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Hamlet – Übersicht 

Das Drama „Hamlet“ (The Tragedy of Hamlet, Prince of Denmark) handelt von dem dänischen Prinzen Hamlet, der den Mord an seinem Vater rächen möchte.

  • Veröffentlichung: 1603 als First Quarto (Erstausgabe), 1604-05 als Second Quarto (Überarbeitung der Erstausgabe)
  • Autor: William Shakespeare
  • Gattung: Drama (Tragödie)
  • Epoche: Renaissance
  • Hauptfiguren: Hamlet, Claudius, Gertrude
  • Aufbau: klassischer Dramenaufbau in 5 Akten 
  • Gut zu wissen: „Hamlet“ gehört zum Genre der revenge plays (Rachespiele), in denen das Motiv der Rache kritisch hinterfragt wird. 

Hamlet Shakespeare – Summary

Die Tragödie „Hamlet“ dreht sich um den jungen Prinzen Hamlet, der um seinen kürzlich verstorbenen Vater, König Hamlet, trauert. Der wurde vermutlich von seinem eigenen Bruder, Claudius, ermordet. Hamlets Onkel Claudius ist nun der neue König von Dänemark und hat zu allem Überfluss auch noch Gertrude, die Witwe seines Bruders und Hamlets Mutter, geheiratet.

Als dem jungen Hamlet eines Tages der Geist seines verstorbenen Vaters erscheint und Rache fordert, beschließt Hamlet, Claudius für seine Taten büßen zu lassen. Doch Hamlets Rachegelüste lösen nur noch mehr Tod und Chaos aus, bis am Ende nicht nur Claudius stirbt, sondern auch Hamlet selbst.  

Hamlet – Figuren

Bevor wir den Inhalt des Stücks genauer unter die Lupe nehmen, stellen wir dir hier zunächst alle Figuren vor, die in „Hamlet“ eine Rolle spielen.

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Hamlet – Figurenkonstellation

Hamlet

  • Prinz von Dänemark
  • Sohn von Gertrude und König Hamlet 
  • wird vom Geist seines Vaters zur Rache an Claudius angestiftet
  • traurig, melancholisch, rachsüchtig

Claudius

  • Onkel von Hamlet 
  • Bruder und (vermutlich) Mörder von König Hamlet 
  • verlogen, großspurig, machthungrig 

Gertrude

  • Mutter von Hamlet
  • Witwe von König Hamlet und mögliche Mitschuldige an seinem Tod
  • heiratet Claudius, als der zum neuen König gekrönt wird

Der Geist

  • Geist des verstorbenen Königs Hamlet 
  • mal für alle sichtbar, mal nur für Hamlet sichtbar 

Weitere Figuren: 

  • Polonius: königlicher Berater von Claudius; hinterlistig; wird von Hamlet umgebracht
  • Ophelia: Tochter von Polonius; verliebt sich in Hamlet; ertrinkt nach dem Tod ihres Vaters im Bach
  • Laertes: Sohn von Polonius; will sich an Hamlet für den Tod von Polonius und Ophelia rächen
  • Horatio: guter Studienfreund von Hamlet; erzählt Hamlet erstmals vom Geist des Königs
  • Rosenkranz und Güldenstern: Schulfreunde von Hamlet, die ihn für Claudius bespitzeln

Hamlet – Inhalt

Jetzt können wir uns mit dem Inhalt der 5 Akte befassen. Das Stück spielt in Helsingör, einem Ort auf der dänischen Insel Seeland. Dort steht das Schloss von Hamlet und seiner königlichen Familie.

Akt I – Hamlet Zusammenfassung

Das Stück beginnt damit, dass Hamlets Studienfreund Horatio und zwei Nachtwachen einen Geist beobachten, der wie der kürzlich verstorbene König Hamlet aussieht. Der war angeblich von einer Giftschlange gebissen worden und kurz darauf gestorben. Ängstlich beschließen die drei, dem jungen Hamlet von ihrer Beobachtung zu erzählen.

Am Morgen verkündet Claudius seine Heirat zu Gertrude, der Witwe seines Bruders. Hamlet ist davon wenig begeistert. Claudius und Gertrude aber haben genug von Hamlets Missmut und Trauer um seinen Vater. Ihr Motto ist: „all that lives must die“ („alles, was lebt, muss sterben“; Akt I, Szene 2). Sobald er wieder allein ist, beklagt Hamlet, dass sein Vater noch keine zwei Monate tot ist.

