsfaktor. Durch die Mitgliedschaft sollten äußerliche Beeinflussungen und eigene Meinungen verdrängt werden.

Gründung und Entwicklung der HJ

Am 4. Juli 1926 kam es auf dem 2. Parteitag der NSDAP zur Gründung der „Hitlerjugend, Bund deutscher Arbeiterjugend“.

Zunächst traten nur wenige junge Erwachsene der Organisation bei. Als dann aber alle anderen Jugendvereine in Deutschland verboten wurden und sich aus der Parteijugend eine Staatsjugend entwickelte, wuchs die Teilnehmerzahl.

Nach der Machtübernahme Hitler s kam es schließlich noch zur Jugenddienstpflicht. Jetzt mussten alle Jugendlichen in die HJ eintreten. Ausnahmen gab es nur für kranke, behinderte oder jüdische Jugendliche. Ihnen wurde die Mitgliedschaft verboten. Im Jahr 1940 waren somit 82% der Jugendlichen Mitglied in der Hitlerjugend.

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Aufbau der HJ

An der Spitze der Hitlerjugendbewegung stand seit 1931 Baldur von Schirach. Sein Amt war das des Reichsjugendführers des Deutschen Reiches. Er forderte das Verbot aller anderen Jugendverbände, sodass es nur noch die HJ gab. Das kannst du dir unter dem Begriff Gleichschaltung merken. Schirachs Stellvertreter, Artur Axmann, übernahm 1940 diese Position.

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Adolf Hitler begrüßt Baldur von Schirach

Bis ins Jahr 1932 war die Hitlerjugend der Sturmabteilung (SA) unterstellt, später allerdings organisierte die Schutzstaffel (SS) die Organisation. Zunächst galt die SS nur als Auslese der Sturmabteilung, doch mit der Zeit traten immer mehr Mitglieder der SS bei und ihr Machtbereich vergrößerte sich. Durch die Orientierung der Hitlerjugend an der Schutzstaffel erhielt die Organisation einen elitären Charakter. So wurden die Jugendlichen bereits früh auf ihre Mitgliedschaft in der SS vorbereitet.

Grundsätzlich war es für alle Jugendlichen Pflicht, der HJ beizutreten. Dabei fand eine Gruppierung nach Alter und Geschlecht statt:

Gruppierungen in der Hitlerjugend

Deutsches Jungvolk (DJ): 10- bis 14-jährige Jungen, auch Pimpfe genannt.

Hitlerjugend (HJ): 14- bis 18-jährige Jungen

Jungmädelbund (JM): 10- bis 14-jährige Mädchen

Bund Deutscher Mädel (BDM): 14- bis 18-jährige Mädchen

Für die 17- bis 21-jährigen Mädchen gab es zudem das BDM-Werk Glaube und Schönheit, hier war die Mitgliedschaft aber freiwillig.

Angelehnt an die Interessen und Begabungen der Mitglieder gab es darüber hinaus Sondereinheiten, denen die Jugendlichen beitreten konnten. Dazu zählte beispielsweise die Nachrichten-HJ, die BDM-Gesundheitsdienstmädel oder die Gebirgsjäger-HJ. Auch der HJ-Streifendienst war einer dieser Einheiten. Hier hatten die Jugendlichen die Aufgabe, andere Mitglieder der HJ auf regelkonformes Verhalten hin zu kontrollieren.

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Die verschiedenen Uniformen in der HJ

Der Grundsatz der HJ lautete „Jugend führt Jugend“. Die Jugendlichen halfen beispielsweise bei der Organisation von Fahrten und Wettkämpfen. So sollte Eigenständigkeit gegenüber den Erwachsenen suggeriert werden.

Ideale und Grundsätze

Ziel der HJ war es, den Kindern und Jugendlichen die Ideologien des Nationalsozialismus näherzubringen. Auch die Kriegsvorbereitung war ein wichtiger Bestandteil der HJ. 

