Du suchst nach einer Analyse zum „Prolog im Himmel“? In diesem Beitrag und Video findest du eine Zusammenfassung und Interpretation der Szene aus Goethes „Faust“!
Inhaltsübersicht
Faust Prolog im Himmel – Übersicht
Der „Prolog im Himmel“ ist eine Szene aus dem Theaterstück „Faust I“ von Johann Wolfgang von Goethe . Die Szene wurde etwa 1780 geschrieben, aber erst 1808 mit dem Rest von „Faust“ veröffentlicht.
Im „Prolog im Himmel“ taucht Faust als Charakter noch nicht auf. Stattdessen beobachtet der Leser bzw. Zuschauer ein Gespräch zwischen dem Teufel und Gott. Sie unterhalten sich über Faust und schließen eine Wette ab.
Wichtige Figuren in dieser Szene sind der Teufel Mephistopheles, der Herr und die Erzengel Gabriel, Michael und Raphael.
Faust Prolog im Himmel – Zusammenfassung
Die Szene „Prolog im Himmel“ spielt sich im Himmel ab und lässt sich in drei Sinnabschnitte gliedern.
Im ersten Teil (V. 243-270) erscheinen die Erzengel Gabriel, Raphael und Michael. Sie singen ein Lied, in dem sie die göttliche Schöpfung loben. Dabei geht es um die Erde, das Universum und Naturphänomene.
Im zweiten Abschnitt (V. 271-292) taucht Mephisto auf. Er hält einen Monolog über die Menschen, in dem er die göttliche Schöpfung kritisiert. Denn er behauptet, dass der Mensch seine von Gott erhaltene Vernunft nur missbrauchen würde. Laut Mephisto verhalten sich die Menschen trotzdem wie Tiere und verdienen deshalb die Gabe der Vernunft nicht.
Der letzte Abschnitt (V. 293-353) zeigt den Dialog zwischen Mephisto und dem Herrn. Der Herr erwähnt Faust als Vorbild für den Menschen. Er begründet dies darin, dass Fausts Strebsamkeit und Wissensdrang die Grundeigenschaften eines Menschen seien. Dadurch ist er sehr zufrieden mit Faust. Mephisto hingegen findet diese Eigenschaften überheblich und behauptet, dass Faust sich nur selbst überschätzt.
Als der Herr erwähnt, dass jemand wie Faust niemals vom rechten Weg abgebracht werden könne, schlägt Mephisto ihm eine Wette vor. In dieser Wette übernimmt Mephisto die Rolle eines Prüfers und versucht, das Gegenteil zu beweisen: nämlich, dass Faust ebenfalls zu Bösem in der Lage ist. Der Herr nimmt die Wette an und lässt Mephisto einen schlechten Einfluss auf Faust ausüben. Denn er ist sich sicher, dass Faust nicht nachgeben wird und die Wette damit gewinnt.
Übrigens: Eine Zusammenfassung des ganzen Dramas „Faust“ von Goethe findest du hier . Wenn du eine Charakterisierung der einzelnen Personen suchst, hilft dir dieses Video weiter!
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Faust Prolog im Himmel – Analyse
Bei deiner Analyse zum „Prolog im Himmel“ solltest du auf mehrere Aspekte eingehen. Beispielsweise ist es möglich, die Figuren und die verwendete Sprache im Text genauer zu analysieren. Außerdem lässt sich die Szene auch interpretieren. Auf welche genauen Punkte du bei deiner „Prolog im Himmel“ Analyse eingehen kannst, zeigen wir dir hier.
Figuren – Prolog im Himmel Analyse
Die im Vordergrund stehenden Figuren der Szene sind Mephisto und der Herr. Innerhalb des Textes wird der Herr als allwissend und gutmütig dargestellt. Immer wieder verwendet er Vergleiche , die seine Friedlichkeit und Weisheit unterstreichen. Das siehst du zum Beispiel daran, dass er sich selbst mit einem Gärtner vergleicht, und Faust mit einer Pflanze (V. 310). Er betont dadurch, dass er Faust aufwachsen und gedeihen lässt.
Mephisto hingegen benutzt Vergleiche, die seine Niederträchtigkeit zeigen. Er bezeichnet sich selbst als Katze und den Menschen als eine Maus, die er nach Belieben jagen kann (V. 322). Damit möchte er seine Überlegenheit unterstreichen und sich bewusst von den Menschen abgrenzen, da er sie als minderwertig empfindet. Sie stellen für Mephisto nichts Weiteres als ein wertloses Spielzeug dar.
Mephisto ist selbstsicher und versucht sich über das gesamte Gespräch auf eine Stufe mit dem Herrn zu stellen. Er zweifelt die Allwissenheit des Herrn mehrere Male an und schlägt die Wette mit Faust vor, um seine Vermutungen zu bestätigen. Dabei erwartet er nicht, dass er die Wette verlieren könnte und ist überzeugt, Faust ins Teuflische führen zu können (V. 312). Wenn du eine ausführliche Charakterisierung zu Mephisto suchst, dann klick hier .
Sprache – Prolog im Himmel Analyse
Schon zu Beginn des Dialogs mit dem Herrn verwendet Mephisto ein Oxymoron , indem er sagt, dass er es auf der Erde „herzlich schlecht“ findet (V. 296). Ein Oxymoron ist eine Kombination von zwei Begriffen, die in ihrer Bedeutung gegenteilig sind.
