Literarische Werke
Faust
 – Video

Literarische Werke
Werke des 20. Jahrhunderts

Faust – Inhaltsangabe

Das von Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1808 veröffentlichte Werk „Faust. Der Tragödie erster Teil“ handelt von dem Gelehrten Heinrich Faust, der auf der Suche nach dem Sinn des Lebens in eine Sinnkrise gerät und als Ausweg einen Pakt mit dem Teufel schließt. Während die beiden unzählige Unsinnigkeiten erleben und Faust sich in die junge Margarete verliebt, beginnt das Werk eine dramatische Wendung zu nehmen.

Wenn du die handelnden Personen genauer kennenlernen möchtest, findest du hier  eine Figurenkonstellation zu dem Drama. Außerdem haben wir in diesem Video die drei Hauptfiguren für dich charakterisiert.

Faust – Kapitelzusammenfassung

In der folgenden Faust Zusammenfassung Szenen haben wir dir die einzelnen Szenen chronologisch aufgelistet und deren Inhalt kurz angegeben. So erhältst du einen strukturierten Überblick über das Drama, seinen Aufbau und seinen Inhalt.

Da du bei der Arbeit mit dem Werk oft einzelne Textausschnitte in den Gesamtkontext einordnen musst, ist es sinnvoll, die Reihenfolge und Namen der Szenen zu kennen.

Faust – Einleitung

„Faust“ wird durch drei verschiedene Texte eingeleitet. Diese Texte funktionieren als eine Art Vorwort oder Vorspiel zur Haupthandlung des Werks.

Faust – Zueignung

Das erste Vorspiel ist eine Art Klagegedicht (Elegie ). Hier spricht Goethe den Leser direkt an und berichtet über den Schaffensprozess des Stücks. In seiner Erzählung verliert er sich jedoch in Gedanken an den Verlust von Gefährten und der ersten Liebe.

Faust – Vorspiel auf dem Theater

Im zweiten Vorspiel unterhalten sich ein Dichter, ein Theaterdirektor und eine lustige Person (Schauspieler) darüber, was ein gelungenes Theaterstück ausmacht. Die Unterhaltung wirkt eher wie ein Streitgespräch zwischen den Personen. Goethes „Faust“ soll deshalb als eine Art Lösung auf die Frage dienen. Es wird also angedeutet, dass das Drama „Faust“ ein Beispiel für ein erfolgreiches Theaterstück darstellt.

Faust – Prolog im Himmel

Das letzte Vorspiel ist ein Gespräch zwischen Gott und dem Teufel Mephistopheles. Es beginnt damit, dass die drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael die Schöpfungen des Herrn loben. Als Mephisto zu dem Geschehen dazukommt, macht er sich über diese Lobrede lustig. Gott und Mephisto gehen hier eine für den Verlauf des Dramas wichtige Wette ein. Mephisto soll den anständigen, vorbildlichen Faust vom rechten Weg abbringen.

Faust – Der Tragödie erster Teil

Ab hier folgt der eigentliche Hauptteil des Dramas . Er besteht aus insgesamt 25 Szenen.

Nacht

Der Gelehrte Heinrich Faust steckt in einer tiefen Sinnkrise. Er würde gerne den Ursprung des Lebens verstehen und wissen, was die Welt im Innersten ausmacht. Seine unendliche Begierde nach Wissen kann jedoch nicht gestillt werden. Aus Verzweiflung beschwört er einen Erdgeist (Naturgeist). Dieser kann ihm jedoch auch nicht helfen. Faust ist kurz davor, Selbstmord zu begehen. Das Läuten der Osterglocken stimmt ihn jedoch um.

Vor dem Tor

Faust und sein Gehilfe Wagner begeben sich auf einen Osterspaziergang. Faust redet über seine innere Zerrissenheit und Unzufriedenheit. Die beiden werden von einem seltsamen schwarzen Pudel verfolgt. Faust nimmt ihn mit in sein Studierzimmer.

