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Du möchtest wissen, worum es in „My Son the Fanatic“ von Hanif Kureishi geht? In unserem Beitrag%und im Video zeigen wir dir eine „My Son the Fanatic“ Zusammenfassung und Interpretation.

My Son the Fanatic – Übersicht

Die Kurzgeschichte „My Son the Fanatic“ von Hanif Kureishi erschien erstmals 1994 in der Zeitung „The New Yorker“. Drei Jahre später veröffentlichte Kureishi die Geschichte als Teil der Kurzgeschichtensammlung „Love in a Blue Time“. „My Son the Fanatic“ handelt von einem pakistanischen Einwanderer, der seinen Sohn nicht mehr wiedererkennt, weil dieser sich von der britischen Gesellschaft abwendet und zu einem streng gläubigen Muslim entwickelt.

  • Veröffentlichung: 1994
  • Deutsche Übersetzung: 1997 als „Mein Sohn, der Fanatiker“ in „Blau ist die Liebe“
  • Gattung: Kurzgeschichte
  • Autor: Hanif Kureishi
  • Hauptfiguren: Parvez, Ali, Bettina

Schon gewusst? Hanif Kureishi ist selbst Sohn eines pakistanischen Einwanderers und wuchs in England auf. Seinen eigenen Hintergrund und seine Erfahrungen hat der Autor in vielen seiner Werke verarbeitet. Auch die Fatwa (islamisches Rechtsgutachten), die 1989 gegen seinen Freund und Schriftstellerkollegen Salman Rushdie verhängt wurde und diesen zum Tode verurteilte, hat Kureishi geprägt.

My Son the Fanatic – Inhaltsangabe

In der Kurzgeschichte geht es um Parvez, einen pakistanischen Einwanderer, der sich in England ein neues Leben aufgebaut hat. Allerdings macht er sich Sorgen um seinen Sohn Ali, der sich radikal verändert hat. Parvez, der Religionen abgeneigt ist, findet heraus, dass Ali den radikalen Islam angenommen hat und nun streng nach islamischen Regeln lebt. Parvez‘ Freundin Bettina überzeugt ihn, auf seinen Sohn einzugehen, doch alle Versuche, mit Ali zu diskutieren, enden im Streit. Ali verurteilt seinen Vater für dessen westliche Lebensweise und droht, sich dem Dschihad anzuschließen. Er beleidigt auch Bettina, als sie zwischen Vater und Sohn vermitteln möchte. Schließlich eskaliert die Situation, als Parvez betrunken seinen Sohn verprügelt.

My Son the Fanatic – Figuren

Hier siehst du alle wichtigen Figuren der Kurzgeschichte.

Parvez

  • Vater von Ali
  • pakistanischer Einwanderer, lebt mit Frau und Sohn in England
  • arbeitet als Taxifahrer
  • hat sich an die westliche Kultur angepasst, lehnt den Islam ab
  • kann mit seiner Ehefrau nicht offen sprechen und vertraut sich Bettina an
  • hat ein Alkoholproblem

Ali

  • Sohn von Parvez
  • streng gläubiger Muslim
  • verachtet den westlichen Lebensstil und verurteilt, wer sich nicht strikt an den Koran hält
  • macht eigentlich eine Ausbildung zum Buchhalter, bricht sie aber ab
  • trennt sich von seiner Freundin, gibt Hobbys auf, wirft westlichen Besitz weg
  • hatte früher eine gute Beziehung zu seinem Vater

Bettina

  • gute Freundin von Parvez
  • arbeitet als Prostituierte
  • verständnisvoll und geduldig
  • versucht, Ali und Parvez zu helfen

My Son the Fanatic – Zusammenfassung

Jetzt zeigen wir dir eine „My Son the Fanatic“ Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte.

Alis Veränderung: My Son the Fanatic – Zusammenfassung

Parvez stammt ursprünglich aus Pakistan. Zusammen mit seiner Ehefrau und seinem Sohn wohnt er in London, wo er als Taxifahrer arbeitet. Er bemerkt, dass sein Sohn Ali sich verändert hat und ungewöhnlich verhält. Ali ist ordentlicher geworden und wirft seine Besitzgegenstände weg, wie Fernseher oder Computerspiele. Er trennt sich von Sachen, die ihm früher sehr wichtig waren oder die er erst vor Kurzem gekauft hat. Auch seine Hobbys hat er aufgegeben. Die Beziehung zu seiner englischen Freundin hat er beendet und seine anderen Freunde melden sich nicht mehr. Außerdem trägt er jetzt einen Bart.

