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Hast du auch schonmal einen Film über amerikanische High School Schüler geschaut und dich gefragt, wie das Schulsystem in den USA eigentlich funktioniert? Eine Antwort darauf findest du hier und im Video .

Amerikanisches Schulsystem einfach erklärt

Das amerikanische Schulsystem gleicht in vielen Dingen unserem deutschen Bildungssystem. Zum Beispiel besteht ein Schuljahr in den USA auch aus zwei Halbjahren, die semester oder term genannt werden. Einzelne Schuljahre sind durch eine längere Sommerpause voneinander getrennt. Außerdem haben die USA ebenfalls eine gesetzliche Schulpflicht, die festlegt, dass Kinder eine schulische Bildung erhalten müssen. 

Doch es gibt auch Unterschiede, etwa bei den Schulformen (Elementary School, Middle School, Junior High, High School) und den Schulnoten (A-F statt 1-6). Auch der Schwerpunkt an amerikanischen Schulen liegt weniger auf der Leistung und mehr auf der individuellen Förderung und den Talenten bzw. Interessen der Schüler. Deswegen wird auf Klassenverbände meist verzichtet und stattdessen ein offenes Kurssystem bevorzugt.

Welches Alter haben US-Schüler in welcher Schule?

Hier kannst du dir zuerst anschauen, was das durchschnittliche High School Alter und was das normale College Alter in den USA ist: 

Alter Bildungssystem USA Deutsche Entsprechung
bis 4 Jahre Nursery School / Preschool Kindergarten / Vorschule
bis 5 Jahre Kindergarten
bis min. 9, max. 13 Jahre Elementary School Grundschule
bis ca. 14 Jahre Middle School / Junior High  weiterführende Schule
bis ca. 18 Jahre (Senior) High School
ab 18 Jahren College  Universität

Amerikanisches Schulsystem – Aufbau

Manchmal, wie etwa aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen, können Schüler in den USA auch zuhause unterrichtet werden. Diese Möglichkeit bezeichnest du als Homeschooling, also Hausunterricht. Dabei werden die Kinder in der Regel von ihren eigenen Eltern unterrichtet. Die meisten Kinder gehen aber den typischen Weg über Elementary, Middle und High School.

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Schulsystem USA

Amerikanisches Schulsystem – Elementary School

Die Elementary School entspricht im Großen und Ganzen der deutschen Grundschule. Hier verbringen die Kinder vier bis fünf Jahre. Die Elementary School beginnt gleich nach der Vorschule, die in den USA – Überraschung! – kindergarten genannt wird. Den Begriff haben die Amerikaner aus dem Deutschen übernommen. Doch wenn in den USA von kindergarten gesprochen wird, ist damit eine Art Schulklasse für Vorschulkinder gemeint. 

Amerikanisches Schulsystem – Middle School oder Junior High

Nach der Elementary School wechseln die meisten Schüler in den USA zur Middle School oder Junior High. Hier bleiben die Schüler weitere vier Jahre, bevor sie nach der Middle School zur High School oder nach der Junior High zur Senior High wechseln. Middle School und Junior High unterscheiden sich dabei nur in ihrer Ausrichtung: Die Junior High ist mehr an der Leistung von Schülern orientiert, während auf der Middle School eher der soziale Zusammenhalt und die Teamfähigkeit gefördert werden.

In Deutschland kennen wir diesen Abschnitt so nicht. Für uns geht es nach der vierten Klasse der Grundschule gleich zur weiterführenden Schule, wo wir in der Regel bis zu unserem Schulabschluss bleiben.  

Amerikanisches Schulsystem – High School

Die High School bildet den vorerst letzten Abschnitt in der amerikanischen Schulausbildung, der nochmals etwa vier Jahre dauert (bzw. drei Jahre an Senior High Schools). Die Namen der einzelnen Klassenstufen hast du sicher schonmal gehört: freshmen, sophomores, juniors und seniors. Das entspricht unseren Neunt-, Zehnt-, Elft- und Zwölftklässlern.

Wie auch in der Middle School oder Junior High wird hier keine Trennung nach Leistung unternommen. Stattdessen funktioniert das System ähnlich dem einer deutschen Gesamtschule. Die Schüler können individuell und abhängig von ihren eigenen Kompetenzen Kurse belegen, egal ob auf einem Fortgeschrittenen- oder einem Basis-Level. 

Schuluniformen gibt es an öffentlichen Schulen in den USA übrigens keine. Nur einige Privatschulen machen das Tragen einer Uniform zur Pflicht. Dennoch gibt es auch an staatlichen Schulen meist einen dress code (Kleidervorschrift), der über das Tragen von Röcken, Piercings oder Make-Up entscheidet. 

Mit dem Abschluss der High School erhalten Schüler ein Diplom oder diploma, das dem deutschen Abitur entspricht.

Amerikanisches Schulsystem – College

Wer möchte und die nötigen Voraussetzungen erfüllt (genügend gute Leistungen, ein Empfehlungsschreiben), darf sich nach der High School für einen Studiengang an einem College bewerben. Natürlich nur, wer sich auch die Unsummen an Studiengebühren leisten kann. Die sind in den USA nämlich wesentlich höher als in Deutschland. An staatlichen Colleges kann ein Jahr schnell um die $25,000 (ca. 21.000€) kosten, an privaten Einrichtungen sogar um die $35,000 (ca. 29.500€).