Studierzimmer (I)

Im Studierzimmer angekommen, beginnt Faust das Johannesevangelium (Buch des Neuen Testaments) zu übersetzen. Dabei wird der Pudel immer unruhiger und aufgebrachter. Faust fängt an, den Pudel mit Zaubersprüchen zu beschwören. Es stellt sich heraus, dass der entzauberte Pudel der Teufel Mephistopheles ist. Mithilfe eines Pentagramms (Fünfstern) versucht Faust, Mephisto festzuhalten. Durch eine List schafft er es jedoch zu fliehen.

Studierzimmer (II)

Bei der zweiten Begegnung der beiden gesteht Faust seine Unzufriedenheit. Mephisto schlägt ihm den Teufelspakt vor. Faust übergibt seine Seele dem Teufel, falls dieser es schafft, ihn wunschlos glücklich zu machen. Der Pakt wird abgeschlossen und beide stimmen den Bedingungen zu.

Auerbachs Keller in Leipzig

Mephisto nimmt Faust in die Kneipe „Auerbachs Keller“ mit. Er möchte ihm zeigen, wie schön und unbeschwert das Leben sein kann. Mephisto zaubert die verschiedensten Weinsorten an den Tisch. Als der Zauber auffliegt, ziehen die beiden weiter.

Hexenküche

Als Nächstes bringt Mephisto Faust in eine Hexenküche. Dort trinkt Faust einen Zaubertrank, der ihn verjüngt und attraktiv macht. In einem verzauberten Spiegel erblickt Faust die Gestalt einer bildhübschen jungen Frau.

Straße (I)

Zurück in der Stadt erblickt Faust zum ersten Mal die junge Margarete (Gretchen). Er ist sofort in sie verliebt und fühlt sich zu ihr hingezogen. Er befiehlt Mephisto, ihn mit Gretchen zusammenzubringen. Mephisto darf sich jedoch nicht in die Liebesangelegenheiten der Menschen einmischen. Er kann Gretchen nicht dazu verzaubern, Faust zu lieben. Faust spricht Gretchen an, sie weist ihn jedoch ab.

Abend

Zu Hause fragt sich Gretchen, wer denn der geheimnisvolle Mann gewesen sei, der sie so bewundert hat. Als sie kurz ihr Schlafzimmer verlässt, schleichen sich Mephisto und Faust hinein. Faust hinterlässt ein wunderschönes Schmuckkästen als Geschenk an Gretchen.

Spaziergang

Mephisto ist wütend. Gretchens Mutter hat den Schmuck gefunden und der Kirche gespendet. Er berichtet Faust von der gescheiterten Aktion und fordert Faust dazu auf, Gretchen ein neues Geschenk in Form von Schmuck zu machen. Außerdem plant Mephisto, Gretchens Nachbarin Marthe in seine Verkupplungsversuche mit einzubeziehen.

Der Nachbarin Haus

Gretchen besucht ihre Nachbarin Marthe Schwerdtlein und zeigt ihr den neuen Schmuck. Mephisto vereinbart ein Treffen zwischen allen vieren. Faust soll sich endlich persönlich mit Gretchen treffen.

Straße (II)

Faust und Mephisto besprechen, wie sie weiterhin vorgehen wollen. Mephisto bestätigt, dass Marthe ihnen beiden helfen wird und Faust freut sich auf das gemeinsame Treffen mit Gretchen.

Garten

Faust, Mephisto, Gretchen und Marthe treffen sich in Marthens Garten. Die beiden Paare gehen getrennt voneinander spazieren. Faust und Gretchen lernen sich besser kennen und Gretchen ist begeistert von Faust. Daraufhin gesteht Faust Gretchen seine Liebe.

Ein Gartenhäuschen

Im Gartenhäuschen kommen sich die beiden näher und küssen sich, doch Faust bricht schon bald wieder auf und lässt Gretchen allein zurück.

Wald und Höhle

Faust zieht sich in die Natur zurück und beschwört erneut den Erdgeist. Er ist dankbar, dass er endlich wahre Gefühle verspüren kann. Ihm wird jedoch auch klar, wie abhängig er von Mephisto ist und wie sehr er Gretchen mit seiner Zuneigung schaden könnte.

Gretchens Stube

Gretchen ist allein in ihrem Zimmer und sehnt sich nach Faust. Sie verspürt eine innere Unruhe und ein starkes Verlangen nach ihm.

