In diesem Beitrag und im Video erfährst du, wie du eine Reizwortgeschichte planst, schreibst und überarbeitest — von der ersten Idee bis zur fertigen Geschichte.
Inhaltsübersicht
Reizwortgeschichte: Das Wichtigste auf einen Blick
Eine Reizwortgeschichte ist eine ausgedachte Geschichte, die du mithilfe von vorgegebenen Reizwörtern schreibst. Diese Wörter sollen dich zu einer Idee für die Geschichte anreizen. Dafür musst du alle Reizwörter sinnvoll in deinen Aufsatz einbauen.
Der Text besteht aus drei Abschnitten, die logisch aufeinander aufbauen:
❓ Die Einleitung klärt die W-Fragen (wer, was, wann, wo).
🫣 Der Hauptteil führt zu einem spannenden Höhepunkt führt.
🎀 Der Schluss rundet deine Geschichte ab.
Außerdem braucht deine Geschichte eine Überschrift, die den Leser neugierig macht.
Reizwortgeschichte schreiben: Schritt für Schritt
Um eine gute Reizwortgeschichte zu schreiben, gehst du in drei Schritten vor:
📏 Planen — Du ordnest die Reizwörter und entwickelst einen kurzen Mini-Plan mit Figuren, Ort, Problem und Höhepunkt.
📝 Schreiben — Du formulierst Einleitung, Hauptteil und Schluss und bindest die Reizwörter sinnvoll ein.
🔎 Überarbeiten — Du prüfst, ob deine Geschichte alle Anforderungen erfüllt. Achte dabei auch auf Fehler in der Rechtschreibung und bei Formulierungen.
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Schritt 1: Reizwortgeschichte planen
Als Erstes schaust du dir die Reizwörter an. Falls du ein Wort nicht kennst, schlage es erst einmal nach.
Danach ordnest du die Reizwörter den Kernfragen zu:
- Wer? Die Figuren
- Wo und wann? Ort und Zeit
- Was ist das Problem? Die Situation, um die sich deine Geschichte dreht
- Was ist der Höhepunkt? Die spannendste Stelle
- Was ist die Lösung? Der Ausgang der Geschichte
Dadurch kannst du die Reizwörter sinnvoll einbinden. Außerdem weißt du jetzt, wie deine Geschichte verlaufen muss.
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➡️Beispiel: Du sollst eine Reizwortgeschichte mit den Reizwörtern Wald, Schlüssel, Gewitter und alte Hütte schreiben.
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Schritt 2: Reizwortgeschichte schreiben
Jetzt setzt du deinen Plan um. Dafür formulierst du eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss.
Für die Einleitung reichen ein bis drei Sätze. Du stellst deine Figuren vor und zeigst, wo und wann die Geschichte spielt.
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➡️Beispiel: Es war ein warmer Dienstagnachmittag, als Leon und seine Freundin Mia gut gelaunt durch den dichten, grünen Wald spazierten. Sie wollten eigentlich nur eine kleine Runde drehen, doch die Zeit verging wie im Flug. |
Der Hauptteil ist der längste Teil deiner Geschichte. Er führt Schritt für Schritt zum Höhepunkt.
Nutze Bindewörter, die sich auf die zeitliche Abfolge beziehen — wie z. B. dann, plötzlich oder währenddessen. Mit diesen zeitlichen Bindewörtern kannst du die Ereignisse logisch miteinander verbinden.
