Literarische Werke
Werke bis zum 18. Jahrhundert
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Antigone – Übersicht

Das Drama handelt von der Griechin Antigone und ihrem Bruder Polyneikes, der in einer Schlacht ums Leben kommt. Antigone möchte ihn beerdigen, doch König Kreon verbietet ein Begräbnis. Denn für ihn ist Polyneikes ein Verräter. Zwischen den Charakteren entsteht ein Streit darüber, ob die Befehle des Königs oder der eigene Glaube einen höheren Stellenwert haben.

  • Uraufführung: 442 v. Chr.
  • Autor: Sophokles
  • Gattung: Drama
  • Epoche: Antike (klassische griechische Literatur)
  • Hauptfiguren: Antigone, Polyneikes, Kreon, Haimon, Ismene
  • Gut zu wissen: „Antigone“ ist das letzte Drama in der sogenannten „Thebanischen Trilogie“. Die Trilogie umfasst insgesamt drei Dramen. Sie gilt als Sophokles‘ einflussreichstes Werk und handelt von Antigone und ihrer Familie.  

Antigone – Inhaltsangabe

Der junge Grieche Polyneikes stirbt in der Schlacht um Theben. Für König Kreon ist er ein Verräter, da er seine eigene Stadt angegriffen hat. Daher verbietet er, dass Polyneikes bestattet wird. Doch Polyneikes‘ Schwester, Antigone, widersetzt sich dem Verbot. Sie ist sehr gläubig und führt heimlich die Beerdigung ihres Bruders durch. Denn laut den Göttern müsse jede Person angemessen bestattet werden, damit ihre Seele ins Totenreich übergehen könne. Antigone gerät in einen Streit mit Kreon, ihrem Onkel, über Gesetze und Glaube.

Kreon verurteilt Antigone zum Tode. Ihr Verlobter Haimon, Kreons Sohn, kann ohne Antigone nicht leben und bringt sich daraufhin um. Auch Haimons Mutter, Kreons Frau, begeht Selbstmord, als sie von dem Tod ihres Sohnes erfährt. König Kreon bereut seinen Starrsinn, denn durch sein eisernes Festhalten an dem Bestattungsverbot hat er schließlich drei Familienangehörige verloren.

Antigone – Figurenkonstellation

Hier siehst du alle wichtigen Figuren des Werks und welche Beziehung sie zueinander haben.

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Antigone – Figurenkonstellation

Antigone

  • Nichte von König Kreon
  • pflichtbewusst, gläubig, entschlossen
  • überzeugt vom Glauben an die Götter
  • begräbt ihren Bruder Polyneikes
  • begeht Selbstmord

Ismene

  • Schwester von Antigone
  • zurückhaltend, ängstlich, unterwürfig
  • will Antigone das Begräbnis ausreden
  • für sie ist das königliche Gesetz wichtiger als der Glaube
  • ist bereit, sich die Strafe mit Antigone zu teilen

Haimon

  • Verlobter von Antigone
  • Sohn von König Kreon
  • vernünftig, gleichzeitig aber emotional und verzweifelt
  • versucht Kreon das Todesurteil auszureden
  • nimmt sich das Leben

Kreon

  • König von Theben
  • machtgierig, entschlossen, überheblich
  • verurteilt Antigone zum Tode
  • am Ende einsichtig und bereut sein Vorgehen
  • verliert durch seine Entscheidungen seine Familie

Weitere Charaktere

  • Polyneikes: Bruder von Antigone, stirbt im Kampf
  • Chor: gibt Hintergrundinformationen über griechische Mythologie und die Schlacht um Theben
  • Chorführer: redet Kreon ins Gewissen
  • Teiresias: blinder Hellseher des Königs
  • Eurydike: Kreons Ehefrau und Haimons Mutter

Antigone – Zusammenfassung

Das Drama spielt vor dem Königspalast in Theben, einer Stadt im antiken Griechenland. Die Handlung erstreckt sich dabei über den Verlauf eines einzigen Tages.

Prolog – Antigone Zusammenfassung

Antigone trauert um ihren verstorbenen Bruder Polyneikes, der im Kampf um die Stadt Theben ums Leben gekommen war. Sein Onkel Kreon, der Herrscher von Theben, ließ Poylneikes‘ Leichnam einfach auf dem Schlachtfeld liegen und wollte ihn nicht bestatten. Denn Polyneikes hatte sich mit dem Angriff auf Theben gegen seinen Onkel und somit auch gegen seine eigene Familie gewandt. Für Kreon gilt Polyneikes deshalb als Verräter.