Das Studium am College dauert ca. vier Jahre. Wird es erfolgreich abgeschlossen, erhalten Studierende ihren Bachelor oder bachelor’s degree. Danach können sie verschiedene Wege einschlagen, sich zum Beispiel direkt in die Arbeitswelt stürzen oder noch ein Masterstudium, einen master’s degree, dranhängen.

Schulsystem USA – Vergleich Deutschland

Anders als in Deutschland, wird beim Schulsystem in Amerika nicht in Hauptschule, Realschule und Gymnasium aufgeteilt. Stattdessen gehen die Kinder meist alle zusammen von der Elementary School in die Middle School und von da aus in die High School über. Jahrelang andauernde Klassenverbände, wie wir sie in Deutschland kennen, gibt es dabei nicht. Stattdessen werden Klassen in den USA regelmäßig neu durchmischt und die Klassenlehrer gewechselt. Am ehesten kannst du dir das amerikanische Schulsystem wohl wie an einer Universität vorstellen, wo jeder seinen eigenen Stundenplan hat und von Kurs zu Kurs wechselt. 

Eine weitere Besonderheit im Bildungssystem der USA besteht in dem großen Angebot an außerschulischen Aktivitäten, den extracurriculars. Diese sind grob mit den AGs (Arbeitsgemeinschaften) an deutschen Schulen vergleichbar. Die extracurricular activities machen aber einen viel größeren Teil des Schulalltags aus. Die Mehrheit der Schüler ist mindestens in einer AG Mitglied, viele gehören aber gleich zu mehreren Gruppen dazu, mit denen sie sich regelmäßig nachmittags beschäftigen. Besonders häufig sind das Sport-,  Wissenschafts- oder Debattierclubs. 

Schulsystem USA – Fächerwahl

Auch was die Kurs- oder Fächerwahl angeht, gibt es im Schulsystem in Amerika mehr Auswahl und auch mehr Freiheiten als in Deutschland. Natürlich gibt es auch Pflichtfächer, die belegt werden müssen, wie etwa Mathe, Englisch und Geschichte. Doch darüber hinaus werden die unterschiedlichsten Kurse angeboten. An vielen Schulen gehören dazu

  • kreatives Schreiben,
  • Journalismus,
  • Informatik,
  • Design,
  • Fremdsprachen,
  • Werken,
  • Fotografie,
  • Psychologie und vieles, vieles mehr. 

Ziel des amerikanischen Schulsystems ist es nämlich, die individuellen Talente und Interessen der Schüler zu fördern. Deswegen sind solche Wahlkurse zusätzlich auch in drei verschiedenen Ausführungen zu finden: für Anfänger (basic level), Fortgeschrittene (advanced level) und Experten (expert level)

Schulsystem USA – Schulnoten

Selbst das Notensystem an amerikanischen Schulen unterscheidet sich von unserem System in Deutschland. Denn dort werden Noten nicht in Zahlen vergeben, sondern in Buchstaben

Bildungssystem USA – Noten Noten in Deutschland
A mind. 90% sind richtig 1 = sehr gut
B mind. 80% sind richtig 2 = gut 
C mind. 70 % sind richtig 3 = befriedigend 
D mind. 65 % sind richtig 4 = ausreichend
F weniger als 65% sind richtig 6 = ungenügend

Wie in unserem System auch, gibt es im Bildungssystem der USA für jede Note zusätzlich eine Variante mit + oder -. Eine 1+ in Deutschland entspräche also einem A+ in den USA. 

Wie dir vielleicht aufgefallen ist, gibt es im amerikanischen Schulsystem aber eine Notenstufe weniger. Die 5, oder das „mangelhaft“, das wir im Deutschen haben, wird dort übersprungen. Stattdessen gilt das F bereits als ein „durchgefallen“. 

An vielen Schulen erhalten Schüler mit der progress report card (vorläufiges Zeugnis) einmal pro Monat einen Überblick über ihre aktuellen Noten. Ihr richtiges Zeugnis bekommen sie am Ende jedes Quartals, also insgesamt vier Mal in einem Schuljahr.

Schulsystem USA – Schulbusse

Noch eine Besonderheit am Schulsystem in Amerika ist das ausgefeilte staatliche Transportsystem. Schulbusse sorgen dafür, dass jeder Schüler die Möglichkeit hat, zur Schule zu kommen. Denn häufig sind es weite Strecken, die Schüler in den USA täglich zurücklegen müssen. Zu Fuß gehen ist da oft ausgeschlossen und nicht jede Familie hat ein Auto oder die Zeit, neben dem Beruf die Kinder zur Schule zu bringen.

Deshalb sammeln die großen gelben Schulbusse die Schüler entweder an einer Sammelhaltestelle ein oder in ländlichen Gegenden sogar direkt vor ihrer Haustür. Für den sicheren Heimweg am Nachmittag ist dabei natürlich auch gesorgt. Die Fahrt mit dem Schulbus ist außerdem kostenlos.

American Dream 

Geschichte, also History, gehört meist zu den Pflichtfächern an amerikanischen Schulen. Dabei lernen Schülerinnen und Schüler viel über die Geschichte ihres eigenen Landes. Zum Beispiel über den American Dream. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier .

American Dream
Zum Video: American Dream

 

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