Übrigens: Im damaligen England, wo das Stück aufgeführt wurde, muss die Heirat von Claudius und Gertrude für Empörung gesorgt haben. Denn die Witwe des eigenen Bruders zu heiraten war zu Shakespeares Zeiten gesetzlich verboten. 

Als Horatio Hamlet von dem Geist erzählt, vergisst der kurzzeitig seine Trauer. Aufgeregt beschließt Hamlet, sich in der nächsten Nacht der Wache anzuschließen. 

Währenddessen erzählt Ophelia ihrem Vater Polonius von ihrer aufkeimenden Liebe zu Hamlet, der ihr in den letzten Monaten immer mehr Aufmerksamkeit und Zuneigung geschenkt hat. Doch Polonius glaubt nicht daran, dass ein Königssohn sich für die Tochter eines einfachen Beraters interessieren könnte. Er verbietet Ophelia deshalb, sich weiter mit Hamlet zu treffen.

Als der Geist erneut in der Nacht erscheint, erkennt Hamlet sofort seinen Vater. Er spricht zu dem Geist, doch der gibt Hamlet nur ein Zeichen, ihm zu folgen. Abseits von den anderen spricht der Geist endlich mit Hamlet. Er offenbart ihm, dass König Hamlet gar nicht an einem Schlangenbiss gestorben ist, sondern vergiftet wurde — von Claudius! Er deutet auch an, dass seine Frau Gertrude von dem Mord weiß. Der Geist bittet Hamlet, ihn zu rächen. Voller Zorn verspricht Hamlet, dieser Bitte nachzukommen.

Akt II – Hamlet Zusammenfassung

Am nächsten Morgen erzählt Ophelia ihrem Vater Polonius, dass ein wahnsinniger Hamlet sie in ihrer Kammer besucht hat. Er sei wie besessen durchs Zimmer gelaufen, bevor er Ophelia bei den Schultern gepackt und sie einfach wortlos angestarrt habe. Polonius vermutet, dass die scheinbar unerwiderte Liebe zu Ophelia der Grund für Hamlets seltsames Verhalten ist. Besorgt berichtet er dem König davon. Zusammen wollen sie beobachten, wie Hamlet sich verhält, wenn er das nächste Mal auf Ophelia trifft.

Zur selben Zeit treffen Hamlets Schulfreunde Rosenkranz und Güldenstern im Schloss ein. Gertrude und Claudius haben die beiden dorthin bestellt, damit sie Hamlet Gesellschaft leisten. Zudem sollen sie für Gertrude und Claudius mehr über Hamlets Gedanken und Gemütszustand herausfinden. Kurz gesagt: Rosenkranz und Güldenstern sollen Hamlet bespitzeln — natürlich im Gegenzug für eine saftige Belohnung. Allerdings durchschaut Hamlet das Spiel sofort. 

Kurz darauf trifft eine Schauspieltruppe im Schloss ein und wird herzlich von Hamlet empfangen. Denn Hamlet verfolgt seinen ganz eigenen Plan: Er will von der Truppe ein Stück aufführen lassen, dem er selbst eine Szene hinzufügt. Dieses Stück soll Claudius an seine eigenen Taten erinnern und ihn zu einem Geständnis zwingen.

Akt III – Hamlet Zusammenfassung

Polonius und Claudius arrangieren ein zufälliges Treffen von Ophelia und Hamlet und beobachten die beiden aus einem Versteck heraus. Hamlet ist tief in Gedanken über den Tod, Selbstmord und Rache versunken, als er den Raum betritt. Dann entdeckt er Ophelia. Zuerst wirkt er freudig überrascht, doch seine Überraschung verwandelt sich schnell in Zorn: Als Ophelia ihm seine Liebesbriefe zurückgeben will, beleidigt er sie und behauptet, sie nie geliebt zu haben. Claudius, der alles mitgehört hat, fürchtet, dass Hamlets Wahnsinn auch für ihn gefährlich werden könnte. Er will Hamlet deshalb nach England schicken. 

