Mit dem Untergang des Römischen Reiches endete eine Epoche der Geschichte und eine neue begann. Welche Ursachen dazu führten, erklären wir dir hier und im Video.
Inhaltsübersicht
Der Untergang des Römischen Reiches
Im Jahr 476 n. Chr. setzte der germanische Heerführer Odoaker den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus ab. Das markierte den Untergang des Römischen Reichs.
Dieser Zusammenbruch deutete sich aber schon lange vorher an. Innere Unruhen und eine Wirtschaftskrise hatten den Staat bereits instabil gemacht. Außerdem kam es zu einer großen Völkerwanderung, bei der zahlreiche germanische Stämme auf römisches Gebiet flüchteten. Da diese Stämme eigene Gebiete im Reich besetzten, verloren sie schließlich die Kontrolle. So endete die Herrschaft des Weströmischen Reiches.
Das sollte jedoch nicht das endgültige Ende des Römischen Imperiums sein. Viele Strukturen und Bräuche wurden von Odoaker übernommen. Auch das Oströmische Reich existierte als Byzantinisches Reich weiter.
Das Römische Reich wurde im Jahr 395 n. Chr. in zwei Teile aufgeteilt: das Weströmische Reich und das Oströmische Reich.
Das Weströmische Reich umfasste vor allem Italien, Gallien, Spanien und Teile Britanniens. Das Oströmische Reich wurde aus der Stadt Konstantinopel. regiert. Dieser Teil des Reiches bestand noch viele Jahrhunderte und ging erst 1453 n. Chr. unter, als die Osmanen Konstantinopel eroberten.
Was waren die Gründe für den Untergang des Römischen Reiches?
Der Untergang des Römischen Reiches hatte mehrere Ursachen, die sich über viele Jahrzehnte entwickelten. Hier stellen wir dir jetzt die wichtigsten Gründe im Überblick vor.
- Völkerwanderungen: Germanische Völker drangen immer häufiger in das Reich ein.
- Wirtschaftliche Schwierigkeiten: Steuern stiegen, während Handel und Einnahmen zurückgingen.
- Schwächeres Militär: Die römische Armee verlor an Stärke und Disziplin.
- Politische Probleme: Häufige Machtkämpfe und wechselnde Kaiser sorgten für Instabilität.
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1. Grund: Völkerwanderungen
Zwischen etwa 350 und 570 n. Chr. zogen viele Völker durch Europa und ließen sich im Römischen Reich nieder. Ausgelöst wurde die Völkerwanderung durch das asiatische Reitervolk der Hunnen, die viele Völker aus ihrer Heimat vertrieben. Die Römer verloren dadurch nach und nach die Kontrolle über ihr Reich und ihre Grenzen.
Denn diese Völker kamen nicht als Gäste, sondern oft als Eroberer. Manche griffen römische Städte an oder gründeten eigene Reiche. Beispiele dafür sind:
- Westgoten: Sie eroberten und plünderten Rom im Jahr 410 n. Chr.
- Vandalen: Sie besetzten später große Teile Nordafrikas, eine wichtige Kornkammer des Reiches.
- Angeln und Sachsen: Sie wanderten nach Britannien ein und verdrängten dort die römische Herrschaft.
2. Grund: Wirtschaftliche Krisen
Die Wirtschaft des Römischen Reiches geriet in der Spätantike immer stärker in Schwierigkeiten. Der Staat musste eine große Armee und viele Beamte bezahlen. Gleichzeitig brachten Handel und Landwirtschaft weniger Geld ein.
Um die Ausgaben zu decken, erhöhte der Staat die Steuern. Viele Bauern und Handwerker konnten diese Abgaben kaum noch bezahlen. Es kam zu Unzufriedenheit bei den Bürgern. Zusätzlich verlor das Geld an Wert. Neue Münzen enthielten weniger Edelmetall als früher. Dadurch stiegen die Preise und der Handel wurde schwieriger.
3. Grund: Veränderung des Militärs
Auch das Militär war ein Grund für den Untergang des Römischen Reichs. Früher bestand die römische Armee vor allem aus römischen Bürgern. Diese konnten jedoch kaum noch bezahlt werden und viele wollten schlichtweg nicht Teil des Militärs werden. Deshalb nahm das Reich immer mehr Krieger aus anderen Völkern in den Dienst.
