Was ist eine Sekundarschule und welche Abschlüsse erreichst du dort? Wir erklären dir hier die Organisationsformen, Ziele und die Wege nach Klasse 10.
Inhaltsübersicht
Was ist eine Sekundarschule?
Die Sekundarschule ist eine allgemeinbildende weiterführende Schule. Sie umfasst in der Regel die Klassen 5 bis 10 und gehört damit zur Sekundarstufe I. Ihren Ursprung hat die Sekundarschule in der früheren Haupt- und Realschule. Sie ist als Weiterentwicklung dieser beiden Schulformen gedacht.
Das Besondere an der Sekundarschule ist, dass Schüler länger gemeinsam lernen, anstatt früh auf unterschiedliche Schulformen aufgeteilt zu werden. So haben sie mehr Zeit, ihre Stärken und Interessen zu entwickeln und herauszufinden, welcher Bildungsweg zu ihnen passt. Dabei stehen ihnen unterschiedliche Schulabschlüsse offen. Sie werden sowohl auf eine Ausbildung als auch auf den weiteren Weg zum Abitur vorbereitet.
Hier siehst du, wie die Sekundarschule aufgebaut ist:
Die Sekundarschule gibt es in Nordrhein-Westfalen, Bremen, Berlin und Sachsen-Anhalt. In einigen anderen Bundesländern wird sie auch Oberschule oder Regelschule genannt.
Wie sieht die Orientierungsstufe (Klasse 5 & 6) aus?
Die Klassen 5 und 6 der Sekundarschule heißen Orientierungsstufe. Sie ermöglicht deinem Kind einen leichten Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule.
In dieser Zeit beobachten die Lehrkräfte die Entwicklung deines Kindes und schauen, wo seine Stärken liegen und wo es Unterstützung braucht. Das passiert durch:
- regelmäßige Lernstandsbeobachtungen im Unterricht,
- Gespräche mit Schülern und Eltern,
- gezielte Förder- und Forderphasen, die auf den individuellen Bedarf abgestimmt sind.
Falls sich zeigt, dass ein anderer Bildungsweg oder sogar eine andere Schulform besser passt, kann immer noch ein Wechsel stattfinden. Diese Entscheidung wird dann unter enger Absprache mit dir als Elternteil getroffen.
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Was sind die Organisationsformen ab Klasse 7?
Bis Klasse 6 lernen alle Schüler an der Sekundarschule weitgehend gemeinsam. Ab Klasse 7 wird das gemeinsame Lernen und die individuelle Förderung deutlicher getrennt. Dafür gibt es drei verbreitete Modelle:
Integriertes Modell
Alle Schüler bleiben bis Klasse 10 bleiben überwiegend als Klasse zusammen. Leistungsunterschiede werden innerhalb des gemeinsamen Unterrichts aufgefangen. Das wird auch Binnendifferenzierung genannt. Manche Schüler bearbeiten zum Beispiel anspruchsvollere Aufgaben, während andere dasselbe Thema zunächst auf einem einfacheren Niveau üben.
Teilintegriertes Modell
In Kernfächern wie Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen finden die Kurse auf unterschiedlichen Niveaus statt (Fachleistungsdifferenzierung). Für diese Fächer werden dann Grund- und Erweiterungskurse angeboten, in allen anderen Fächern bleibt die Klasse zusammen. Bei entsprechender Lernentwicklung ist ein Kurswechsel möglich.
Kooperatives Modell
Schüler lernen in getrennten Klassen oder Lerngruppen mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen. Diese Gruppen orientieren sich an den früheren Haupt- und Realschulzweigen. Auch hier ist ein Wechsel zwischen den Bildungsgängen möglich, wenn die Leistungen stimmen.
Welche Abschlüsse gibt es?
Am Ende der Sekundarstufe I steht für alle Schüler eine Abschlussprüfung an. Das Ergebnis entscheidet darüber, welche Wege nach der Sekundarschule offenstehen.
