Grammatik
4 Fälle (Kasus)
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Du bist dir unsicher, wie du Dativ und Akkusativ richtig verwendest? In diesem Beitrag% und Video erfährst du, worin der Unterschied zwischen Dativ und Akkusativ liegt und wann du sie benutzt.

Dativ / Akkusativ – einfach erklärt

Akkusativ und Dativ gehören wie der Nominativ und Genitiv zu den vier Fällen im Deutschen. Mit ihnen drückst du die Beziehung zwischen Wörtern im Satz aus.

  • Ich kaufe meinem Opa eine neue Brille.

Mit dem Dativ beschreibst du meist eine Person, die etwas bekommt. Du fragst mit der Dativ Frage: „Wem kaufe ich eine neue Brille?“ → „meinem Opa“. Den Akkusativ verwendest du beispielsweise für eine Sache, die benutzt wird. Dann fragst du: „Was oder wen kaufe ich meinem Opa?“ → „eine neue Brille

Dativ / Akkusativ – Verben

Welchen Fall du verwendest, ist in der Regel vom Verb abhängig. Die meisten Verben im Deutschen erfordern ein Akkusativobjekt . Nur wenige Verben verlangen den Dativ. Je nachdem, welches Verb du verwendest, musst du das Objekt in einen bestimmten Fall setzen.

„Helfen“ fordert zum Beispiel den Dativ:

  • Dativ: Ich helfe der Nachbarin.
  • Akkusativ: Ich helfe die Nachbarin. ✗ 

„Sehen“ dagegen steht im Akkusativ:

  • Akkusativ: Ich sehe die Nachbarin.  
  • Dativ: Ich sehe der Nachbarin.
Dativ Frage 
  • Die Dativfrage ist „Wem?“. Denn in der Regel stehen Personen im Dativ.
  • Die Akkusativfrage dagegen ist „Wen oder was?“. In diesem grammatischen 4. Fall können Personen oder Dinge stehen (Ich bringe meinem Vater das Buch.).

Sehen wir uns die beiden Fälle nun genauer an.

Dativ / Akkusativ Tabelle: Dativ (3. Fall)

Den Dativ brauchst du in der Regel für indirekte Objekte. Bei indirekten Objekten handelt es sich oft um Personen oder Dinge, die etwas bekommen. Mit dem Dativ machst du also den Empfänger deutlich. Du nutzt die Dativ Frage „wem“, um nach dem indirekten Objekt zu fragen.

  • Ich schenke meinem Bruder einen Kuchen. → Wem schenke ich einen Kuchen? → Meinem Bruder. „Meinem Bruder“ ist das indirekte Objekt (Dativobjekt ) in dem Satz, weswegen du den Dativ verwendest.

Ausnahmen: Bei manchen Verben musst du immer den Dativ verwenden, selbst wenn du kein indirektes Objekt hast, zum Beispiel bei „zuhören“ oder „helfen“. In dem Satz „Wir helfen dem Schüler.“ steht das Objekt („Schüler“) im Dativ und ist trotzdem das direkte Objekt.

Falls du noch mal wiederholen möchtest, wie der Dativ gebildet wird: In der Tabelle siehst du die Dativdeklination auf einen Blick.

  maskulin feminin neutral Dativ Plural
bestimmter Artikel dem Mann der Frau dem Kind den Familien
unbestimmter Artikel einem Mann einer Frau einem Kind — Familien
  keinem Mann keiner Frau keinem Kind keinen Familien
Eselsbrücke Dativ

„Dativ“ leitet sich vom lateinischen „dare“ ab, was „geben“ bedeutet. Deswegen nutzt du die Dativ Frage: „Wem gebe ich?“

Dativ – Verben

Es gibt eine Reihe von Verben, die im Deutschen häufig genutzt werden und die Dativ Frage verlangen:

  • helfen
  • glauben
  • leidtun
  • vertrauen
  • antworten
  • zuhören
  • gehören
  • gefallen
  • gratulieren
  • danken
  • gehorchen
  • verzeihen
  • wehtun
  • folgen
  • zustimmen

Du könntest zum Beispiel sagen:

  • Ich stimme dir zu. Das Personalpronomen  „dir“ muss also im Dativ stehen — der Akkusativ „dich“ wäre hier falsch.

Im Deutschen verwendest du nur wenige Verben mit der Dativ Frage. Oft drücken diese Verben eine persönliche Beziehung zwischen dem Subjekt und dem Objekt aus, zum Beispiel vertrauen, leidtun oder gehören.

  • Sein Hund vertraut ihm blind.
  • Es tut mir sehr leid.
  • Die Gemälde gehören seinem Großvater.

Dativ / Akkusativ Tabelle: Akkusativ (4. Fall)

Den Akkusativ verwendest du meist für direkte Objekte. Direkte Objekte sind oft Personen oder Sachen, mit denen etwas gemacht wird oder die für eine bestimmte Handlung benutzt werden. Mit der Akkusativfrage „wen oder was“ fragst du nach dem direkten Objekt.

  • Ich schenke meinem Bruder einen Kuchen. → Was schenke ich meinem Bruder? → Einen Kuchen. „Einen Kuchen“ ist das direkte Objekt im Satz (Akkusativobjekt) und steht deswegen im Akkusativ.

  • Pia besucht ihre Freundin. → Wen besucht Pia? Ihre Freundin.

Hier siehst du die Formen der Akkusativdeklination noch mal auf einen Blick.

  maskulin feminin neutral Akkusativ Plural
bestimmter Artikel den Mann die Frau das Kind die Familien
unbestimmter Artikel einen Mann eine Frau ein Kind — Familien
  keinen Mann keine Frau kein Kind keine Familien

Wie du in der Tabelle siehst, ändert sich der Artikel im Akkusativ nur bei maskulinen Nomen .