In den Versen 293-297 kopiert Mephisto das Reimschema des Herrn und antwortet auf dessen Frage ebenfalls mit einem Reim. Dadurch wird erneut gezeigt, dass Mephisto sich mit dem Herrn gleichstellen will. Dieses Schema zieht sich weiter durch den Dialog zwischen den beiden. Auf diese Weise versucht Mephisto durchgehend, sich nicht dem Herrn und seinem göttlichen Status unterordnen zu müssen.
In Vers 317 spricht der Herr etwas besonders Wichtiges an: „Es irrt der Mensch, solang er strebt“. Dieses Zitat spiegelt seine Einschätzung zu Faust wider und fasst auch gleichzeitig den Mensch im Allgemeinen zusammen. Damit wird ausgesagt, dass der Mensch Fehler machen wird, wenn er ein Ziel verfolgt. Der Herr betont hiermit, dass ein Wesen nur lernen und sich weiterentwickeln kann, wenn es Eigenschaften wie Strebsamkeit besitzt. Denn dadurch wird es immer wieder an sich selbst arbeiten, um zu seinem Ziel zu gelangen.
Der Herr sieht diese Eigenschaft in Faust besonders stark und hält ihn deswegen für einen guten Kandidaten für die Wette. Auf diesen Punkt kannst du in deiner Textanalyse bzw. Interpretation vom „Prolog im Himmel“ in Goethes Faust also weiter eingehen.
Interpretation – Prolog im Himmel Analyse
Die Szene „Prolog im Himmel“ stellt zudem eine Gegenüberstellung von Gut und Böse dar. Das Gute wird von dem Herrn verkörpert, der auch als Gott bezeichnet werden kann. Im Kontrast dazu steht der Teufel Mephistopheles, der das Böse abbildet.
Die Wette zwischen dem Herrn und Mephisto kann als Sinnbild verstanden werden. Da Faust von Gott gemocht und gelobt wird, gilt er im übertragenen Sinne ebenfalls als eine Abbildung des Guten. Weil Mephisto als Rolle des Bösen die göttliche Schöpfung verurteilt und lächerlich machen will, möchte er Faust vom rechten Weg abbringen und „ruinieren“.
Im Kern steht die Aussage, dass das wahre Gute niemals komplett vom Bösen beeinflusst werden kann. Der Herr glaubt fest daran, dass Faust sich trotz Mephistos Einfluss nicht manipulieren lassen wird und am Ende zurück auf den richtigen Weg findet.
Faust Zusammenfassung
Klasse! Jetzt kannst du Fausts „Prolog im Himmel“ richtig analysieren und interpretieren. Der „Prolog im Himmel“ ist die erste inhaltliche Szene in Goethes Faust. Willst du jetzt noch erfahren, wie du bei einer Interpretation des gesamten Dramas vorgehst? Dann haben wir hier das passende Video für dich.
Prolog im Himmel – Analyse — häufigste Fragen
(ausklappen)
Prolog im Himmel – Analyse — häufigste Fragen
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Wie lautet der Text des Prologs im Himmel in Faust?Der vollständige Wortlaut des „Prolog im Himmel“ steht in Goethes „Faust I“ in den Versen 243 bis 353. In gängigen Schulausgaben findest du diese Szene unter der Überschrift „Prolog im Himmel“, beginnend mit dem Auftritt der Erzengel und endend mit der Wette zwischen dem Herrn und Mephisto.
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Welche Funktion hat der Prolog im Himmel am Anfang von Faust I für das ganze Drama?Der „Prolog im Himmel“ hat die Funktion, den Grundkonflikt des Dramas festzulegen, indem der Herr und Mephisto eine Wette über Faust abschließen. Damit wird Faust als beispielhafter Mensch gezeigt, und Mephisto erhält den Auftrag, ihn zu prüfen, was die weitere Handlung antreibt.
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Was soll mit der Wette zwischen dem Herrn und Mephisto über Faust bewiesen werden?Mit der Wette soll bewiesen werden, ob Faust vom „rechten Weg“ abgebracht werden kann oder ob er trotz Mephistos Einfluss am Ende zum Guten zurückfindet. Mephisto will zeigen, dass Faust zu Bösem fähig ist, der Herr vertraut auf Fausts Streben.
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Was bedeutet der Satz „Es irrt der Mensch, solang er strebt“ im Prolog im Himmel für das Menschenbild in Faust?„Es irrt der Mensch, solang er strebt“ bedeutet, dass Fehler zum Menschsein dazugehören, solange ein Mensch nach Zielen und Erkenntnis strebt. Für das Menschenbild in „Faust“ heißt das: Irrtümer sind nicht nur Scheitern, sondern Teil von Entwicklung, besonders bei Faust.
Dramen verstehen
Der „Prolog im Himmel“ ist eine Schlüsselszene aus Goethes Drama „Faust I“ und gehört damit ins Themenfeld Dramen. Du ordnest typische Bausteine von Dramen wie Figurenrede, Szenenaufbau und Sprache im Text. So erkennst du, wie Konflikte und Gegensätze eine Deutung anstoßen und die Handlung vorbereiten. Weitere Videos dazu findest du in unserem Deutschbereich.