Kurz bevor am Abend die Schauspieler das Stück The Mousetrap (Die Mausefalle) aufführen, weiht Hamlet Horatio in seinen Plan ein. Horatio soll Claudius während der Aufführung beobachten und seine Reaktion deuten. Wird Claudius sich selbst verraten? 

Claudius und Gertrude schauen dem Schauspiel gespannt zu. Als der König im Stück auf genau die gleiche Weise vergiftet wird, wie auch Claudius König Hamlet vergiftet haben soll, lässt Claudius die Aufführung abbrechen. Er und Gertrude verlassen den Saal. Claudius trifft Vorkehrungen, um Hamlet zusammen mit Rosenkranz und Güldenstern nach England zu schicken. Dort soll er auf Anweisung von Claudius umgebracht werden. 

Jetzt, wo in seinen Augen Claudius Schuld bewiesen ist, sucht Hamlet nach ihm, um ihn umzubringen. Doch als er ihn findet, ist Claudius scheinbar tief in ein Gebet versunken. Ihn jetzt zu ermorden, erscheint Hamlet als keine angemessene Rache. Er wendet sich ab und sucht seine Mutter auf.

Gertrude will von Hamlet endlich wissen, was mit ihm los ist. Statt ihr direkt zu antworten, macht Hamlet sie auf ihre eigenen zweifelhaften Taten aufmerksam. Das Gespräch ist so intensiv, dass Gertrude um ihr Leben fürchtet und nach Hilfe ruft. Als sich hinter dem Wandteppich etwas bewegt, vermutet Hamlet eine Ratte und sticht auf den Wandteppich ein. Was er nicht weiß: Polonius hat sich hinter dem Teppich versteckt, um das Gespräch zu belauschen. Aus Versehen tötet Hamlet dadurch Polonius.

Gertrude und Hamlet streiten weiter und Hamlet wird in seinen Anschuldigungen immer direkter. Plötzlich erscheint der Geist von Hamlets Vater im Raum. Doch etwas ist seltsam: Gertrude kann den Geist weder sehen, noch hören. Dass Hamlet mit einem Geist spricht, ist für Gertrude der Beweis seines Wahnsinns.

Akt IV – Hamlet Zusammenfassung

Während Hamlet auf dem Weg nach England ist, erfährt Ophelia vom Tod ihres Vaters. Sie verliert daraufhin den Verstand und wird wahnsinnig. Ihr Bruder Laertes kehrt nach dem Tod seines Vaters aus Frankreich zurück, um Rache zu üben. 

Hamlet findet heraus, was Claudius mit ihm in England vorhat und kehrt deswegen nach Dänemark zurück. Als Claudius davon erfährt, macht er sich Laertes Rachsucht zunutze. Er erlaubt Laertes, Hamlet zu einem Duell herauszufordern. Aber nicht nur das: Er soll sein Schwert außerdem mit Gift bestreichen. Um sicherzugehen, dass der Plan nicht nach hinten losgehen kann, beschließt Claudius auch noch, das Getränk von Hamlet zu vergiften. 

In diesem Moment erfahren sie, dass Laertes‘ Schwester Ophelia in den Bach gefallen und ertrunken ist. Ophelias Tod bestärkt Laertes in seinem Wunsch nach Rache

Akt V – Hamlet Zusammenfassung

Hamlet kehrt in dem Augenblick zum Schloss zurück, als Ophelia begraben wird. Als er sich zu erkennen gibt, greift Laertes ihn voller Wut an. Hamlet erklärt, dass er Ophelia doch geliebt hat, vielleicht sogar mehr als Laertes selbst. Doch Laertes, Claudius und Gertrude glauben weiterhin, dass Hamlet wahnsinnig ist. 

Um Hamlet endlich zu stoppen, leitet Claudius seinen Plan in die Wege. Laertes und Hamlet sollen gegeneinander kämpfen. Und wie geplant vergiftet Claudius zusätzlich Hamlets Getränk. Doch während des Kampfs nimmt Gertrude plötzlich Hamlets Becher und trinkt daraus, bevor Claudius sie aufhalten kann. Und noch mehr geht schief: Im Kampf verlieren sowohl Laertes als auch Hamlet ihre Waffen. Aus Versehen greifen sie zum Degen des anderen. Hamlet kämpft nun also mit der vergifteten Klinge. 