Als Parvez seine Beobachtungen mit seinen Kollegen in der Taxizentrale teilt, sind die sich sicher, dass Ali drogenabhängig ist und seine Sachen verkauft, um seine Sucht finanzieren zu können. Parvez bittet seine Vertraute Bettina, die als Prostituierte arbeitet, um Rat. Sie gibt ihm Tipps, um den Drogenkonsum erkennen zu können, zum Beispiel an erweiterten Pupillen oder Stimmungsschwankungen. Obwohl Parvez seinen Sohn genau beobachtet und dessen Zimmer nach verdächtigen Gegenständen wie Spritzen oder Pillen durchsucht, findet er nichts. Stattdessen hört er eines Nachts einen Wecker klingeln und bemerkt, wie Ali sich im Bad wäscht. Daraufhin verschwindet Parvez‘ Sohn wieder in seinem Zimmer und betet. Parvez wird klar, dass sein Sohn gewissenhaft den islamischen Regeln folgt.

Als Kind musste Parvez in Pakistan am Koranunterricht teilnehmen. Sein Lehrer setzte schmerzhafte Methoden ein, was Parvez‘ Verhältnis zur Religion nachhaltig geprägt hat. Er lehnt nicht nur den Islam, sondern auch andere Religionen stark ab.

Der Restaurantbesuch: My Son the Fanatic – Zusammenfassung

Parvez lädt seinen Sohn zu einem Abendessen ein, dem Ali nach einiger Überzeugungsarbeit zustimmt. Der Abend läuft allerdings nicht wie geplant und endet im Streit. Im Restaurant kritisiert Ali, dass sein Vater Alkohol trinkt, Schweinefleisch isst und spielt — also die muslimischen Glaubensregeln bricht. Außerdem hat sich Parvez seiner Meinung nach zu sehr an die westliche Kultur angepasst. Ali verabscheut den lasterhaften Westen und glaubt, dass der Islam siegen werde. Er sei sogar bereit, für den Dschihad zu sterben. Radikalisiert habe ihn die Erfahrung, in England zu leben, erklärt er seinem Vater. Auch seine Ausbildung möchte er abbrechen, da westliche Bildung zu einer anti-religiösen Haltung führe. Als Parvez später stürzt, bietet Ali ihm keine Hilfe an.

Versöhnungsversuche: My Son the Fanatic – Zusammenfassung

Parvez erzählt Bettina, dass er das Gefühl habe, seinen Sohn verloren zu haben. Daher möchte er Ali rauswerfen. Bettina kann ihn jedoch überzeugen, seinen Sohn nicht aufzugeben. Ali habe nur eine schwierige Phase, Parvez müsse ihn stattdessen unterstützen. Parvez versucht, zu Ali durchzudringen. Er lässt sich sogar selbst einen Bart wachsen. Außerdem legt er Ali seine Weltanschauung dar: Parvez glaubt nicht an das Paradies oder ein Leben nach dem Tod. Deswegen solle man das Leben genießen, solange man niemandem dabei schade. Diese Haltung kann Ali allerdings nicht nachvollziehen.

Der wahre Fanatiker: My Son the Fanatic – Zusammenfassung

Eines Abends sehen Parvez und Bettina Ali. Bettina überredet Parvez, das Taxi anzuhalten, um mit seinem Sohn sprechen zu können. Ali steigt zwar ein, geht aber auf Bettinas Versuche, ihn mit seinem Vater zu versöhnen, nicht ein. Stattdessen greift er Bettina verbal an: Wenn sein Vater ihn wirklich liebe, würde er nicht zulassen, dass eine Frau wie sie ihn berühre. Verletzt steigt sie aus und läuft davon.

Zu Hause geht Ali sofort auf sein Zimmer. Parvez betrinkt sich und sucht Ali auf. Als er seinen Sohn beim Beten sieht, verliert Parvez schließlich die Beherrschung. Er verprügelt Ali, der sich nicht wehrt und sich keine Angst anmerken lässt. Ali fragt ihn, wer denn nun der Fanatiker sei.

My Son the Fanatic – Analyse

Jetzt weißt du, worum es in der Kurzgeschichte „My Son the Fanatic“ geht. Nun kannst du dir einige Aspekte wie die Erzählperspektive, die Sprache und die Motive bzw. Interpretationsansätze genauer anschauen.

