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Du fragst dich, was eine Rollenbiographie ist und wie sie dir am besten gelingt? Wir zeigen dir anhand von Beispielen, was du beim Schreiben einer Rollenbiographie beachten musst. Hier geht’s direkt zum Video !

Was ist eine Rollenbiographie?

Eine Rollenbiographie ist eine bestimmte Textart, in der du eine fiktive Figur aus einem Theaterstück oder einem Buch vorstellst. Das tust du, indem du aus der Sicht dieser Figur (Ich-Form) ihre Eigenschaften und Besonderheiten beschreibst. Dadurch kannst du die Figur besser kennenlernen und dich in sie hineinversetzen.

Zur Beschreibung gehören die äußere Erscheinung, die inneren Werte und die Persönlichkeitsmerkmale der fiktiven Figur. Hinzu kommen Informationen zu ihrer Vergangenheit, Zukunft und aktuellen Situation.

Rollenbiographie – Leitfaden

Als Vorbereitung für deine Rollenbiographie kannst du eine Charakterisierung , eine Personenbeschreibung oder einen Steckbrief verfassen. Der Unterschied zu diesen Textformen ist, dass eine Rollenbiographie eine Figur aus der Ich-Perspektive darstellt. Du übernimmst also die Rolle der Figur und beschreibst, wie sie sich selbst sieht. Bei den anderen Textarten beschreibst du eine Figur aus einer Außenperspektive.

Der folgende Leitfaden hilft dir, mögliche Eigenschaften der Figur zu sammeln, die du untersuchst.

Allgemeines

  • Vorname, Nachname, Alter, Herkunft (Geburtsort, Wohnort), Nationalität, Beruf

Äußere Erscheinung

  • Körperliche Merkmale: Größe, Statur, Augenfarbe, Haarfarbe und -länge, …
  • Kleidung: bevorzugte Kleidungsstücke, besondere Kleidung, …
  • Besondere körperliche Merkmale: Muttermale, Narben, Wunden, Tätowierungen, …
  • Körperliche Auffälligkeiten: Behinderungen, körperliche Leiden, künstliche Körperteile (Zähne, Arme, Beine, usw.), … 

Innere Werte

  • Moralische Werte: Was hält die Figur für richtig oder falsch?
  • Einstellung zum Leben: Wie sieht die Figur das eigene Leben? Was hält sie für wichtig (Familie, Freunde, Beruf, Religion, …)?
  • Intelligenz: Bildungsgrad, Abschlüsse, Wissen (allgemein und speziell zu einem Thema)
  • Vorlieben und Abneigungen: Was mag die Figur besonders gern und was gar nicht?
  • Ängste: Hat die Figur Befürchtungen, Sorgen oder sogar Ängste?
  • Stärken und Schwächen: Was fällt der Figur leicht und was schwer?
  • Beziehungen: Hat die Figur Freunde und wer sind diese? Was bedeuten die Freunde der Figur?

Besonderheiten und Eigenarten

  • Sprache: Fällt etwas bei der Sprechweise der Figur auf? Stottert sie, hat sie einen Dialekt oder Akzent?
  • Mimik und Gestik: Gibt es Besonderheiten beim Gesichtsausdruck oder der Körpersprache der Figur? Macht sie besondere Bewegungen? Hat sie auffällige Ticks?
  • Psychische Besonderheiten: Hat die Figur psychische Probleme, Halluzinationen oder Wahnvorstellungen?

Sprache

  • Sprechweise: Wie spricht die Figur? Spricht sie schnell / langsam, leise / laut, undeutlich, hektisch, …
  • Wortwahl: Benutzt die Figur Fremdwörter oder Umgangssprache? Nutzt sie rhetorische Mittel ?
  • Auffälligkeiten in der Sprache: Belehrt die Figur gerne? Ist sie vorlaut oder zögerlich?

Versuche beim Schreiben deiner Rollenbiographie, die Sprache der Figur nachzuahmen! Die Schreibweise soll nämlich ihre sprachlichen Besonderheiten widerspiegeln. Wenn dein Charakter also ein Professor ist, dann sollte dein Sprachstil eine gehobenere Ausdrucksweise haben. Ist deine Figur ein Schüler, könnte die Sprache umgangssprachlicher sein.

Geschichte der Figur

  • Vergangenes: Herkunft, besondere Erlebnisse, Familie, Freunde, Liebe, …
  • Aktuelles: jetzige Lebenssituation, Freunde, Verwandte, Partnerschaft, Hobbies, Beruf, …
  • Zukünftiges: Wünsche, Pläne, Träume, Ziele, Hoffnungen, …

Beziehungen

  • Gemeinschaft: Ist die Figur in einer Gemeinschaft integriert (Verein, Religion, …)?
  • Beliebtheit: Ist sie beliebt / unbeliebt, hat sie Feinde?
  • Vereinigungen: Ist sie politisch oder sozial aktiv?