Marthens Garten

Faust und Gretchen treffen sich erneut in Marthens Garten. Hier stellt Gretchen die berühmte „Gretchenfrage ”. Sie möchte wissen, wie Faust zur Religion steht. Ihm jedoch ist die Frage unangenehm und er versucht eine klare Antwort zu vermeiden. Denn Faust glaubt nicht wirklich an Gott. Außerdem gesteht Gretchen Faust, dass sie Mephisto nicht leiden kann.

Am Brunnen

Am Brunnen der Stadt hört Gretchen Gerüchte über ein anderes Mädchen, das unverheiratet schwanger geworden ist. Die Menschen machen sich lustig über das Mädchen und beleidigen sie. Gretchen hat Angst, ein ähnliches Schicksal zu durchleben.

Zwinger

Gretchen gedenkt dem Abbild der heiligen Maria als Mater dolorosa (Symbol des Schmerzes) und bittet darum, vor Leid und Schmerz bewahrt zu werden.

Nacht

Gretchens Bruder Valentin erfährt von ihrer Beziehung zu Faust. Aus Rache fordert er Faust zu einem Duell auf. Mithilfe von Mephisto und dessen Zauber gewinnt Faust und ersticht Valentin. Faust und Mephisto fliehen daraufhin aus der Stadt. Vor seinem Tod beschimpft Valentin Gretchen als eine Hure.

Dom

Das von Faust im Stich gelassene Gretchen besucht den Gottesdienst. Dort begegnet ihr ein böser Geist, der ihr vorwirft, Schuld am Tod der Mutter und des Bruders zu haben. Zudem wird klar, dass Gretchen schwanger ist.

Walpurgisnacht

Mephisto führt Faust zu einer Hexenfeier auf einem Berg, der sogenannten „Walpurgisnacht“. Dort begegnet Faust einer Hexe, die ihn an seine Geliebte Gretchen erinnert.

Walpurgisnachtstraum

Mephisto möchte Faust von seinen Schuldgefühlen ablenken und zeigt ihm eine Theateraufführung des Stücks „Walpurgisnachtstraum“. Die Aufführung liefert viele Hinweise auf das damalige konservative Zeitalter.

Trüber Tag, Feld

Das allein gelassene Gretchen ist mittlerweile verrückt geworden und hat ihr neugeborenes Kind ertränkt. Als Hure und Kindsmörderin verurteilt, soll sie hingerichtet werden. Sie sitzt in einem Kerker und wartet auf den Tod. Faust, der von ihrem Schicksal erfährt, ist wütend auf Mephisto. Er jedoch weist jegliche Schuld von sich.

Nacht, offen Feld

Faust und Mephisto machen sich auf den Weg, Gretchen aus dem Kerker zu befreien. Dabei kommen sie an dem geplanten Hinrichtungsort, dem „Rabenstein“, vorbei.

Kerker

Im Kerker angekommen versucht Faust Gretchen zur Flucht zu überreden. Sie ist nicht ganz bei Sinnen und scheint geistesabwesend. Als sie Mephisto erblickt, schimpft sie ihn als Teufel und beginnt Gott um Gnade anzuflehen. Schlussendlich fliehen Faust und Mephisto erneut. Gretchen hingegen wird von ihren Sünden erlöst und eine Stimme von oben kündigt ihre Rettung an.

Faust – Epoche

Da Goethe für die Fertigstellung des Werks sehr lange gebraucht hat, finden sich Einflüsse aus mehreren verschiedenen Literaturepochen wieder. Du kannst das Werk der Epoche des Sturm und Drang , der Weimarer Klassik , der Aufklärung und der Romantik zuweisen.

Hier erklären wir dir ganz genau, wieso das Werk in die jeweiligen Epochen eingeordnet wird.

Interpretation

Jetzt kennst du jede einzelne Szene aus Goethes Drama „Faust“. Aber weißt du auch, wie du das Werk interpretieren kannst? In diesem Beitrag findest du eine beispielhafte Analyse zu der Szene „Kerker“.

Zum Video: Faust - Interpretation
Zum Video: Faust – Interpretation

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