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Wie viele Geschlechter gibt es? Hier erfährst du, welche Rolle Biologie, Gesellschaft und Identität dabei spielen.

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Wie viele Geschlechter gibt es?

Ob es zwei, drei oder noch mehr Geschlechter gibt, hängt davon ab, wie der Begriff „Geschlecht“ verstanden wird. In der Biologie richtet sich die Einteilung nach der Fortpflanzung: Wer Samenzellen produziert, gilt als männlich. Wer Eizellen bildet, als weiblich. Nach dieser Definition gibt es also zwei Geschlechter.

Diese biologische Betrachtung stößt aber an Grenzen, wenn Menschen nicht eindeutig in dieses Schema passen. Genau deshalb gibt es in Deutschland seit 2018 eine gesetzliche Neuerung: Neben „männlich“ und „weiblich“ erlaubt das Personenstandsrecht auch den Eintrag „divers“.

Diese dritte Option richtet sich an Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung und ist eine rechtliche Kategorie, kein zusätzliches biologisches Geschlecht.

Biologische Definition des Geschlechts

Die biologischen Geschlechter „männlich“ und „weiblich“ werden durch die Geschlechtsmerkmale sowie die Chromosomen definiert:

  • Männer haben in der Regel einen Penis und Hoden sowie ein X- und ein Y-Chromosom,
  • Frauen haben eine Gebärmutter und Brüste sowie zwei X-Chromosomen.

Diese biologische Definition gilt für Menschen genauso wie für einige Tiere und Pflanzen. Es gibt aber auch biologische Ausnahmen und Variationen.

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Intergeschlechtlichkeit / Intersexualität

Manche Menschen lassen sich biologisch nicht klar als männlich oder weiblich einordnen. Ihr Körper zeigt Merkmale beider Seiten — zum Beispiel bei Genitalien, Hormonen oder Chromosomen. Diese körperlichen Ausprägungen bezeichnen Fachleute als intersexuell oder intergeschlechtlich.

➡️ Beispiel

Manche Menschen haben ein X- und und ein Y-Chromosom, entwickeln aber trotzdem einen weiblichen Körper — zum Beispiel mit einer Vulva oder Brüsten. Das liegt daran, dass ihre Zellen das Hormon Testosteron nicht verarbeiten können, obwohl es im Körper vorhanden ist. Es gibt aber auch Fälle, in denen sowohl Eierstock- als auch Hodengewebe vorhanden ist.

Trotzdem gelten diese Ausprägungen nicht als „drittes Geschlecht“ im biologischen Sinne. Denn sie verändern die Grundregel der Fortpflanzung nicht: Entweder werden Samenzellen oder Eizellen gebildet — beides gleichzeitig kommt beim Menschen nicht vor.

Anders ist das bei manchen Pflanzen oder Schnecken. Sie können tatsächlich beide Arten von Keimzellen produzieren. In der Biologie spricht man dann von Zwitterwesen.

Gesellschaftliche Perspektiven auf Geschlecht

Wenn im Alltag von „Mann“ oder „Frau“ gesprochen wird, ist dabei oft mehr als nur die biologische Einteilung nach Samenzellen und Eizellen gemeint. Du denkst in diesem Zusammenhang vielleicht auch an Kleidung, Verhalten, Stimme oder Rolle in der Familie.

➡️ Beispiel

Ein Mensch wird mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen geboren, trägt aber kurze Haare, bindet sich die Brust ab und lebt als Mann. Viele in seinem Umfeld sprechen ihn auch so an. Biologisch bleibt die Einordnung zwar weiblich, gesellschaftlich wird er aber als Mann gesehen.

Das zeigt, dass das Geschlecht nicht nur eine körperliche Eigenschaft ist. Es ist auch eine Frage der sozialen Rolle, der Selbstwahrnehmung und der Erwartungen, die andere an eine Person stellen. Deshalb wird heute oft zwischen „Sex“ und „Gender“ unterschieden.