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➡️Beispiel: Aber plötzlich wurde es ganz dunkel am Himmel. Die Vögel hörten auf zu singen und ein heftiges Gewitter zog auf. Ein lauter Donner krachte und es fing stark an zu regnen. „Schnell, wir müssen Schutz suchen!“, rief Mia erschrocken. Die beiden rannten los. Da entdeckten sie eine alte Hütte zwischen den Bäumen. Sie liefen direkt zur Tür, doch dann kam der große Schreck: Sie war fest verschlossen! Der Regen prasselte auf die Terrasse und bei jedem Blitz zuckte Mia zusammen. „Bitte Leon, wir müssen irgendwie in die Hütte kommen!“, schrie sie vor Angst. Leon überlegte fieberhaft. Er sah sich genau um. Neben der Tür lag ein flacher Stein, der mit Moos bedeckt war. Leon dachte: Vielleicht liegt dort etwas? Er bückte sich und drehte den Stein um. |
Der Schluss ist wieder kurz. Er löst das Problem aus dem Höhepunkt auf. Neue Figuren oder Probleme solltest du deshalb nicht mehr einführen.
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➡️Beispiel: Tatsächlich! Unter dem Stein lag ein alter Schlüssel. Leon freute sich riesig. Er steckte den Schlüssel schnell ins Schloss und drehte ihn herum. Die Tür ging auf und die beiden schlüpften erleichtert ins Trockene. Draußen donnerte es noch mal ganz laut, aber sie waren endlich in Sicherheit. |
Schritt 3: Reizwortgeschichte überarbeiten
Lies deine Geschichte nach dem Schreiben einmal vollständig durch. Achte dabei aber nicht nur auf Grammatik- oder Rechtschreibfehler.
Prüfe auch, ob du alle Reizwörter eingebaut hast, und die Handlung der Geschichte durch einen roten Faden miteinander verbunden ist.
Außerdem überprüfst du, ob du die 1. Vergangenheit (Präteritum) benutzt hast und bei der selben Erzählform (erste oder dritte Person) geblieben bist.
So nutzt du die richtige Zeitform in einer Reizwortgeschichten
Reizwortgeschichten stehen in der 1. Vergangenheit, weil das die Zeitform des Erzählens ist. Du kennst die 1. Vergangenheit vielleicht auch als Präteritum oder Imperfekt.
➡️ Mia schreit um Hilfe. → Mia schrie um Hilfe.
➡️ Leon findet den Schlüssel. → Leon fand den Schlüssel.
Manchmal willst du aber zeigen, dass ein Ereignis noch vor der Haupthandlung stattgefunden hatte. Dafür gibt es das Plusquamperfekt (3. Vergangenheit).
➡️ Am Morgen hatte Leon noch einen Regenschirm eingepackt, doch jetzt konnte er ihn nicht mehr finden.
So machst du deine Reizwortgeschichte spannender
Bei einer guten Reizwortgeschichte baut sich die Spannung langsam bis zum Höhepunkt auf. Sie löst sich erst auf, wenn die Figuren das Problem lösen.
Um Spannung aufzubauen, kannst du ein paar Tricks anwenden:
1. Zeitliche Bindewörter
Zeitliche Bindewörter wie kurz darauf, danach oder während helfen dir, die Handlung aufzubauen. Sie zeigen dem Leser, was als nächstes passiert. So wirkt die Geschichte nicht sprunghaft.
2. Verzögerungen
Kurz vor dem Höhepunkt kannst du die Spannung noch steigern, indem du kleine Verzögerungen einbaust. Lass deine Figur zum Beispiel stolpern, kurz innehalten oder etwas Unerwartetes bemerken. Dadurch wird der Leser ungeduldig und er fiebert mehr auf das Ende hin.
3. Kurze Sätze
Schreibe am Höhepunkt selbst nur kurze Sätze. Die erhöhen das Tempo und machen eine Szene aufregender.
4. Frage- und Ausrufezeichen
Frage-
und Ausrufezeichen
können die Spannung noch verstärken. Setze sie aber sparsam ein. Ein einziger Ausrufesatz an der richtigen Stelle wirkt stärker als viele hintereinander.
5. Details
Wenn du eine Szene detaillierter beschreibst, wirkt sie glaubwürdiger. Das kann zum Beispiel ein Geräusch sein, ein Geruch oder eine genaue Beobachtung einer Figur. Füge aber nur Details ein, die wirklich zur Handlung passen, sonst lenken sie zu sehr ab.
