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Im Deutschen gibt es so viele Wortarten, dass man leicht den Überblick verliert. Hier und im Beitrag erfährst du das Wichtigste über alle Wortarten und wie du sie sicher unterscheidest!

Quiz zum Thema Wortarten
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Inhaltsübersicht

Welche Wortarten gibt es?

Wortarten sind Gruppen von Wörtern mit gemeinsamen Merkmalen. Du brauchst sie, um korrekte und abwechslungsreiche Sätze bilden zu können.

Insgesamt unterscheidest du zehn Wortarten im Deutschen:

  1. Nomen
  2. Verben
  3. Adjektive
  4. Pronomen
  5. Artikel
  6. Adverbien
  7. Präpositionen
  8. Konjunktionen
  9. Interjektionen
  10. Numeralien
Das Bild zeigt eine Tabelle mit verschiedenen Wortarten und jeweils passenden Beispielen. In der ersten Spalte stehen die Wortarten: Nomen, Verben, Adjektive, Pronomen, Artikel, Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen, Interjektionen und Numeralien. In der zweiten Spalte sind dazu Beispiele aufgeführt: Zu den Nomen gehören die Wörter „Lehrer“, „Stadt“ und „Fahrrad“. Zu den Verben zählen „fahren“, „schlafen“ und „lernen“. Als Adjektive werden „laut“, „freundlich“ und „schnell“ genannt. Bei den Pronomen stehen „ich“, „sie“ und „unser“. In der Kategorie Artikel erscheinen „der“, „die“, „das“ und „ein“. Die Adverbien werden mit „heute“, „draußen“ und „gern“ dargestellt. Als Präpositionen sind „mit“, „ohne“ und „unter“ aufgeführt. Die Konjunktionen werden durch „und“, „aber“ und „weil" dargestellt. Bei den Interjektionen stehen „oh!“, „aua!“ und „hey!“. Als Numeralien werden schließlich „zwei“, „zehn“ und „erster“ genannt.
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Zusammenfassung Wortarten

Jede dieser Wortarten erfüllt eine eigene Aufgabe im Satz. Welche das ist, schauen wir uns im Folgenden genauer an.

1. Nomen

Nomen oder auch Substantive sind Wörter für Personen, Lebewesen, Dinge, Orte oder auch Gedanken und Ideen.

➡️Beispiele:

  • Lehrer
  • Katze
  • Schule
  • Lampe
  • Glück
  • Erinnerung

Du erkennst Nomen an zwei Merkmalen:

  1. Sie werden großgeschrieben.
  2. Sie stehen häufig nach einem Artikel, wie der, die, das, ein oder eine.

Nomen können auch ihre Form verändern. Das nennst du auch deklinieren. Du musst Nomen anpassen nach:

  • Geschlecht (Genus): der Hund (maskulin), die Hündin (feminin), das Hündchen (neutral)
  • Anzahl (Numerus): das Pferd (Einzahl), die Pferde (Mehrzahl)
  • Fall (Kasus): der Hund (Nominativ), des Hundes (Genitiv)
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2. Verben

Verben sind Wörter, die eine Handlung, einen Vorgang oder einen Zustand beschreiben.

➡️Beispiele:

  • Handlung: schreiben, tanzen, spielen
  • Zustände: sein, haben
  • Vorgänge: wachsen, verhungern

Verben haben eine besondere Rolle im Satz: Ohne ein Verb ist ein Satz meist unvollständig:

  • Mit Verb: Sie isst Eis.
  • Ohne Verb: Sie Eis.

Verben verändern ebenfalls ihre Form. Hier nennst du das konjugieren. Dabei passt sich das Verb an diese Faktoren im Satz an:

  • Person (ich, du, er/sie/es,…)
  • Zeit (Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft)
  • Modus (Indikativ, Konjunktiv oder Imperativ)
  • Genus Verbi (Aktiv oder Passiv)

➡️ Beispiel „lernen“:

  • ich lerne
  • du lernst
  • er / sie / es lernt
  • wir lernen
  • ihr lernt
  • sie lernen

Tipp: Wenn du genauer verstehen möchtest, wie Verben verändert werden und welche Formen es gibt, lies unseren ausführlichen Beitrag zum Thema Verben.