My Son the Fanatic – Erzählperspektive

In „My Son the Fanatic“ berichtet ein personaler Erzähler aus der Perspektive von Parvez. Als Leser bekommst du dadurch einen detaillierten Einblick in Parvez‘ Gefühls- und Gedankenwelt, gleichzeitig fehlt aber der Zugang zu den anderen Figuren. Du erhältst also einen sehr subjektiven und eingeschränkten Blick auf die Geschehnisse. Das bedeutet, dass du zu Beginn der Erzählung genauso wenig wie Parvez weißt, warum sein Sohn sich verändert hat und warum er sich plötzlich so merkwürdig verhält. Indem Parvez mehr über Alis Motivation herausfindet, erfährst auch du als Leser mehr über die Situation. Über Parvez‘ Ehefrau, die mit ihm nach England gekommen ist, erhältst du auch kaum Informationen, sie ist nur ein Nebengedanke. Da Parvez mit ihr nicht offen reden kann und seine Sorgen lieber mit Bettina bespricht, tritt sie in seinen Beschreibungen in den Hintergrund.

Da du als Leser alle Figuren durch die Augen von Parvez wahrnimmst, ist der Eindruck wenig objektiv und zuverlässig. Instinktiv bist du auf der Seite von Parvez und fühlst mit ihm mit, obwohl mehrfach deutlich wird, dass er ungesunde Verhaltensweisen an den Tag legt — etwa ein Alkoholproblem hat oder Ali belauscht. Erst als Parvez zum Ende hin die Fassung verliert, ändert sich diese „Voreingenommenheit“.

My Son the Fanatic – Sprache

Die Geschichte ist in Prosa  geschrieben und in einer schlichten, einfachen Sprache gehalten. Wenn die Handlung nicht durch den Erzähler berichtet wird, hilft dir die verwendete wörtliche Rede dabei, mehr über die Figuren und die Geschehnisse zu erfahren. Durch den Einsatz der wörtlichen Rede wirken die Textstellen unmittelbar und persönlich.

„My Son the Fanatic“ ist vollständig in der Vergangenheitsform geschrieben. Die Handlung wird größtenteils linear erzählt, also in chronologischer Reihenfolge. Teilweise werden aber auch Techniken wie Rückblenden eingesetzt.

My Son the Fanatic – Motive & Interpretationsansätze

In der Kurzgeschichte werden einige zentrale Themen angesprochen, die wir dir hier etwas genauer erklären. Da sie alle miteinander verknüpft sind, ist eine klare Abgrenzung nicht immer möglich.

Religion

Ein besonders naheliegendes Thema ist natürlich die Religion. Schließlich besteht der Kernkonflikt darin, dass Ali streng religiös wird, was seinen Vater in die Verzweiflung treibt. Ali wendet sich der Religion zu, da er darin Sinn und Halt findet. Er definiert sich über seinen Glauben und richtet sein Leben nach den islamischen Regeln aus. Seine Hingabe ist so stark, dass er bereit wäre, für den Islam zu kämpfen und zu sterben:

“If the persecution doesn’t stop there will be jihad. I, and millions of others, will gladly give our lives for the cause.” (Z. 234-236)

Sein Vater Parvez dagegen verbindet mit dem Islam negative Erfahrungen. Als er als Kind am Koranunterricht teilnehmen musste, setzte sein Lehrer demütigende Methoden ein. Religionsgelehrte empfindet er außerdem als Heuchler: Sie schreiben also anderen vor, wie sie zu leben haben, sündigen aber selbst. Da die Religion keine Rolle für seine Identität spielt, kann er Alis Haltung nicht nachvollziehen. Für Parvez ist die Distanzierung vom Islam wichtig, um in England ankommen zu können und sich anzupassen. Deutlich wird das dann, als Parvez seine Ehefrau zwingt, Schweinefleisch zuzubereiten — was eine Abkehr von ihrer früheren Kultur darstellt — da sie sich anpassen müssen:

“You’re not in the village now, this is England. We have to fit in.” (Z. 213-214)

Parvez ist überzeugt, dass er seinen Sohn retten und zurück auf den „rechten Weg“ bringen muss. Er versteht aber nicht, was Ali überhaupt erst dazu gebracht hat, diesen Weg einzuschlagen. So wie Parvez‘ Ablehnung des Islams das Ergebnis von negativen Erfahrungen in der Koranschule darstellt, ist die Hinwendung Alis zum radikalen Islam das Ergebnis seiner negativen Erfahrungen als Muslim in England.

