Literarische Werke
Woyzeck
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Du möchtest mehr über Georg Büchners Lebenslauf wissen und warum er so ein berühmter Schriftsteller ist? Dann bist du hier genau richtig! In diesem Beitrag und im Video erfährst du alles, was du über Georg Büchners Werke und sein Leben wissen solltest.

Wer war Georg Büchner?

Karl Georg Büchner (1813 – 1837), meistens nur Georg Büchner genannt, ist einer der bedeutendsten Dramatiker der deutschen Literaturgeschichte. Obwohl er nur 23 Jahre alt wurde, zählt Büchner bis heute zu den wichtigsten Vertretern der Epoche des Vormärz (1815 – 1848).

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Georg Büchner

Georg Büchner war ein politischer Schriftsteller. Er schrieb Dramen und Flugblätter, in denen er die sozialen Missstände seiner Zeit kritisierte und die Bauern und Bürger zum Kampf gegen die adelige Oberschicht aufrief. Damals war Büchner seiner Zeit weit voraus, doch heute sind seine Werke überall bekannt. Vielleicht hast auch du schon mal von Georg Büchners Drama „Woyzeck“ (1837) oder dem Lustspiel „Leonce und Lena“ (1836) gehört.  

Georg Büchner – Lebenslauf

Georg Büchner führte ein kurzes, aber spannendes Leben. Hier stellen wir dir die wichtigsten Stationen der Georg Büchner Biographie vor:

1813 🧸 Geburt in Goddelau in Hessen 
1816 🏡 Umzug der Familie nach Darmstadt
1819 – 1831 📚 Schulische Ausbildung und Qualifikationen zum Studium 
1829 – 1830 📜 Aufsatz „Helden-Tod der vierhundert Pforzheimer“ 
1831 – 1833 📙 Medizinstudium in Straßburg (Frankreich) und Verlobung 
1833 🏡 Rückkehr nach Darmstadt (Deutschland)
1834 📰 Veröffentlichung des Flugblatts „Der Hessische Landbote“ 
1835 📝 Steckbrieflich gesucht, Flucht nach Straßburg, Übersetzen und Schreiben vieler Dramen 
1836 🗺️ Umzug nach Zürich, Erstellung des Lustspiels „Leonce und Lena“ 
1837 ✝️ Tod in Zürich durch die Krankheit Typhus
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Georg Büchner – Lebenslauf

Kindheit und Familie

Georg Büchner kam am 17. Oktober 1813 in Goddelau in Hessen auf die Welt. Er war das älteste von sechs Kindern von Dr. Ernst und Caroline Büchner. Im Haus der Büchners herrschte trotz der väterlichen Strenge eine freiheitliche Stimmung, die es Georg erlaubte, sich mitzuteilen und offene Diskussionen zu führen. Damit prägte sein Elternhaus seine spätere Einstellung stark: Georg Büchner setzte sich nämlich für soziale Gerechtigkeit und den Widerstand gegen die Obrigkeit ein. 

Schulische Ausbildung

1816 zog die Familie Büchner nach Darmstadt, weil der Vater dort eine neue Anstellung als Amtsarzt der Regierungsstadt angenommen hatte. Zunächst unterrichtete Georg Büchners Mutter ihn zu Hause. Dabei lehrte sie ihn lesen, schreiben und rechnen. Mit acht Jahren wurde Georg Büchner in eine private Lehranstalt geschickt, um dort an seine bisherige Ausbildung anzuknüpfen.

Während seiner Schulzeit lernte Büchner auch Fremdsprachen wie Griechisch, Latein und Französisch. Um diese zu vertiefen, wechselte er 1825 die Schule. Schon in dieser Zeit entdeckte Georg Büchner seine Liebe zum Schreiben und brachte einige nennenswerte Arbeiten zu Papier, unter anderem auch den Aufsatz „Helden-Tod der vierhundert Pforzheimer“.

In dem Text schrieb Georg Büchner über vierhundert Bürger Pforzheims, die angeblich zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges ihr Leben geopfert hatten, um den Rückzug ihres Fürsten zu decken. Sie starben also für ihren Fürsten und die Freiheit ihres Glaubens. Die Möglichkeit, die eigenen Überzeugungen frei zu äußern, empfand Georg Büchner als besonders wichtig.