Was ist der Unterschied zwischen Sex und Gender?
  • Sex ist das biologische Geschlecht. Es richtet sich nach körperlichen Merkmalen wie Keimzellen, Hormonen, Chromosomen und Genitalien.
  • Gender ist das soziale Geschlecht. Es beschreibt, wie sich jemand selbst erlebt, wie die Person auftritt und wie sie von anderen wahrgenommen wird.

Während es biologisch nur zwei Geschlechter gibt (Sex), versteht man Gender als ein Spektrum. Die gesellschaftliche Realität ist also vielfältiger als die biologische Zweiteilung.

Schon gewusst? Auf Facebook können Nutzer aus über 60 Geschlechtsidentitäten wählen. Das zeigt, wie unterschiedlich Geschlecht heute verstanden wird.

Transsexualität, Transvestitismus und Drag-Performer

Es gibt Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren können, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Das sind transgeschlechtliche Menschen. Beispielsweise kann eine Person, die bei der Geburt als weiblich eingetragen wurde, sich selbst als Mann erleben und diesen Weg auch nach außen sichtbar machen — zum Beispiel durch einen Namenswechsel oder eine Hormonbehandlung.

Anders ist das bei Transvestiten oder Drag-Performern. Sie identifizieren sich in der Regel mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Aber sie tragen Kleidung des anderen Geschlechts, um bestimmte Rollen auszudrücken. Manchmal spielen dabei Spaß oder Kunst eine Rolle, manchmal auch persönliche Freiheit im Ausdruck. Es geht dabei aber nicht darum, das Geschlecht dauerhaft zu ändern.

Übersicht über die Geschlechtsidentitäten

Geschlecht ist heute mehr als nur „männlich“ oder „weiblich“. Viele Menschen erleben sich anders und nutzen dafür verschiedene Begriffe:

Häufig genannte Identitäten:

  • Cis: Die Geschlechtsidentität stimmt mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht überein.
  • Trans: Die Person fühlt sich einem anderen Geschlecht zugehörig als dem, das bei der Geburt eingetragen wurde.
  • Nicht-binär: Die Person sieht sich weder als eindeutig männlich noch als weiblich.
  • Genderfluid: Die Geschlechtsidentität kann sich im Lauf der Zeit verändern.
  • Agender: Die Person fühlt sich keinem Geschlecht zugehörig.
  • Intersexuell: Der Körper weist Merkmale beider biologischer Geschlechter auf.

Wichtig: Die Begriffe sind nicht immer eindeutig trennbar. Sie helfen vor allem, unterschiedliche Erfahrungen mit Geschlecht sichtbar zu machen. Statt klarer Kategorien geht es um Verständigung über Vielfalt.

Die häufigsten Geschlechtsidentitäten lassen sich in drei Gruppen einteilen:

Ebene Was sie beschreibt Beispiele
Biologisches Geschlecht Körperliche Merkmale wie Genitalien, Chromosomen männlich, weiblich, intersexuell
Soziales Geschlecht Rollenbilder und gesellschaftliche Erwartungen Mann, Frau, nicht-binär
Geschlechtsidentität Wie man sich selbst erlebt und bezeichnet trans, cis, agender, genderfluid
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Chancen und Risiken der Geschlechterzuordnung

Geschlechtseinträge wie „männlich“, „weiblich“ oder „divers“ geben Orientierung — im Pass, bei Behörden, im Gesundheitssystem oder im Sport. Sie können Rechte sichern, zum Beispiel bei Quotenregelungen oder im Diskriminierungsschutz. Und sie schaffen Sichtbarkeit für Menschen, die sich lange ausgeschlossen fühlten.

Gleichzeitig kann diese Einordnung zur Hürde werden. Denn sie zwingt Menschen in Kategorien, die nicht immer zu ihnen passen. Wer sich etwa beim Sport nicht als Mann oder Frau einordnen will, findet oft keine passende Wettkampfklasse. Auch in Formularen oder bei Bewerbungen fehlt manchmal die passende Option — was Unsicherheit und Ausgrenzung verstärken kann.

Sexualitäten

Nach der Frage, wie viele Geschlechter es gibt, stellt sich oft die nächste: Welche Sexualitäten gibt es eigentlich und was unterscheidet sie? Die Antworten darauf findest du hier!

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