3. Adjektive

Adjektive beschreiben Eigenschaften von Nomen. Sie zeigen also genauer, wie eine Person, ein Ding oder ein Ort ist.

Adjektive stehen oft direkt vor dem Nomen, das sie beschreiben.

➡️Beispiel:

  • eine süße Erdbeere
  • ein komischer Vogel

Sie können aber auch nach einem Verb stehen.

➡️Beispiel:

  • Der Lehrer ist alt.
  • Das Pferd wirkt glücklich.

Adjektive werden genau wie Nomen dekliniert. Dabei passen sie sich an das Geschlecht, die Anzahl und den Fall des Nomens an, das sie beschreiben.

➡️Beispiele:

  • ein großer Baum
  • eine große Blume
  • die großen Häuser

Adjektive können außerdem gesteigert werden, um Dinge miteinander zu vergleichen. Wenn du zum Beispiel die Höhe von Bäumen vergleichst, ist der eine groß, der andere größer und der dritte am größten.

4. Pronomen

Pronomen ersetzen oder verweisen auf ein Nomen. Du nennst sie auch Fürwörter, da sie für ein Nomen stehen. Sie helfen dir, Wiederholungen im Text zu vermeiden, und machen Sätze kürzer und verständlicher.

➡️Beispiel:

  • Ohne Pronomen: Lena hat einen Hund. Lena geht jeden Tag mit dem Hund spazieren.
  • Mit Pronomen: Lena hat einen Hund. Sie geht jeden Tag mit ihm spazieren.

Hier ersetzen die Wörter „sie“ und „ihm“ die Nomen „Lena“ und „Hund“. Dadurch klingen die Sätze flüssiger.

Pronomen passen sich dabei oft an das Nomen an, auf das sie sich beziehen — werden also dekliniert. Pronomen passen also ihre Form an Geschlecht, Zahl und Fall an.

Je nachdem, was für ein Nomen du ersetzt, gibt es verschiedene Pronomen:

  • Personalpronomen — Sie stehen für Personen oder Dinge.
    ➡️Beispiele: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie
  • Possessivpronomen — Sie zeigen Besitz oder Zugehörigkeit.
    ➡️Beispiele: mein, dein, sein, unser, euer, ihr
  • Demonstrativpronomen — Sie weisen auf etwas Bestimmtes hin.
    ➡️Beispiele: das, dieser, derjenige
  • Relativpronomen — Sie leiten einen Nebensatz ein und beziehen sich auf ein Nomen.
    ➡️ Beispiele: der, die, das, welcher, welche, welches

5. Artikel

Artikel sind Wörter, die vor einem Nomen stehen. Sie zeigen das Geschlecht und die Anzahl. Außerdem machen Artikel deutlich, ob von etwas Bestimmtem oder etwas Unbestimmtem gesprochen wird.

Bestimmte Artikel — sie beschreiben etwas Konkretes oder Bekanntes
➡️ Beispiele: der Hund, die Maus, das Auto

Unbestimmte Artikel — zeigen etwas Allgemeines oder Unbekanntes
➡️ Beispiele: ein Bär, eine Fliege

Auch Artikel passen sich an das Nomen an und werden dekliniert. Sie verändern ihre Form je nach Geschlecht, Anzahl oder Fall.

➡️ Beispiele:

  • Der Hund schläft. → Männlich, Einzahl, Nominativ
  • Ich gebe den Hunden Wasser. Männlich, Mehrzahl, Dativ 

6. Adverbien

Adverbien sind Wörter, die eine Handlung oder einen Umstand genauer beschreiben, daher werden sie auch Umstandswörter genannt. Sie geben zusätzliche Informationen, wie Ort, Zeit, Art und Grund zu einem Verb, Adjektiv oder anderem Adverb.

➡️ Beispiele:

  • Zeit → Heute schreiben wir einen Test.
  • Art → Der Hund läuft schnell über die Wiese.
  • Ort → Die Kinder spielen draußen im Garten.
  • Grund → Sie hat viel gelernt und deshalb bestanden.

Adverbien haben eine besondere Eigenschaft: Sie verändern ihre Form nicht. Im Gegensatz zu Nomen, Artikeln oder Adjektiven bleiben sie also immer gleich.

