Die 4 Fälle
Wie du die vier Fälle Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ erkennst und bildest, erklären wir dir hier und im Video!
Inhaltsübersicht
Was sind die vier Fälle?
Die vier Fälle zeigen dir, in welcher Beziehung Personen und Dinge in einem Satz zueinanderstehen. Im Deutschen bezeichnest du die vier Fälle auch häufig als Kasus. Diese vier Fälle gibt es:
- Nominativ
- Genitiv
- Dativ
- Akkusativ
Je nach Fall verändern sich Artikel, Substantive, Pronomen und Adjektive. Dieses Verändern nennst du beugen oder deklinieren.
Warum brauchst du die vier Fälle?
Die vier Fälle haben jeweils eine eigene Aufgabe im Satz. Der Nominativ kennzeichnet das Subjekt, also die Person oder Sache, die etwas tut. Dativ und Akkusativ kennzeichnen die Objekte. Der Genitiv zeigt Zugehörigkeit oder Besitz. Du brauchst die Fälle also, um genau diese Beziehungen deutlich zu machen.
➡️ Beispiel:
✗ Der Hund begrüßt der Mann. (hier wurde nichts an den Fall angepasst)
✓ Der Hund (Nominativ) begrüßt den Mann (Akkusativ).
Beide Sätze enthalten dieselben Wörter. Aber nur durch den richtigen Fall erkennst du, wer begrüßt und wer begrüßt wird. Den Fall erkennst du am schnellsten am Artikel, also am Begleiter des Substantivs. Im Beispiel zeigt dir der Artikel „der“ den Nominativ und „den“ den Akkusativ.
Daneben gibt es auch noch andere Tricks, um den richtigen Fall zu erkennen. Diese zeigen wir dir jetzt!
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Wie erkennst du den Nominativ?
Der Nominativ ist der Fall für das Subjekt eines Satzes. Das Subjekt ist die Person oder Sache, die im Satz handelt oder über die etwas gesagt wird. Nach dem Nominativ fragst du mit „Wer oder was?“.
➡️ Beispiele:
- „Der Hund bellt laut.“
Frage: Wer bellt laut? → der Hund - „Das Buch liegt auf dem Tisch.“
Frage: Was liegt auf dem Tisch? → das Buch
Wie erkennst du den Genitiv?
Der Genitiv drückt Besitz oder Zugehörigkeit aus. Nach dem Genitiv fragst du mit „Wessen?“.
➡️ Beispiele:
- „Das ist das Fahrrad meines Bruders.“
Frage: Wessen Fahrrad ist das? → meines Bruders - „Die Tasche der Lehrerin liegt auf dem Tisch.“
Frage: Wessen Tasche liegt auf dem Tisch? → der Lehrerin
Achte darauf, dass viele männliche und sächliche Nomen im Singular die Endung „-s“ oder „-es“ bekommen. Das siehst du gut in den Beispielen oben: „Bruder“ wird zu „Bruders“ und „Lehrer“ wird zu „Lehrers“.
- -s steht meist bei längeren Wörtern: des Lehrers, des Hundes
- -es steht oft bei kurzen Wörtern oder solchen, die auf -s, -ß, -z enden: des Mannes, des Fußes
Bei weiblichen Nomen und im Plural ändert sich das Nomen nicht. Dort zeigt dir der Artikel, dass ein Wort im Genitiv steht: der Lehrerin, der Kinder.
Wie erkennst du den Dativ?
Der Dativ ist der Fall des Empfängers. Er zeigt dir, wem etwas gegeben oder gesagt wird. Nach dem Dativ fragst du mit „Wem?“.
➡️ Beispiele:
- „Die Mutter gibt dem Kind einen Apfel.“
Frage: Wem gibt die Mutter einen Apfel? → dem Kind - „Ich sage dem Lehrer die Antwort.“
Frage: Wem sage ich die Antwort? → dem Lehrer
Ein weiteres Merkmal des Dativs betrifft den Plural. Im Dativ Plural bekommt das Nomen fast immer die Endung „-n“. Das siehst du zum Beispiel beim Wort „Kinder“, welches im Dativ zu „Kindern“ wird.
Tipp: Der Artikel zeigt dir, ob ein Wort im Dativ steht: „dem“ im Singular und „den“ im Plural.
Wie erkennst du den Akkusativ?
Im Akkusativ steht oft die Person oder Sache, mit der etwas gemacht wird. Nach dem Akkusativ fragst du mit „Wen oder was?“.
➡️ Beispiele:
- „Der Junge liest ein Buch.“
Frage: Was liest er? → ein Buch - „Die Lehrerin lobt den Schüler.“
Frage: Wen lobt sie? → den Schüler
Den Akkusativ Singular erkennst du oft am Artikel „den“ — wie im zweiten Beispiel.
Bei weiblichen und sächlichen Nomen bleibt der Artikel hingegen gleich wie im Nominativ. Dort hilft dir die Frage „Wen oder was?“ besonders weiter.
- Verb finden – Suche zuerst das Verb im Satz.
- Wer oder was? – Stelle diese Frage ans Verb. Die Antwort ist das Subjekt im Nominativ.
- Wem? – Stelle diese Frage ans Verb. Die Antwort steht im Dativ.
