Geschichte Grundlagen
Erster Weltkrieg
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Du fragst dich: Wann wurde Deutschland gegründet und wie kam es eigentlich zur Reichsgründung? Dann ist dieser Beitrag und unser Video genau das Richtige für dich!

Reichsgründung einfach erklärt

Im 19. Jahrhundert sah Deutschland aus wie ein Flickenteppich — eine Ansammlung von vielen kleinen Staaten. Otto von Bismarck wollte das ändern und die deutschen Staaten vereinigen. Er war der Ministerpräsident von Preußen, einem der wichtigsten deutschen Kleinstaaten.

Um sein Ziel zu erreichen, führte Bismarck Reichseinigungskriege. Im Deutschen Krieg besiegte Preußen 1866 zunächst Österreich und gründete den Norddeutschen Bund, eine Art Vorläufer des Deutschen Reiches. Vier Jahre später besiegte der Norddeutsche Bund zusammen mit den süddeutschen Staaten Frankreich (Deutsch-Französischer Krieg). Nach diesem gemeinsamen Erfolg gründeten die nord- und süddeutschen Staaten 1871 zusammen das Deutsche Reich.

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Deutsches Reich 1871

Am 18. Januar 1871 wurde Wilhelm I im französischen Versailles zum deutschen Kaiser gekrönt. Das bezeichnest du als Kaiserproklamation. Das Deutsche Reich blieb bis Ende des Ersten Weltkriegs 1918 bestehen. 

Wann wurde Deutschland gegründet?
  • ab 1815: Deutscher Bund
  • 1848/49: gescheiterte Revolution
  • 1866: Deutscher Krieg → Gründung Norddeutscher Bund
  • 1870/71: Deutsch-Französischer Krieg → Gründung Deutsches Reich am 18. Januar 1871

Deutsche Reichsgründung — Hintergründe

Im 19. Jahrhundert war Deutschland noch kein einheitlicher Staat. Du kannst es dir stattdessen wie einen Flickenteppich aus vielen kleinen, selbstständigen Staaten vorstellen. Ab 1815 schlossen sich einige der Staaten zusammen und gründeten den Deutschen Bund. Das war eher ein lockeres Bündnis. Mitte des 19. Jahrhunderts wollten aber  immer mehr Deutsche einen einheitlichen Nationalstaat. 

Im Jahr 1848 kam es deshalb zu einer Revolution von unten. Das bedeutet, dass die Menschen aus dem Volk heraus einen Nationalstaat gründen wollten. Diese Revolution scheiterte aber. Als einige Jahre später Italien zum Nationalstaat wurde, kam auch in Deutschland der Wunsch danach wieder auf.

Verfassungskonflikt in Preußen

Zu dieser Zeit gab es im Deutschen Bund immer wieder Streit zwischen Preußen und Österreich. Beide wollten die meiste Macht in den Deutschen Gebieten. Das bezeichnest du auch als Deutschen Dualismus (duo = zwei). Um seine Stellung zu verbessern, wollte der Preußische König sein Heer vergrößern. Das Parlament war aber dagegen. Deshalb nutzte Ministerpräsident Otto von Bismarck eine Lücke in der Verfassung, um dem König zu helfen: Die Verfassung bestimmte nämlich nicht genau, was passieren sollte, wenn der König und das Parlament nicht einer Meinung waren. Bismarck behauptete einfach, dass dann der König alleine entscheiden dürfte. So setzte er seinen Plan von der Vergrößerung der Armee durch.

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Otto von Bismarck

Du kannst dir bestimmt vorstellen, dass das Parlament damit überhaupt nicht zufrieden war. Bismarck wollte die Politiker deshalb durch kriegerische Erfolge und eine Einigung der deutschen Staaten davon überzeugen, dass sein Plan richtig war. Er wusste nämlich, dass das Parlament ein einheitliches Deutschland wollte. Außerdem hatte er vor, durch Kriegserfolge die Macht Preußens zu stärken. So kam es zu den Einigungskriegen. 