Du kannst dir sicher vorstellen, wie beängstigend das für Jugendliche war. Doch die HJ sorgte mit Spielen, Sport und Fahrten für ein attraktives Angebot. So lockte die Hitlerjugend beispielsweise mit Lagerfeuerabenden und Paraden schon vor der Zwangsmitgliedschaft die Kinder und Jugendlichen in den Verein. Die HJ bot den Jugendlichen also die Möglichkeit, Zeit mit Freunden zu verbringen und gleichzeitig dem Elternhaus für eine gewisse Zeit zu entkommen. Jetzt konnten die Nationalsozialisten ihre Indoktrination gezielt durchsetzen.

Denn für sie waren die Jugendlichen junge Soldaten. Sie lernten schon früh den Umgang mit Waffen, betrieben Leistungssport oder nahmen an Wettkämpfen teil. Dabei stand die körperliche Züchtigung an oberster Stelle. Alle Aktivitäten hatten dabei zum Ziel, die Heranwachsenden auf den Krieg vorzubereiten, wie beispielsweise Wettbewerbe im „Handgranatenweitwurf“.

Auch die Vermittlung der Rassenlehre spielte dabei eine wichtige Rolle. Mit der Hitlerjugend sollte eine „Herrenrasse“ herangezogen werden. Nicht-Mitglieder, wie beispielsweise Juden, wurden dabei systematisch ausgegrenzt.

Durch das Gesetz über die Hitlerjugend war die Organisation seit 1936 ein dritter Erziehungsfaktor neben Elternhaus und Schule. Als die Hitlerjugend Staatsjugend wurde, verloren Schule und Eltern aber immer mehr an Einfluss.

Ab 1939 gab sogar eine Dienstpflicht. Jetzt mussten die Kinder der HJ auch beitreten, wenn ihre Eltern dagegen waren.

Hitlerjugend im Zweiten Weltkrieg

Dass die Hitlerjugend nicht nur eine Organisation für Sport, Spaß und Spiel war, wurde spätestens mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges  deutlich.

Die ehemaligen Mitglieder der Jugend, die bereits 18 Jahre oder älter waren, zogen als Soldaten in den Krieg oder arbeiteten als Ärzte, Soldaten oder Polizisten. Durch die Hitlerjugend waren sie bereits jahrelang auf diese Dienste vorbereitet

Die jüngeren Mitglieder, die noch nicht dem Militär beitreten konnten, bekamen andere Aufgaben zugeteilt. Sie sollten vor allem bei Aufräumaktionen, Sammelaktionen für Kleider und Altmetall und auch bei der Kinderlandverschickung (KLV) helfen. Durch den Einzug der Soldaten in den Krieg fielen außerdem viele Arbeitskräfte weg. Diese mussten natürlich ersetzt werden. So halfen die Jugendlichen beispielsweise bei der Postzustellung, bei der Ernte oder beim Roten Kreuz. Zudem übernahmen die HJ-Gruppen Aufgaben, die denen der SS ähnelten, wie den Streifendienst.

Gegen Ende des zweiten Weltkrieges gründete die SS eine Sonderabteilung der Hitlerjugend. Diese Elite bestand aus 16- bis 18-jährigen Jungen, die an der Front kämpfen sollten. Durch die ständige Manipulation, der die Jugendlichen während ihrer Mitgliedschaft in der HJ ausgesetzt waren, war ihr Kampfwille besonders groß. Selbst der Tod schreckte die Jungen nicht mehr ab. Im Gegenteil: Für sie war es eine Ehre im Krieg für Deutschland zu sterben. Doch die Niederlage der Deutschen war bereits abzusehen. So verstarben tausende Jugendliche im Kampf gegen die Alliierten (USA, Großbritannien Frankreich und die Sowjetunion).

Nach dem zweiten Weltkrieg kam es zu einem Verbot der NSDAP und damit einhergehend auch zu einem Verbot der Hitlerjugend. Doch die NS-Ideologie, die den Jugendlichen während ihrer Mitgliedschaft vermittelt wurden, waren in vielen Köpfen noch immer verankert.

Weiße Rose

Während des Krieges verlor die Hitlerjugend, vor allem auch durch die Zwangsmitgliedschaft, zunehmend an Attraktivität. Das hatte zur Folge, dass Jugendliche Widerstandsgruppen gründeten. Eine von ihnen war die Weiße Rose. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann schau dir jetzt unser Video dazu an.

Zum Video: Weiße Rose
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