- Wen oder was? – Stelle diese Frage ans Verb. Die Antwort steht im Akkusativ.
- Wessen? – Stelle diese Frage an ein Nomen. Die Antwort steht im Genitiv.
Wovon hängt der Kasus ab?
Du hast jetzt gesehen, wie du den Fall eines Wortes mit Fragewörtern bestimmst. Aber woher weißt du, welchen Fall ein Wort haben muss? Meistens legt das, das Verb oder die Präposition fest und manchmal auch das Adjektiv.
Verben bestimmen den Fall
Das Verb „helfen“ verlangt den Dativ:
➡️ Beispiel: „Sie hilft dem Bruder.“
Frage: Wem hilft sie? → dem Bruder (Dativ)
Das Verb „geben“ verlangt sogar drei Fälle gleichzeitig:
➡️ Beispiel: „Er gibt dem Freund einen Stift.“
Frage: Wer oder was gibt? → er (Nominativ)
Frage: Wem gibt er? → dem Freund (Dativ)
Frage: Wen oder was gibt er? → einen Stift (Akkusativ)
Tipp: Frage zuerst mit „Wem?“, um den Dativ zu finden. Dann frage mit „Wen oder was?“, um den Akkusativ zu finden. So verwechselst du die beiden nicht, da sie sich sehr ähnlich sind.
Präpositionen bestimmen den Fall
Jede Präposition verlangt immer einen bestimmten Fall. Hier siehst du drei Beispiele:
| Präposition | Fall | Beispiel |
| mit | Dativ | mit dem Freund |
| für | Akkusativ | für den Bruder |
| während | Genitiv | während des Unterrichts |
Auch Adjektive können den Fall vorgeben
Das Adjektiv „wichtig“ zum Beispiel steht oft mit dem Dativ:
➡️ Beispiel: „Das ist mir wichtig.“
Frage: Wem ist es wichtig? → mir
Wie bildest du die Fallformen?
Du weißt jetzt, wie du den Fall eines Wortes erkennst. Aber wie bildest du die richtige Form? Der wichtigste Hinweis steckt fast immer im Artikel. Das Nomen selbst verändert sich nur selten, der Artikel jedoch wechselt mit jedem Fall.
Hier siehst du die häufigsten Artikelformen auf einen Blick:
| Fall | männlich | weiblich | sächlich | Plural |
| Nominativ | der / ein | die / eine | das / ein | die |
| Genitiv | des / eines | der / einer | des / eines | der |
| Dativ | dem / einem | der / einer | dem / einem | den |
| Akkusativ | den / einen | die / eine | das / ein | die |
➡️ Beispiele:
- Das ist die Leine der Hund. → Das ist die Leine des Hundes.
- Ich helfe die Frau → Ich helfe der Frau.
- Ich sehe der Regenbogen → Ich sehe den Regenbogen.
Übungen zu den vier Fällen
Teste jetzt, was du gelernt hast. Du findest hier drei Übungsblöcke mit Lösungen zum Selbstkontrollieren.
Übung 1: Welcher Fall steckt im Satz?
Bestimme den Fall der unterstrichenen Wortgruppe.
1. „__Der Lehrer__ erklärt die Aufgabe.“ Nominativ
2. „Das ist das Heft __meiner Schwester__.“ Genitiv
3. „Sie schreibt __den Brief__.“ Akkustaiv
4. „Er gibt __dem Hund__ __einen Knochen__.“ Dativ, Akkusativ
Übung 2: Deklinationstabelle ausfüllen
Ergänze die fehlenden Artikel.
| Fall | der Hund | die Katze | das Buch |
| Nominativ | der Hund | die Katze | das Buch |
| Genitiv | des Hundes | der Katze | des Buches |
| Dativ | dem Hund | der Katze | dem Buch |
| Akkusativ | den Hund | die Katze | das Buch |
Ergänze jetzt noch den Dativ Plural:
| Nomen | Dativ Plural |
| die Hunde | den Hunden |
| die Katzen | den Katzen |
| die Bücher | den Büchern |
Übung 3: Sätze selbst formulieren
Schreibe zu jedem Fall einen eigenen Satz. Nutze dafür die Mustersätze aus dem Kapitel oben als Hilfe.
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Nominativ: Schreibe einen Satz, in dem ein Tier die Hauptrolle spielt.
Die Katze schläft auf dem Sofa. → Wer schläft? → die Katze -
Genitiv: Beschreibe, wem etwas gehört.
Das ist das Spielzeug des Kindes. → Wessen Spielzeug? → des Kindes -
Dativ: Benutze das Verb „schenken“ oder „zeigen“.
Ich schenke meiner Freundin ein Buch. → Wem schenke ich ein Buch? → meiner Freundin -
Akkusativ: Benutze das Verb „kaufen“ oder „lesen“.
Ich lese eine Zeitung. → Was lese ich? → eine Zeitung
Genitiv oder Dativ
Genitiv und Dativ unterscheiden sich eigentlich deutlich in ihrer Verwendung. Doch beide Fälle werden oft verwechselt, wenn Präpositionen ins Spiel kommen. Welche Präpositionen den Dativ fordern und welche den Genitiv – und warum manche sogar beide können – zeigen wir dir hier in unserem Beitrag!