7. Präpositionen

Präpositionen zeigen dir ein Verhältnis zwischen Wörtern im Satz. Sie können zum Beispiel Ort, Zeit oder Grund genauer erklären. Meist stehen sie vor einem Nomen oder Pronomen und verbinden es mit einem anderen Teil des Satzes.

➡️ Beispiele:

  • Das Buch liegt auf dem Tisch.
  • Wir treffen uns nach der Schule.
  • Sie bleibt heute zu Hause wegen ihm.
  • Der Ball rollt durch den Garten.

Besonders ist an den Präpositionen, dass sie den Fall des Nomens oder Pronomens bestimmen.

➡️ Beispiele:

  • trotz des Regens → Genitiv (Wessen?)
  • mit dem Freund Dativ (Wem?)
  • für den Wettbewerb Akkusativ (Wen oder Was?)

Präpositionen selbst verändern dabei ihre Form nicht. Sie bleiben also immer gleich.

8. Konjunktionen

Konjunktionen verbinden Wörter, Wortgruppen oder ganze Sätze miteinander. Deshalb nennst du sie auch Bindewörter.

➡️ Beispiele:

  • Mia spielt Fußball und Tom fährt Fahrrad.
  • Willst du Tee oder Kakao?
  • Er wollte rausgehen, aber es hat stark geregnet.

Du unterscheidest dabei zwei Arten von Konjunktionen:

  • Beiordnende Konjunktionen — Sie verbinden gleichrangige Wörter oder Sätze.
    ➡️ Beispiel: Wir gehen ins Kino oder bleiben zu Hause.
  • Unterordnende Konjunktionen — Sie verbinden einen Hauptsatz mit einem Nebensatz.
    ➡️ Beispiel: Ich bleibe zu Hause, weil ich krank bin.

Genauso wie Adverbien und Präpositionen verändern Konjunktionen ihre Form nicht und bleiben immer gleich.

9. Interjektionen

Interjektionen sind kurze Ausrufe, mit denen du Gefühle oder spontane Gedanken ausdrücken kannst. Sie stehen oft allein und sind nicht fest in einen Satz eingebaut.

Interjektionen kommen besonders in der gesprochenen Sprache vor. In geschriebenen Texten begegnen sie dir selten.

➡️ Beispiele:

  • Aua! Das hat wehgetan.
  • Wow! Das Konzert war richtig gut.
  • Oh! Das hab ich gar nicht bemerkt.
  • Hm… Ich muss darüber nachdenken.

Interjektionen sind unveränderlich und behalten immer die gleiche Form.

10. Numeralien

Numeralien sind Wörter, die Zahlen oder Mengen angeben. Deshalb nennst du sie auch Zahlwörter. Sie zeigen zum Beispiel, wie viele, der wievielte oder welcher Anteil von etwas gemeint ist.

Es gibt drei Arten von Numeralien:

1. Kardinalzahlen
Sie geben eine genaue Menge an, wie zum Beispiel eins, zwei, zwanzig und so weiter.

➡️ Beispiel:

  • Ich habe drei Bücher gelesen.
  • In der Klasse sitzen vierundzwanzig Schüler.

2. Ordinalzahlen
Mit Ordinalzahlen beschreibst du eine Reihenfolge, etwa erste, zweite, dritte oder zehnte. Ihre Form passt sich häufig an den Fall des Nomens an.

➡️ Beispiel:

  • Der erste Platz geht an Fabi. → Nominativ (Wer oder was?)
  • Ich gratuliere dem ersten Gewinner. → Dativ (Wem?)

3. Bruchzahlen
Bruchzahlen zeigen, wie groß ein Teil eines Ganzen ist, zum Beispiel ein Halb, ein Drittel oder ein Viertel.

➡️ Beispiel:

  • Er hat ein Viertel der Pizza gegessen.
  • Ich möchte ein Drittel des Geldes!

Flektierbare und nicht flektierbare Wortarten

Wie du vielleicht mitbekommen hast, musst du manche Wortarten an Geschlecht, Anzahl oder Ähnliches anpassen, während andere immer gleich bleiben. Deshalb unterscheidest du bei Wortarten zwei Gruppen: Die flektierbaren (veränderbaren) und die nicht flektierbaren (nicht veränderbaren) Wortarten.