Die deutschen Reichseinigungskriege

Die drei Reichseinigungskriege waren: 

  • der Deutsch-Dänische Krieg 1864
  • der Deutsche Krieg 1866
  • der Deutsch-Französische Krieg 1870/71

Im Deutsch-Dänischen Krieg hielten Preußen und Österreich noch zusammen gegen Dänemark. Aber schon zwei Jahre später, im Deutschen Krieg, kämpfte Preußen gegen Österreich um die Macht im Deutschen Bund. Preußen gewann den Krieg. Nach diesem Erfolg unterstützte auch der Großteil des Parlaments Bismarcks Pläne. 

Bismarck gründete daraufhin den Norddeutschen Bund — ein Bündnis ohne Österreich. Der Norddeutsche Bund umfasste Preußen und viele Teile von dem, was du heute als Norddeutschland kennst. Es war ein viel engerer Zusammenschluss als der Deutsche Bund. Zum Beispiel hatte er ein gemeinsames Militär. Du siehst, dass das schon ein großer Schritt in Richtung der Gründung des Deutschen Reiches war.

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Der Norddeutsche Bund

Allerdings wollte Bismarck auch noch die süddeutschen Staaten davon überzeugen, dem Norddeutschen Bund beizutreten. In einem ersten Schritt schloss Bismarck Kriegsbündnisse mit ihnen: Bei einem möglichen Krieg würden sie den norddeutschen Bund unterstützen. Bismarck vermutete nämlich, dass es früher oder später zu einem Konflikt mit Frankreich kommen würde. Er hoffte, durch einen gemeinsamen Kampf gegen die Franzosen die süddeutschen Staaten endgültig auf seine Seite zu ziehen. 

Im Jahr 1870 brach dann tatsächlich der dritte der Reichseinigungskriege aus: der Deutsch-Französische Krieg. Der Norddeutsche Bund und die süddeutschen Staaten kämpften gemeinsam. Schon nach zwei Monaten besiegten sie Frankreich in der Schlacht von Sedan. Durch den gemeinschaftlichen erfolgreichen Krieg schlossen sich die süddeutschen Staaten dem Norddeutschen Bund an. Der Reichseinigung stand nun nichts mehr im Weg.

Die deutsche Reichsgründung 1871

Am 18. Januar 1871 gründeten die deutschen Kleinstaaten gemeinsam das Deutsche Reich. Im Spiegelsaal von Versailles in Frankreich wurde der preußische König Wilhelm I zum Kaiser des Deutschen Reichs gekrönt. Den Moment der Kaiserproklamation kannst du als deutsche Reichsgründung bezeichnen. Sie ging von den führenden Menschen im Staat aus und nicht von der normalen Bevölkerung. Deshalb sprichst du auch von einer Reichsgründung von oben. Otto von Bismarck wurde der erste Reichskanzler. Das Deutsche Reich war nämlich eine konstitutionelle Monarchie: Es hatte einen Kaiser, aber gleichzeitig ein gewähltes Parlament mit Kanzler.

Schon gewusst? Die Kaiserkrönung fand nicht ohne Grund in Versailles statt. Deutschland hatte Frankreich gerade eingenommen. Deshalb waren wichtige Personen des Deutschen Reichs sowieso dort. Außerdem konnte Deutschland so seine Macht über die Franzosen zeigen.

Folgen der Reichseinigung

Die meisten Menschen in Deutschland waren begeistert von einem einheitlichen Deutschen Reich. Nach der Kaiserproklamation war Bayern zuerst allerdings verärgert darüber, dass der deutsche Kaiser nun über dem bayerischen König stand. Als Entschädigung zahlte Preußen Geld an Bayern. Für Frankreich waren die Gründung des Deutschen Reiches und die Kaiserproklamation eine große Niederlage. 

Das Deutsche Reich hielt nur knapp 50 Jahre, nämlich bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Danach wurde Deutschland zum ersten Mal eine Demokratie. 

Weimarer Republik

Wenn du wissen willst, wie diese Demokratie genau aussah, dann schau dir unser Video zur Weimarer Republik  an. Darin erfährst du alles Schritt für Schritt. Viel Spaß!

Zum Video: Weimarer Republik
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