Medizinstudium in Straßburg

Nach seinem Schulabschluss ging Georg Büchner nach Straßburg in Frankreich, um Medizin zu studieren. Dort fand er eine aufgewühlte politische Situation vor, denn ein Jahr zuvor hatte die französische Julirevolution stattgefunden. Auslöser dafür war die Unzufriedenheit des Bürgertums mit ihrem König, der die Adligen noch mächtiger machen wollte. Zudem interessierte er sich laut Bürgertum zu wenig für die Bürger seines Landes. Während der Julirevolution stießen sie ihm vom Thron und ersetzten ihn mit einem bürgerlichen König.  

Folglich waren viele französische Studenten politisch engagiert. Ihnen schloss sich Georg Büchner an und trat der Studentenverbindung Eugenia bei. Er war beeindruckt von ihrem fortschrittlichen Denken und verglich die Lage mit Deutschland. Denn dort war freie Meinungsäußerung nicht gern gesehen und der Staat griff stärker ins Leben der Menschen ein als in Frankreich.

Außerdem lernte Georg Büchner in dieser Zeit die drei Jahre jüngere Wilhelmine Jaeglé kennen. Sie war die Tochter des Pfarrers, in dessen Haus Büchner während seines Studiums wohnte. Im Jahr 1832 verlobten sich Büchner und Wilhelmine heimlich, ohne es ihren Freunden oder Familien zu erzählen.

Rückkehr nach Deutschland

Zur damaligen Zeit durfte Georg Büchner nur maximal zwei Jahre außerhalb von Darmstadt studieren. Deshalb musste er 1833 wieder nach Deutschland zurückkehren und wechselte an die Universität in Gießen.

Für Georg Büchner stellte die politische Situation in Deutschland einen großen Unterschied zu Frankreich dar. Es kam immer wieder zu Gewalttaten gegen die Landbevölkerung und zu menschenunwürdigem Verhalten der Oberschicht gegen die Bürger. Diese Situation und die Entfernung zu seiner Verlobten belastete Georg Büchner sehr und er bekam gesundheitliche Probleme. 

Auch mit seinen Kommilitonen kam Büchner nicht gut aus. Sie waren ihm zu weit vom Stand normaler Bürger entfernt. Aus Frankreich war er es nämlich gewohnt, dass die Bürger einen wichtigen Platz in der Gesellschaft einnahmen und nicht einfach ignoriert wurden.

Außerdem interessierten sich die Studenten in Deutschland überhaupt nicht für die politische Situation. Im Gegensatz dazu waren die Studierenden in Frankreich sehr interessiert an der aktuellen Politik und äußerte sich auch kritisch dazu. Eine solche Kritik war in Deutschland allerdings riskant und konnte dazu führen, dass man eingesperrt wurde.

Der hessische Landbote

Trotz des Risikos, verhaftet zu werden, schloss sich Georg Büchner der Oppositionsbewegung an und trat den revolutionären Kreisen der Gießener Studentenschaft bei. Mit ihnen gründete er auch den Gießener Ableger der geheimen „Gesellschaft der Menschenrechte“. Die Vereinigung hatte zum Ziel, dass normale Bürger Zutritt zum Kreis von Studenten und zum Wissen der Universitäten erhielten. Zudem wehrten sie sich gegen den in Deutschland üblichen Eingriff des Staates in das tägliche Leben der Bürger.

Durch die Mitgliedschaft in der Vereinigung wurde Georg Büchner ermutigt, 1834 die FlugschriftDer Hessische Landbote“ zu veröffentlichen. Büchner rief damit die hessischen Bauern auf, sich gegen die Unterdrückung durch die herrschende Oberschicht zu wehren. Die Oppositionellen des Landes kritisierten Georg Büchner stark, während die Landbevölkerung jubelte und für eine zweite Auflage der Flugschrift sorgte.

Gut zu wissen: Eine Flugschrift ist eine Broschüre, in der oft anonym kontroverse politische Einstellungen geteilt werden. Damit gehören Flugschriften zu den Vorgängern von Tageszeitungen.

Georg Büchner – Steckbrief und „Dantons Tod“

Kurz nach dem Erscheinen des zweiten Exemplars „Der Hessische Landbote“ geriet Georg Büchner ins Visier der Regierungsstellen und wurde über einen Steckbrief landesweit gesucht. Der Steckbrief ist ein Mittel, um Kriminelle öffentlich zu suchen und zu deren Festnahme aufzurufen.  Um einer Verhaftung zu entgehen, entschied sich Büchner 1835 nach Straßburg zu fliehen.