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Wortarten Überblick

Flektierbare Wortarten

Flektierbar ist ein Wort, wenn du es anpassen musst. Diese Veränderung nennst du auch Beugung. Dabei ändern sich zum Beispiel Endungen, damit das Wort zum Fall, zum Geschlecht und zur Anzahl passt.

Die flektierbaren Wortarten sind

  • Nomen
  • Verben
  • Artikel
  • Adjektive
  • Pronomen
  • Numeralien

Dabei gibt es zwei Arten der Veränderung:

Konjugierbare Wortarten
Verben werden konjugiert. Das bedeutet, dass sich das Verb an verschiedene Faktoren im Satz anpasst. Dazu gehören Person, Zeit und Modus. 

Deklinierbare Wortarten
Anders als Verben werden Nomen, Artikel, Pronomen und Adjektive dekliniert. Das bedeutet, dass sich ihre Form je nach Fall, Geschlecht oder Zahl verändern kann.

Nicht flektierbare Wortarten

Im Gegensatz zu den flektierbaren Wortarten verändern die nicht flektierbaren Wörter ihre Form nicht. Dazu gehören:

  • Adverbien
  • Präpositionen
  • Konjunktionen
  • Interjektionen
  • Numeralien
Numeralien – flektierbar oder nicht?

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass die Numeralien bei den flektierbaren und den nicht flektierbaren Wortarten auftauchen. Das liegt daran, dass sich nur manche Numeralien anpassen — andere sind unveränderlich:

  • Kardinalzahlen sind meist nicht flektierbar: zwei Bücher, mit zwei Freunden
    → Ausnahme: die Kardinalzahl „eins“ ist flektierbar: ein Buch, eines Buches, einem Buch, ein Buch
  • Ordinalzahlen sind flektierbar: der erste Platz, dem ersten Sieger, den ersten Versuch
  • Bruchzahlen sind flektierbar: ein halbes Brot, einem halben Kuchen

So erkennst du die Wortarten!

Es ist nicht immer einfach, sofort zu erkennen, zu welcher Wortart ein Wort gehört. Aber mithilfe dieser Zusammenfassung wird dir das in Zukunft sicher gelingen:

Wortart Wie du die Wortart bestimmst
Nomen
  • benennen Personen, Dinge oder Orte
  • werden großgeschrieben
  • stehen oft mit Artikeln (der, die, das, ein, eine)
Verben
  • beschreiben Handlungen, Zustände oder Vorgänge
  • werden konjugiert (ich gehe, du gehst)
  • können verschiedene Zeitformen haben
Adjektive
  • beschreiben ein Nomen genauer
  • stehen häufig vor dem Nomen
  • können gesteigert werden (schnell – schneller – am schnellsten)
Pronomen
  • ersetzen ein Nomen („sie“ statt „die Lampe“)
  • beziehen sich oft auf ein bereits genanntes Nomen
  • passen sich an Fall, Geschlecht und Zahl an 
Artikel
  • stehen vor einem Nomen
  • zeigen Geschlecht, Zahl und Fall
  • es gibt bestimmte (der, die, das) und unbestimmte (ein, eine) Artikel
Adverbien
  • beschreiben Verben, Adjektive oder andere Adverbien
  • beantworten Fragen wie Wann? Wo? Wie? Warum?
  • sind unveränderlich
Präpositionen
  • zeigen ein Verhältnis (Ort, Zeit, Grund)
  • stehen meist vor Nomen oder Pronomen
  • bestimmen Fall des folgenden Nomens
Konjunktionen
  • verbinden Wörter oder Sätze
  • bleiben unverändert
Interjektionen
  • drücken Gefühle oder Reaktionen aus
  • stehen oft allein
  • sind unveränderlich
Numeralien
  • geben Mengen oder Reihenfolgen an
  • Kardinalzahlen: eins, zwei, drei
  • Ordinalzahlen (erster, zweiter, dritter) sind veränderlich
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Satzglieder

Die zehn Wortarten kennst du jetzt. Was hingegen Satzglieder sind und wie du sie im Satz bestimmst, zeigen wir dir hier!

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