Antigone hingegen fordert eine angemessene Bestattung ihres Bruders. Die alten Griechen glaubten an viele verschiedene Götter, wie beispielsweise die Götter der Unterwelt. Jeder Mensch sollte nach seinem Tod bestattet werden, damit er in die Unterwelt, also ins Reich der Toten gelangen konnte. Für Antigone ist es also eine Frage des Glaubens, Polyneikes zu beerdigen. Darüber spricht sie im Prolog mit ihrer Schwester Ismene. Diese versucht jedoch, Antigone davon abzuhalten, eine Beerdigung durchzuführen. Denn Kreon hat die Bestattung Polyneikes strengstens verboten und ist sogar bereit, denjenigen zu bestrafen, der sich dem Verbot widersetzt.

Am Ende des Prologs betritt außerdem ein Chor die Bühne. Sein Gesang handelt von der Schlacht um Theben und die Rolle der Götter darin. 

Erster Akt – Antigone Zusammenfassung

Kreon wird zum König von Theben gekrönt und betont in seiner Rede den hohen Stellenwert von Gesetzen. Für ihn sind sie ein wichtiges Mittel, um den Platz des Menschen in der Welt zu bestimmen und so beispielsweise auch die Treue zum Vaterland oder dessen Verrat zu beurteilen. Kreon wird unterbrochen, als ein Wächter hinzukommt. Er berichtet, dass Polyneikes‘ Leiche beerdigt worden sei. Der Chorführer fragt Kreon, ob die Treue zum Vaterland tatsächlich wichtiger sei als der Wille der Götter und eine angemessene Bestattung. Doch Kreon beharrt auf seiner Meinung. 

Zweiter Akt – Antigone Zusammenfassung

Einer der Wachsoldaten entdeckt Antigone, wie sie am Grab von Polyneikes trauert. Sie wird sofort festgenommen und zu Kreon gebracht. Dort gesteht sie, dass sie ihren Bruder bestattet habe. Denn die Götter der Unterwelt fordern die Beerdigung jedes Menschen, egal wie gut oder böse er zu Lebzeiten war. Für Antigone steht ihr Glaube an die Götter über den königlichen Gesetzen. Kreon wird wütend und verurteilt Antigone zum Tode. Ismene möchte ihre Schwester verteidigen und sagt, sie wäre ebenso an der Bestattung beteiligt gewesen. Doch Antigone betont, Ismene sei unschuldig und habe damit nichts zu tun. Außerdem hat sie keine Angst davor zu sterben, da sie im Totenreich Polyneikes wiedersehen wird.

Dritter Akt – Antigone Zusammenfassung

Antigones Verlobter Haimon erfährt ebenfalls von ihrer bevorstehenden Todesstrafe. Haimon ist Kreons Sohn und ist entsetzt über das Urteil seines Vaters. Die beiden beginnen zu streiten, wobei Haimon Kreon vorwirft, die Götter zu missachten und seine Macht als König schamlos auszunutzen. Kreon erzählt seinem Sohn, er werde Antigone lebendig in eine Grabkammer einmauern lassen. Nun ist Haimon fest entschlossen, ebenfalls sterben zu wollen, wenn seine Verlobte hingerichtet wird. Auch der Chor ist noch anwesend und weiß nicht, für welche Seite er Partei ergreifen soll. Zwar ist er dem König gegenüber treu, jedoch hat er auch Mitgefühl mit Antigone. 

Vierter Akt – Antigone Zusammenfassung

Antigone ist traurig darüber, dass sie sterben muss, bevor sie Haimon heiraten konnte. Doch gleichzeitig ist sie glücklich, ihre verstorbenen Verwandten im Totenreich wiederzusehen. Sie betont die Liebe zu ihrem Bruder, der für sie einzigartig sein und dass sie niemals jemanden so lieben könne wie Polyneikes. Kreon drängt die Wachen, Antigone endlich zum Grab zu bringen, in dem sie eingemauert werden soll.

Fünfter Akt – Antigone Zusammenfassung

Im letzten Akt tritt der blinde Hellseher Teiresias auf, der Kreon schlechte Nachrichten überbringt. Er fordert, dass Polyneikes ein anständiges Begräbnis bekommt. Kreon selbst hätte nicht mehr lange zu leben und aus Rache für die fehlende Beerdigung würden die Unterweltgötter einen von Kreons Verwandten sterben lassen. Kreon wird wütend und wirft Teiresias vor, bestochen worden zu sein. Doch der Chor weist den König darauf hin, dass Teiresias‘ Voraussagen in der Vergangenheit immer eingetreten waren. Obwohl es Kreon große Überwindung kostet, stimmt er der Beerdigung schließlich zu und will Antigone wieder befreien.