Achtung: Auch wenn du natürlich auf verschiedene Aspekte deiner Figur eingehen musst, findest du in dieser Sammlung lediglich Vorschläge für das Schreiben deiner Rollenbiographie. Es lassen sich nämlich nicht immer alle Aspekte zu deiner Figur im Werk finden. Andererseits fallen dir vielleicht noch Eigenschaften ein, die nicht in der Liste, aber charakteristisch für deine Figur sind.

Rollenbiographie schreiben

Jetzt hast du dich detailliert mit der Rolle beschäftigt und wichtige Fakten und Merkmale der Figur gesammelt. Als Nächstes kannst du also deine Rollenbiographie schreiben.

Eine Rollenbiographie wird als Monolog , also als eine Art Selbstgespräch, verfasst. Es gilt:

  • eine Rollenbiographie schreibst du in Ich-Form aus der Sicht deiner fiktiven Figur
  • deinen Aufsatz formulierst du immer im Präsens
  • es gibt zwar für den Aufbau einer Rollenbiographie kein bestimmtes Muster, nach dem du dich richten musst, aber Themen, die zusammengehören, solltest du sinnvoll verknüpfen
  • die Länge einer Rollenbiographie umfasst in der Regel eine halbe bis eine Seite

Der Leser soll die äußeren und inneren Eigenschaften und Besonderheiten des Charakters in deinen Formulierungen wiedererkennen. Somit sind die Sprache der Figur und sonstige Auffälligkeiten besonders wichtig beim Schreiben! Benutzt dein Charakter zum Beispiel englische Fremdwörter oder rhetorische Mittel wie zum Beispiel Hyperbeln (Übertreibungen), dann sollte dein Text diese auch enthalten.

Rollenbiographie – Beispiel

Wie fängst du eine Rollenbiographie an? Ein guter Einstieg ist, den Leser zuerst zu begrüßen und dann ein paar allgemeine Informationen zu der Figur zu geben.

Schau dir das folgende Rollenbiographie Beispiel zum Einstieg für die Märchenfigur Rotkäppchen an:

„Guten Tag, ich heiße Rotkäppchen. Meine Großmutter gab mir diesen Namen, nachdem sie mir ein Käppchen aus rotem Samt schenkte. Es ist mir das liebste Geschenk, weshalb ich es immer trage. Ich versuche stets eine brave Tochter und Enkeltochter zu sein. Leider sehe ich nicht immer alle Gefahren. Ei, erst heute entkam ich einem fürchterlichen Ereignis! Heute Morgen, da war noch alles gut, denn ich sollte Großmutter ein Stück Kuchen und eine Flasche Wein in ihr Haus bringen. Sie sagte noch, ich solle nicht vom Weg abkommen. Der Wald aber war voller Blumen, die wollte ich Großmutter gewiss mitbringen. So erkannte ich auch nicht, dass der Wolf, den ich traf, eine große Gefahr ist. Ach, wie naiv ich doch war!“

Zuerst nennt Rotkäppchen ihren Namen und erklärt, wie sie ihn bekommen hat. Das ist hier wichtig zu erwähnen, da das Kleidungsstück eine Besonderheit darstellt. Das rote Käppchen beschreibt damit nicht nur die äußere Erscheinung der Figur, sondern verleiht ihr diesen auffälligen Namen. Außerdem zeigt es, dass sie ihrer Großmutter nahesteht, da das rote Käppchen ihr Lieblingskleidungstück ist.

Weitere Beschreibungen zur Beziehung zu ihrer Mutter und Großmutter verdeutlichen innere Werte der Figur. Du siehst auch, dass etwas zu Rotkäppchens Vergangenheit gesagt wird. Die Figur erzählt von ihrer Begegnung mit dem Wolf. Du findest also bedeutsame Ereignisse zur Geschichte des Charakters. Auch eine Schwäche, nämlich Rotkäppchens Naivität, kommt öfter vor. Um die Sprache der Figur nachzuahmen, wurden in diesem Beispiel die Ausrufe „Ei“ und „Ach“ verwendet. Im Märchen benutzt Rotkäppchen sie einige Male. Das ist also eine sprachliche Besonderheit, die du in deine Rollenbiographie einbringen kannst.

Rollenbiographie schreiben – Zusammenfassung

Hier sind nochmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst, damit dir eine perfekte Rollenbiographie gelingt:

  • Nutze die Ich-Form, um aus der Sicht der Figur zu schreiben.
  • Achte auf sprachliche Besonderheiten und sonstige Eigenarten der Figur.
  • Du musst nicht alle Punkte aus dem Leitfaden nutzen. Überlege, was die Figur von sich preisgeben würde und was nicht. Könnte sie etwas anders darstellen wollen?
  • Schreibe deine Rollenbiographie immer im Präsens.

Rhetorische Mittel

Brauchst du eine Auffrischung zu den rhetorischen Mitteln, damit du die sprachliche Eigenart deiner Figur ganz genau nachahmen kannst? Kein Problem, die wichtigsten rhetorischen Mittel findest du in unserem Video .

Zum Video: Rhetorische Mittel
Zum Video: Rhetorische Mittel

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