Identität, Anpassung & Rebellion

Du kannst auch auf die Bedeutung von Identität und Anpassung eingehen. Ali ist ein junger Erwachsener, der — wie viele andere — mitten in der Identitätsfindung steckt. Dafür grenzt er sich von seiner eigenen früheren Identität ab: Er verlässt seine Freundin, bricht den Kontakt zu seinen alten Freunden ab, gibt seine Hobbys und Ausbildung auf und gibt seine Sachen weg. Er lehnt auch die Identität seines Vaters ab, der zum Beispiel Alkohol trinkt und Schweinefleisch isst.

Der Konflikt in „My Son the Fanatic“ ergibt sich also dadurch, dass Parvez die westliche Kultur annimmt und sein Sohn Ali sie ablehnt. Verständnislos fragt er seinen Vater:

“The Western materialists hate us. […] Papa, how can you love something which hates you?” (Z. 222-223)

Denn obwohl Ali in England geboren wurde und keine Erinnerungen an das Herkunftsland seines Vaters hat, fühlt er sich in der westlichen Kultur fremd. Er bekommt zu spüren, dass er „anders“ ist. Umgekehrt kann er sich auch nicht zu hundert Prozent dem Land seiner Eltern zugehörig fühlen, da er dort nie gelebt hat. Wenn Ali von „unserem Volk“ spricht, weiß Parvez daher nicht, wen sein Sohn damit meint. Das verdeutlicht, dass Alis Versuche, seine Identität zurückzuerobern, nicht viel mit der Realität seiner Eltern zu tun haben.

Die Religion jedoch ermöglicht Ali, sich zugehörig zu fühlen, er schafft sich dadurch also eine Identität. Das erklärt auch, warum er seinen Glauben so ernst nimmt. Er hat die Erfahrung gemacht, dass er auch als Einwanderer zweiter Generation nicht „dazugehört“ und immer als Außenseiter gesehen werden wird. Deswegen erfährt er Diskriminierung und ist Vorurteilen ausgesetzt. Parvez‘ Bemühungen, sich komplett anzupassen, gehen nach hinten los: Ali versucht stattdessen, eine „aufgegebene“ Kultur und Identität zurückzuerobern. Dabei schießt Ali aber über das Ziel hinaus und nimmt radikales Gedankengut an.

Generationenkonflikt

„My Son the Fanatic“ ist auch eine Geschichte über den Generationenkonflikt zwischen Vater und Sohn, an dem die Beziehung zwischen den beiden schließlich zerbricht. Als Einwanderer der ersten Generation waren Parvez‘ Aufstiegsmöglichkeiten beschränkt, sodass er sehr hart arbeiten musste, um seiner Familie das Leben zu ermöglichen, das sie führt. Auch für Alis Ausbildung zum Buchhalter muss Parvez Opfer bringen. Deswegen empfindet er es als ungerecht, dass Ali Parvez‘ Pläne ablehnt, die Chancen wegwirft und alles aufgibt, worauf sein Vater stolz war.

“Was it asking too much for Ali to get a good job, now, marry the right girl and start a family? Once this happened, Parvez would be happy. His dreams of doing well in England would have come true. Where had he gone wrong?” (Z. 46-50)

Parvez hat also genaue Vorstellungen von dem Leben, das er sich für seinen Sohn wünscht. Ein erfolgreicher Sohn, der mit der richtigen Frau eine Familie gründet, ist Parvez‘ Traum einer vollständigen Integration. Es ist Parvez‘ Traum — nicht Alis. Früher, als Ali die Pläne seines Vaters befolgt hat, schien die Vater-Sohn-Beziehung zumindest nach außen hin gut. Doch seitdem er nach seinen eigenen Vorstellungen und Idealen handelt, leidet das Verhältnis zwischen den beiden.

Da Parvez sich über die Leistungen und den Erfolg seines Sohnes definiert, zögert er anfangs auch, seinen Taxifahrerkollegen von Alis Verhalten zu erzählen. Er fürchtet, dass das Versagen seines Sohnes sein eigenes Versagen bedeutet. Deutlich wird das auch dann, als Parvez Ali seine Lebensphilosophie erklärt: Da er nicht an ein Leben nach dem Tod glaube, könne der Mensch nur in seinen Kindern und zukünftigen Generationen weiterleben.

Als Parvez am Ende seinen Sohn verprügelt, zerstört er seine Familie. Es wird deutlich, dass es bei solchen Konflikten keine Gewinner geben kann.

Kurzgeschichte

Jetzt weißt du, worum es in „My Son the Fanatic“ geht und welche Figuren in Hanif Kureishis Kurzgeschichte eine Rolle spielen. Mehr über das Genre der Kurzgeschichte erfährst du in unserem Video %Thumbnailverweis einfügen!

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