Lyrik
Analyse von Gedichten
 – Video

Was ist eigentlich ein lyrisches Ich? Wofür es benutzt wird und wie du das lyrische Ich erkennst, erfährst du in unserem Beitrag und im Video .

Was ist das lyrische Ich?

Das lyrische Ich ist der Sprecher in einem Gedicht. Verwechsle das lyrische Ich aber nicht mit dem Autor! Zwar hat der Autor das Gedicht geschrieben, aber es spricht das erfundene lyrische Ich und teilt dem Leser seine Erlebnisse und Gefühle mit. Du kannst das lyrische Ich in Gedichten mit dem Erzähler einer Geschichte vergleichen.

Merke: Das lyrische Ich und der Autor sind verschiedene Personen!

Lyrisches Ich erkennen

Meistens erkennst du das lyrische Ich am Personalpronomen Ich, aber auch an Wörtern wie mein, mich, mir. Oft kannst du das lyrische Ich auch daran erkennen, dass Dinge sehr subjektiv, also sehr persönlich beschrieben sind. Das lyrische Ich äußert zum Beispiel Wünsche oder Hoffnungen. Manchmal wird in Gedichten auch eine andere Person mit du, dich oder dir angesprochen. Das lyrische Ich ist dann die Person, die jemanden anspricht.

Wenn du dir unsere Signalwörter merkst, wird dir das lyrische Ich in Gedichten direkt auffallen.

Lyrisches Ich – Signalwörter:

  Singular Plural
Personalpronomen ich wir
Possessivpronomen mein, dein, mir, dir unser, euer
Anrede dich, mir euch, ihr

Lyrisches Ich erkennen – Beispiel

Damit es dir noch leichter fällt, das lyrische Ich zu erkennen, zeigen wir dir ein Beispiel. Hier siehst du die ersten drei Strophen des bekannten Gedichts „Schäfers Klagelied“ von Goethe .

Schäfers Klagelied

Da droben auf jenem Berge,
Da steh ich tausendmal
An meinem Stabe gebogen
Und schaue hinab in das Tal.

Dann folg ich der weidenden Herde,
Mein Hündchen bewahret mir sie.
Ich bin herunter gekommen
Und weiß doch selber nicht wie.

Da stehet von schönen Blumen
Die ganze Wiese so voll.
Ich breche sie, ohne zu wissen,
Wem ich sie geben soll.

In dem Beispiel siehst du gut, wie oft das Signalwort ich verwendet wird. Auch die Signalwörter meinem, mein, und mir tauchen auf. Du kannst hier also klar erkennen, dass das Ich sozusagen das Gedicht erzählt. Das Gedicht zeigt auch ziemlich offensichtlich, dass du den Autor Goethe nicht mit dem lyrischen Ich gleichsetzen darfst.

Schau dir einmal den Inhalt des Gedichts an. Wie der Titel schon verrät, geht es in dem Gedicht um einen Schäfer, der klagend seine Herde hütet. Wie du weißt, war Goethe aber ein Schriftsteller und kein Schäfer wie das lyrische Ich des Gedichts. Goethe selbst kann also unmöglich das lyrische Ich sein.

Unterschied – Explizites und Implizites lyrisches Ich

Das lyrische Ich kann verschiedene Formen haben. Beim expliziten lyrischen Ich kannst du das lyrische Ich ganz eindeutig am Personalpronomen Ich erkennen.

Beim impliziten lyrischen Ich taucht kein Personalpronomen im Gedicht auf. Die Erlebnisse und Gefühle werden aber subjektiv vom lyrischen Ich beschrieben. Schau dir zum Beispiel Theodor Storms Gedicht „Die Stadt“ an: 

Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.

Hier erkennst du das lyrische Ich nicht an Wörtern wie Ich, mein oder mir. Es gibt aber trotzdem ein lyrisches Ich. Es beschreibt nämlich die Eindrücke, die es von der Stadt hat und am Ende trifft das lyrische Ich eine subjektive Wertung — nämlich dass das Meer eintönig ist.

Das lyrische Ich für die Gedichtanalyse

Wenn du in einer Gedichtanalyse das lyrische Ich beschreiben möchtest, kannst du natürlich einfach darüber schreiben, wie sich das lyrische Ich verhält oder wie es Dinge erzählt. Die folgenden Fragen helfen dir aber zusätzlich dabei, das lyrische Ich zu untersuchen:

  • Gibt es ein explizites lyrisches Ich, das spricht?
  • Spricht das lyrische Ich jemanden an?
  • Wie fühlt sich das lyrische Ich? Ist es fröhlich, traurig, dankbar, zufrieden oder hat es Angst? Bestimmt fallen dir noch andere Gefühle ein.
  • Berichtet das lyrische Ich von einem bestimmten Erlebnis?

Natürlich musst du bei der Gedichtanalyse nicht nur auf das lyrische Ich achten. Was dabei sonst noch wichtig ist, zeigen wir dir hier .

Zum Video: Gedichtanalyse
Zum Video: Gedichtanalyse

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