Da er für seine Flucht Geld benötigte, schrieb Büchner das Drama Dantons Tod“. Es gelang ihm aber nicht, das Werk rechtzeitig vor seiner Flucht zu vollenden. Im März verließ Büchner Deutschland und erst im Juli veröffentlichte er das Drama.

Durch das verspätete Erscheinen war Georg Büchner in Geldnot geraten. Deshalb übersetzte er die Dramen „Lucretia Borgia“ und „Maria Tudor“ von Victor Hugo, für die er bezahlt wurde. Sein Arbeitseifer führte im Herbst des Jahres zu seiner Erzählung „Lenz“, die von den seelischen Qualen des Jakob Lenz berichtet, der – wie Georg Büchner selbst – ein Schriftsteller war. 

Einige Wochen später brachte Georg Büchner auch sein Lustspiel „Leonce und Lena“ heraus. Beim Lustspiel handelt es sich um eine Form der Komödie, bei der die Handlungspersonen aber nicht lächerlich gemacht werden. In dieser Zeit soll auch das Drama „Pietro Aretino“ entstanden sein, das heute als verschollen gilt. Es ist allerdings nicht sicher geklärt, ob das Drama wirklich existiert hatte oder ob es sich nur um eine Legende handelt.

Tod Georg Büchners

Aufgrund seines Arbeitseifers schaffte es Georg Büchner im Jahr 1836 seine Doktorarbeit fertigzustellen. Kurz darauf legte er seine Arbeit der Universität von Zürich vor. Die ernannte ihn daraufhin zum Doktor der Philosophie und gab ihm eine Anstellung als Dozent. Georg Büchner zog daraufhin in die Schweiz und hielt schon bald seine erste Probevorlesung. Zur gleichen Zeit begann Büchner an seinem bekanntesten Werk „Woyzeck zu schreiben. 

Bevor Georg Büchner weitere Vorlesungen in Zürich halten konnte, erkrankte er Anfang Februar 1837 an Typhus. Angesteckt hatte sich Georg Büchner vermutlich bei seiner Arbeit mit wissenschaftlichen Experimenten. Er kämpfte mit Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Der Tod kam schnell, am 19. Februar 1837 starb Georg Büchner im Beisein seines Mitbewohners und seiner Verlobten. Durch seinen frühen Tod mit nur 23 Jahren blieb das Drama „Woyzeck“ ein Fragment, also ein unfertiges Stück.

Georg Büchner – Werke

Georg Büchner hat es trotz seines kurzen Lebens geschafft, einige bedeutende Werke zu schreiben. Zudem hat er auch einige Dramen ins Deutsche übersetzt.

In dieser Übersicht haben wir Georg Büchners Werke für dich aufgelistet:

  • Helden-Tod der vierhundert Pforzheimer; Aufsatz (1829-1830)
  • Der hessische Landbote; Flugschrift (1834)
  • Dantons Tod; Drama (1835)
  • Lenz; Novelle (1835)
  • Lucretia Borgia; Übersetzung des Dramas (1835)
  • Maria Tudor; Übersetzung des Dramas (1835)
  • Leonce und Lena; Lustspiel (1836)
  • Pietro Aretino; Drama verschollen (1836)
  • Woyzeck; Drama blieb unvollendet (1879)

Georg Büchner – Steckbrief

Damit du den Überblick nicht verlierst, haben wir hier nochmal das Wichtigste über Georg Büchner in einem Steckbrief zusammengefasst:

Lebensdaten

17. Oktober 1813 – 19. Februar 1837

Ausbildung Studium der Medizin
Epoche Vormärz
Bekannteste Werke

Dantons Tod (1835)

Leonce und Lena (1836)

Woyzeck (1879 unvollendet)

Vormärz

Jetzt kennst du dich mit Georg Büchner und seinem Leben bestens aus. Du möchtest wissen, wie er mit der Epoche des Vormärz zusammenhängt? Dann schau bei unserem Video vorbei und lerne, warum er ein typischer Vertreter dieser Literaturepoche war.

Zum Video: Vormärz
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