Diese Krieger hießen Foederati. Sie kämpften für Rom und erhielten dafür Land oder Geld. Viele von ihnen blieben aber ihren eigenen nicht-römischen Anführern treu. Dadurch verlor der römische Staat teilweise die Kontrolle über Teile seiner Armee.
4. Grund: Die Absetzung des Kaisers
Am Ende des Weströmischen Reiches war die Macht des Kaisers stark geschwächt. Die Regierung saß meist in Ravenna, einer gut geschützten Stadt in Norditalien. Von dort aus versuchte der Kaiser, das Reich zu kontrollieren.
Doch in vielen Regionen bestimmten bereits Generäle über Politik und Militär. Einer dieser Militärführer war der Germane Odoaker. Er forderte im Jahr 476 n. Chr. Grundstücke in Italien als Belohnung für seinen Dienst ein. Doch die kaiserliche Regierung lehnte ab. Daraufhin zog Odoakers Armee nach Ravenna und besiegte dort die kaiserlichen Truppen.
Odoaker ließ den Kaiser Romulus Augustulus jedoch nicht töten, sondern setzte ihn einfach als Herrscher ab. Anschließend ließ er sich selbst zum Herrscher von Italien ausrufen. Einen neuen Kaiser setzte er nicht ein. Stattdessen erkannte er den Kaiser im Oströmischen Reich als obersten Herrscher an — wahrscheinlich um keine weiteren Konflikte zu provozieren.
Gründung Roms
Da du jetzt weißt, wie das Römische Reich unterging, lohnt sich auch ein Blick auf die Gründung Roms. Wie aus einer kleinen Siedlung das mächtige Römische Reich entstand, erfährst du hier.
Untergang Römisches Reich — häufigste Fragen
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Untergang Römisches Reich — häufigste Fragen
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Wer waren die Foederati?Foederati waren verbündete Krieger im Dienst Roms, die für das Römische Reich kämpften, obwohl sie nicht aus der römischen Bevölkerung stammten. Als Gegenleistung bekamen sie Land oder Geld. Viele blieben aber ihren eigenen Anführern treu, wodurch Rom weniger Kontrolle über seine Armee hatte.
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Wie schadete die Geldentwertung durch Münzen mit weniger Edelmetall der Wirtschaft im Römischen Reich?Die Geldentwertung schadete der Wirtschaft, weil Münzen mit weniger Edelmetall als weniger wertvoll galten und man deshalb für dieselben Waren mehr Münzen verlangte. Dadurch stiegen die Preise. Außerdem wurde Handel schwieriger, weil weniger Vertrauen in das Geld bestand und das Bezahlen unsicherer wurde.
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Warum gilt 476 n. Chr. als Ende des Weströmischen Reiches, obwohl Ostrom weiterbestand?476 n. Chr. gilt als Ende des Weströmischen Reiches, weil Odoaker den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus absetzte und danach kein neuer Kaiser im Westen eingesetzt wurde. Ostrom bestand weiter, weil dieser Reichsteil von Konstantinopel aus regiert wurde und politisch eigenständig blieb.
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Was passierte mit Romulus Augustulus, nachdem Odoaker ihn abgesetzt hatte?Romulus Augustulus wurde nach seiner Absetzung durch Odoaker nicht getötet, sondern einfach als Kaiser abgesetzt und entmachtet. Danach lebte er weiter, aber ohne politische Macht. Odoaker ließ sich selbst zum Herrscher von Italien ausrufen und erkannte den Kaiser im Oströmischen Reich als obersten Herrscher an.
Römisches Reich verstehen
Der Untergang des Römischen Reiches gehört zur Geschichte der Antike und zum Wandel vom Altertum zum Mittelalter. Wer sich mit dem Römischen Reich beschäftigt, ordnet wichtige Ereignisse, Herrscher und Veränderungen in eine zeitliche Reihenfolge ein. So wird klar, wie Politik, Militär und Gesellschaft ein Reich über lange Zeit prägen können. Im Geschichtsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.