Schlussszene – Antigone Zusammenfassung

Die Voraussagen von Teiresias machen Kreon Angst und er beginnt, seine Taten zu hinterfragen. Doch es ist bereits zu spät, um die Dinge noch zum Guten zu wenden. Antigone hat sich bereits in der Grabkammer erhängt und auch Haimon hat sich das Leben genommen. Als Eurydike, Haimons Mutter und Kreons Frau, davon erfährt, begeht auch sie Selbstmord. Der Chorführer erklärt dem trauernden König, dass er selbst schuld sei an den tragischen Ereignissen. Kreon stimmt ihm zu. Er erkennt sein arrogantes Verhalten und sieht den Tod seiner Familie als Strafe der Götter.

Antigone – Interpretation

Neben der Zusammenfassung ist es auch wichtig, einige Interpretationsansätze für „Antigone“ zu kennen. Zwei davon stellen wir dir jetzt vor. 

Der Konflikt zwischen Gesetz und Glaube zieht sich durch das ganze Drama. König Kreon verbietet es, Polyneikes zu bestatten und verhängt sogar eine Strafe, sollte jemand gegen das Verbot verstoßen. Für ihn ist das Gesetz das Maß aller Dinge, denn nur durch Recht und Ordnung kann eine Stadt wie Theben funktionieren. Kreon als König hat die Aufgabe, sein Volk durch Gesetze zu schützen und ihnen ein geordnetes Miteinander zu ermöglichen. Antigone hingegen sieht Kreon als Tyrann, also als einen grausamen Herrscher, der nur an seine Macht denkt und dem das Wohlergehen seines Volkes egal ist. Für sie ist die Religion und ihr Glaube an die Götter wichtiger. Dafür ist sie bereit, gegen Kreons Gesetz zu verstoßen und die Strafe auf sich zu nehmen.

Außerdem kannst du in deiner Interpretation auf die Darstellung von Gut und Böse im Drama eingehen. In „Antigone“ gibt es keinen klassischen Helden und keinen Bösewicht. Denn sowohl Kreon als auch Antigone sind gleichzeitig im Recht und im Unrecht. Auch die anderen Charaktere stehen weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Je nach Standpunkt lassen sich ihre Handlungen als gut oder böse einteilen, doch keiner von ihnen nimmt eine eindeutige Rolle ein. Antigone hält sich zwar an die Forderungen der Götter und setzt sich für ihren toten Bruder ein. Gleichzeitig unterstützt sie damit einen Verräter und verstößt gegen das Gesetz. Auch Kreon ist gut und böse zugleich — zum einen erlässt er ein Gesetz, das Polyneikes zu Recht als Verräter bestraft, zum anderen verurteilt er seine eigene Nichte zum Tode.

Antigone – Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Das Drama gehört zur klassischen griechischen Literatur und lässt sich somit in die Epoche der Antike einordnen. Die Antike ist nicht nur eine Literaturepoche , sie bezieht sich auf die komplette Kultur der alten Griechen und Römer und umfasst einen Zeitraum von über tausend Jahren. Das Drama wurde im Jahr 442 v. Chr. uraufgeführt und fällt somit in die Blütezeit der griechischen Kultur und des Theaters. Die Gelehrten beschäftigten sich zunehmend mit philosophischen und naturwissenschaftlichen Fragen sowie der menschlichen Existenz. Viele dieser Fragen finden sich auch in den Dramen wieder, jedoch wurden in die Theaterstücke oft noch die Götter und der Glaube mit eingebunden — das siehst du auch am Beispiel von „Antigone“. 

Sophokles‘ Tragödie ist ein aristotelisches oder geschlossenes Drama, was typisch war für die Antike. Das heißt, die Handlung ist in sich geschlossen, es finden keine Zeitsprünge statt und auch der Ort des Geschehens ändert sich während des Dramas nicht. „Antigone“ spielt innerhalb von 24 Stunden vor dem Palast in Theben und stellt alle Ereignisse nacheinander dar. Geschlossene Dramen bestehen aus fünf Akten, in denen sich die Spannung nach und nach aufbaut und die im letzten Akt in einer Katastrophe enden. In „Antigone“ bleibt die Katastrophe im fünften Akt jedoch aus und wird erst in der darauffolgenden Schlussszene bekannt.

Antigone – Interpretation

Jetzt kennst du dich super mit Sophokles‘ Tragödie aus. Wenn du noch genauer wissen willst, wie du „Antigone“ interpretieren kannst, dann haben wir hier das passende Video für dich.

Zum Video: Antigone – Interpretation
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