Zu spät erkennt Laertes seinen Fehler. Er und Hamlet haben beide Verletzungen durch das vergiftete Schwert davon getragen. Plötzlich bricht auch Gertrude zusammen. Bevor sie stirbt, kann sie gerade noch Hamlet davor warnen, aus dem Becher zu trinken. Doch Laertes weiß, dass ihre Warnung umsonst ist. Er gesteht, seine Waffe in Gift getränkt zu haben. Als Schuldigen dafür nennt er Claudius. Er vergibt Hamlet und stirbt kurz darauf an seinen Verletzungen. In Rage geht Hamlet mit dem vergifteten Degen auf Claudius los und zwingt ihn zusätzlich dazu, aus dem vergifteten Becher zu trinken. So stirbt auch Claudius. 

Zuletzt erliegt auch Hamlet seinen Verletzungen. Im letzten Moment bittet er seinen Freund Horatio, seine Geschichte in die Welt hinauszutragen. Und genau das tut Horatio. 

Hamlet – Interpretation

„Hamlet“ gehört zum Genre der revenge plays, auch Rachespiele genannt. In diesen Stücken wird das Motiv der Rache kritisch betrachtet. Fragen wie „Gibt es eine Rechtfertigung für Rache?“ und „Sorgt Rache automatisch für Genugtuung?“ stehen dabei im Raum. Hamlet setzt sich besonders stark mit diesen Überlegungen auseinander und zögert deswegen den finalen Racheakt immer wieder hinaus. 

Berühmt geworden ist das Stück aber vor allem wegen Hamlets sensiblen und tiefgründigen Überlegungen zu den großen Fragen, die sich jeder einmal im Leben stellt: Was ist der Sinn des Lebens und was kommt eigentlich nach dem Tod? Diese Fragen stellt sich Hamlet in einem selbstkritischen Monolog, der mit den berühmten Worten „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ beginnt. 

Natürlich weist das Drama aber auch ganz klassische Eigenschaften einer Tragödie auf, wie etwa Geister und Wahnsinn. Besonders spannend ist die Frage, ob Hamlet seinen Wahnsinn tatsächlich nur vortäuscht. Zu Beginn mag es noch eine Taktik von ihm gewesen sein, um Claudius einzuschüchtern. Doch am Ende kann nur noch Hamlet selbst den Geist seines Vaters sehen und hören. Ob der Geist zu diesem Zeitpunkt wirklich existiert und wie sehr Hamlet doch dem Wahnsinn verfallen ist, bleibt ein Rätsel.

Hamlet Shakespeare – Zeitgeschichtliche Einordnung

Wann William Shakespeare „Hamlet“ schrieb, ist heute nicht mehr genau nachzuvollziehen. Dafür existiert das Stück gleich in drei Fassungen. Diese drei Versionen unterscheiden sich zum Teil ganz deutlich voneinander: neue Figuren tauchen auf und bestimmte Szenen verschwinden. Deshalb ist auch die Länge der Stücke sehr unterschiedlich. Zum Beispiel dauerte es mehr als drei Stunden, um die jüngere Version des Second Quarto aufzuführen. 

Aber eines steht fest: Shakespeare hat sich die Geschichte von Hamlet nicht ganz allein ausgedacht. Stattdessen ließ er sich von einer Legende des dänischen Geschichtsschreibers Saxo Grammaticus über den jungen Prinzen Amleth aus dem 12. Jahrhundert inspirieren. Auch Amleths Vater, der König der Jüten, wird von seinem eigenen Bruder umgebracht und auch der heiratet daraufhin Amleths Mutter — Taten, für die Amleth schließlich Rache übt. Ist dir außerdem aufgefallen, dass „Amleth“ ein Anagramm von „Hamlet“ ist?

Allerdings ist die Geschichte von Amleth nicht halb so komplex wie die von Shakespeares Hamlet. Denn anders als Hamlet, wird Amleth von keinerlei Gewissensbissen geplagt und quält sich nicht mit Zweifeln an seinem Rachevorhaben.

Hamlet – Interpretation

Die Interpretationsansätze in unserer Hamlet Summary reichen dir nicht? Dann schau dir unser Video zur Interpretation von „Hamlet“ an! Darin findest du eine ausführlichere Analyse des Stücks.

Zum Video: Hamlet - Interpretation
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