6. Wörtliche Rede
Die wörtliche Rede
macht deine Geschichte lebendiger. Sie zeigt genau, was eine Figur sagt, und bringt den Leser damit mitten ins Geschehen. Dadurch macht sie die Spannung direkt spürbar.
➡️ Leon ruft aufgeregt: „Schau! Ich hab einen Schlüssel gefunden.“
➡️ „Hoffentlich passt der auch“, erwidert Mia.
Checkliste für deine Reizwortgeschichte
Du hast deine Reizwortgeschichte geschrieben? Super! Gehe jetzt nochmal diese Checkliste durch und überprüfe, ob du alle Punkte abhaken kannst:
Reizwörter und roter Faden
✓ Kommen alle Reizwörter vor?
✓ Passt jedes Reizwort in seinem Satz oder klingt es unnatürlich?
✓ Folgt die Handlung einer klaren Linie ohne Sprünge?
✓ Führt die Handlung zu einem spannenden Höhepunkt?
Zeitform und Erzählform
✓ Steht die gesamte Geschichte in der 1. Vergangenheit (Präteritum)?
✓ Bleibt die Erzählform durchgehend gleich und wechselt du nicht zwischen erster und dritter Person?
Wörtliche Rede
✓ Stehen die Anführungszeichen
richtig: vorne unten und hinten oben?
✓ Folgt nach der wörtlichen Rede ein Komma vor dem Redebegleitsatz?
✓ Hast du die Satzzeichen
der wörtlichen Rede richtig gesetzt?
✓ Beginnt ein neuer Absatz, wenn die sprechende Person wechselt?
Sprache und Rechtschreibung
✓ Fangen die Sätze abwechslungsreich an und nicht immer mit dem gleichen Wort?
✓ Hast du auch schwierige Wörter richtig geschrieben?
Du kannst alle Punkte bei deiner Reizwortgeschichte abhaken? Super! Dann kannst du den Aufsatz jetzt bei deinem Lehrer abgeben.
Reizwortgeschichte — Beispiel
Zum Abschluss haben wir noch ein komplettes Beispiel für dich.
In einer Schulaufgabe werden dir diese Reizwörter vorgegeben: Sommer — Geburtstag — Freizeitpark — Achterbahn
Eine passende Reizwortgeschichte könnte so aussehen:
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Der wilde Ritt im Sommer Es war ein herrlicher, heißer Tag im Sommer. Ich feierte meinen neunten Geburtstag und lud meine besten Freunde ein. Gemeinsam fuhren wir in einen großen Freizeitpark. Wir stellten uns sofort an der riesigen Achterbahn an. Als wir endlich im Wagen saßen, schlug mein Herz ganz fest. Der Bügel schloss sich mit einem lauten Klick. Langsam fuhr die Bahn nach oben. Höher und höher. Doch plötzlich gab es einen heftigen Ruck. Die Bahn stoppte mitten auf dem Hügel! Nichts ging mehr. „Hilfe, wir sitzen fest!“, rief Ben erschrocken. Die Sonne brannte uns ins Gesicht. Ich schaute mich panisch um. Da entdeckte ich einen roten Knopf am Bügel. „Drückt alle gleichzeitig eure Bügel nach unten!“, rief ich meinen Freunden zu. Wir nahmen all unsere Kraft zusammen und drückten. Es knackte laut. Plötzlich ratterte die Bahn wieder los und schoss im Sturzflug nach unten! „Aaaaah!“, schrien wir vor Erleichterung. Nach der Fahrt zitterten meine Beine. Wir klatschten uns glücklich ab. Wir hatten es geschafft! |
Geschichten verstehen
Die Reizwortgeschichte gehört zu den Geschichten und ist eine bekannte Form des freien Erzählens. Wer sich mit Geschichten beschäftigt, achtet auf Aufbau, Figuren, Sprache und Spannung. So wird klar, wie aus einzelnen Ideen ein roter Faden und eine runde Handlung entsteht. Weitere Videos dazu findest du in unserem Deutschbereich.