Die Sekundarschule vergibt dabei in der Regel zwei Abschlüsse:
➡️Erster Schulabschluss (Hauptschulabschluss)
→ Abschluss nach Klasse 9 oder 10 auf grundlegendem Niveau
➡️Mittlerer Schulabschluss (MSA, Realschulabschluss, Fachoberschulreife)
→ Abschluss nach Klasse 10 auf erweitertem Niveau
Nach dem Abschluss gibt es die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu machen oder das Abitur anzustreben. Dafür muss eine Oberstufe absolviert werden.
Welche Voraussetzungen gibt es für die Oberstufe?
Wer nach der Sekundarstufe I die Oberstufe besuchen möchte, muss oft die Schule wechseln.
Die wichtigsten Zugangsvoraussetzungen sind:
- Mittlerer Schulabschluss: Dein Kind muss die Abschlussprüfung bestanden und die erforderlichen Mindestnoten erreicht haben.
- Passende Fächerkombination: Viele Oberstufen setzen voraus, dass bestimmte Fächer belegt wurden. Dazu zählt häufig eine zweite Fremdsprache.
- Ausreichende Noten in den Kernfächern: Besonders Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen spielen bei der Aufnahme eine zentrale Rolle.
Die Oberstufe wird z. B. von Gymnasien, Gesamtschulen oder Fachoberschulen angeboten.
Welche Förderinstrumente gibt es?
Das Hauptziel einer Sekundarschule ist, dass kein Kind zurückgelassen wird, aber auch niemand unterfordert ist. Dafür werden häufig folgende Instrumente eingesetzt:
- Förderstunden: Sie helfen Schülern dabei, Lücken zu schließen und Grundkompetenzen zu festigen.
- Ergänzungsstunden: Sie bieten zusätzliche Lernangebote für diejenigen, die mehr Tiefe oder Breite suchen.
- Individuelle Lernpläne: Sie halten fest, welche Ziele ein Kind in einem bestimmten Zeitraum erreichen soll, und machen Fortschritte sichtbar.
- Projektorientierte Arbeitsphasen: Schüler arbeiten dabei an gemeinsamen Aufgaben, bringen jedoch unterschiedliche Beiträge je nach ihrem Niveau ein.
Was ist das Wahlpflichtfach?
Ab Klasse 7 wählt dein Kind verpflichtend einen Schwerpunkt, der den regulären Stundenplan ergänzt. Das kann zum Beispiel eine zweite Fremdsprache, ein technisches, wirtschaftliches oder sozialwissenschaftliches Fach sein.
Achtung: Wenn dein Kind später die gymnasiale Oberstufe besuchen möchte, kann es wichtig sein, dass es eine zweite Fremdsprache belegt. Viele gymnasiale Oberstufen setzen das für die Aufnahme voraus.
Wie funktioniert der Ganztag?
Viele Sekundarschulen bieten auch eine Ganztagsbetreuung an. Dabei gibt es zwei grundlegende Modelle: Zum einen gibt es den gebundenen Ganztag, an dem alle Schüler verpflichtend teilnehmen. Das sind Nachmittagsangebote, die fest zum Stundenplan gehören.
Außerdem finden in der Sekundarschule oft freiwillige Nachmittagsangebote statt, die vom offenen Ganztag angeboten werden. Der ist vor allem dazu da, dein Kind zu betreuen. Meistens gibt es auch im offenen Ganztag feste Lernzeiten (z. B. für Hausaufgaben) oder Arbeitsgemeinschaften (z. B. AGs).
Welche Leistungsnachweise gibt es?
In der Sekundarschule finden Klassenarbeiten vor allem in den Kernfächern (Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen) statt. Wie viele Arbeiten pro Fach und Schuljahr geschrieben werden, regelt das jeweilige Bundesland.
Neben Klassenarbeiten fließen häufig weitere Leistungen in die Bewertung ein, z. B. die mündliche Mitarbeit im Unterricht, Hausaufgaben oder Präsentationen.
Schulformen verstehen
Die Sekundarschule ist eine weiterführende Schule und gehört zu den Schulformen in Deutschland. Wer sich mit Schulformen beschäftigt, vergleicht Wege, Abschlüsse und den Aufbau verschiedener Schulen. So wird klar, wie sich Schulen im Alltag und beim Weg zum Abschluss unterscheiden. Weitere Videos dazu findest du in unserem Allgemeinwissensbereich.