Eselsbrücke Akkusativ

„Akkusativ“ kommt vom lateinischen „accusare“, was „beschuldigen“ bedeutet. Deswegen fragst du beim Akkusativ „Wen beschuldige ich?“

Akkusativ – Verben

Die meisten deutschen Verben verwendest du mit dem Akkusativ. Hier findest du einige häufig genutzte Verben, die den Akkusativ verlangen:

  • besuchen
  • treffen
  • kennen / kennenlernen
  • bezahlen
  • kaufen / verkaufen
  • hören
  • sehen
  • fragen
  • vergessen
  • verstehen
  • lesen
  • zählen
  • lernen
  • haben
  • suchen
  • finden
  • bestellen

Du könntest etwa sagen:

  • Ich suche den Ausgang. Das Nomen „Ausgang“ und der dazugehörige Artikel „den“ müssen im Akkusativ stehen — der Dativ „dem Ausgang“ passt hier nicht.

Viele Verben musst du leider einfach auswendig lernen. Es gibt aber auch ein paar Hinweise, an denen du erkennst, dass ein Verb den Akkusativ verlangt.

Untrennbare Verben mit den Vorsilben „be-“ (z. B. bekommen), „ver-“ (z. B. verlassen) und „zer-“ (z. B. zerreißen) verwendest du in der Regel mit dem Akkusativ:

  • Paul hat ein Geschenk bekommen.
  • Wir verlassen die Stadt.
  • Sie zerreißt den Brief.

Auch bei Verben mit dem unpersönlichen Subjekt „es“ nutzt du meist ein Pronomen im Akkusativ:

  • Es wundert mich.
  • Es ärgert ihn.
  • Es erschreckt uns.

Präpositionen mit Dativ / Akkusativ

Nicht nur Verben können vorgeben, welchen Fall du nutzen musst — Auch bestimmte Präpositionen verlangen den Dativ oder Akkusativ.

Den Dativ brauchst du zum Beispiel nach mit, bei oder von.

  • Ich gehe morgen mit meinem Freund ins Kino.
Eselsbrücke Präpositionen

Benutze „nach“, „mit“, „seit“, „von“, „aus“, „zu“ und „bei“ zusammen mit Fall Nummer drei!

Den Akkusativ erfordern beispielsweise für, ohne oder durch.

  • Ich gehe nicht ohne meinen Freund ins Kino.

Außerdem gibt es noch eine Reihe von Präpositionen, die den Akkusativ und den Dativ fordern können.

Wenn du eine Position ausdrückst, also wo jemand oder etwas ist, brauchst du den Dativ. In dem Fall fragst du „Wo?“.

  • Die Katze liegt unter dem Tisch. → Wo liegt die Katze? Unter dem Tisch.

Möchtest du dagegen eine Richtung ausdrücken, also wohin sich jemand oder etwas bewegt, dann verwendest du den Akkusativ. Dann fragst du „Wohin?“.

  • Die Katze geht unter den Tisch. → Wohin geht die Katze? Unter den Tisch.

%Schau dir hier weitere Beispiele für Präpositionen mit Akkusativ und Dativ an.%Liebe Animation, hier bitte diese Grafik nachbauen:<img src="https://o.quizlet.com/n6f2EphI98vyybT8s9lTlQ_b.png" />also zeigen, dass es Präpositionen gibt, die den Dativ oder den Akkusativ verlangen, einige Präpositionen aber auch mit beiden Fällen funktionieren (sich dadurch allerdings die Bedeutung ändert), den unteren Abschnitt zu den verbundenen Präpositionen ("in dem" --> "im" etc.) könnt ihr weglassen. Und statt den Beispielsätzen bitte bei "Wo? Dativ": <em>Ich bin in dem Zimmer.</em> (und "in" und "dem Zimmer" in dem Satz irgendwie hervorheben) und bei "Wohin? Akkusativ":  <em>Ich gehe in das Zimmer.</em> ("in" und "das Zimmer" auch wieder hervorheben). Bild-Überschrift: Präpositionen mit Dativ und Akkusativ, Alt-Text: dativ akkusativ, akkusativ dativ, dativ oder akkusativ, dativ und akkusativ, akkusativ und dativ, dativ frage, dativ akkusativ fragen, akkusativ oder dativ, dativ akkusativ, fragen, dativ fragen, über dativ oder akkusativ, von dativ oder akkusativ, was ist dativ und akkusativ, was ist akkusativ und dativ, dativ akkusativ tabelle, über dativ oder akkusativ, von dativ oder akkusativ

Dativ / Akkusativ – Übungen

Bereit, dein Wissen auf die Probe zu stellen? Hinter jedem Satz findest du das Satzglied im Nominativ . Setze diese Artikel, Adjektive  und Nomen in der richtigen Form in die Lücken ein — also im Dativ oder im Akkusativ. Überlege, wie du nach diesem Satzglied fragen würdest. Du kannst deine Lösung überprüfen, indem du im Lösungsfeld das Auge anklickst.

  1. Er wird dir verzeihen. (du) → Lösung: Wem wird er verzeihen? (Dativ)
  2. Dem Jungen gefällt die Musik. (der Junge) → Lösung: Wem gefällt die Musik? (Dativ)
  3. Ich habe meinen Schlüssel zu Hause vergessen. (mein Schlüssel) → Lösung: Was habe ich zu Hause vergessen? (Akkusativ)
  4. Sie hat einen netten Mann kennengelernt. (ein netter Mann) → Lösung: Wen hat sie kennengelernt? (Akkusativ)
  5. Die Lehrerin hilft dem Schüler. (der Schüler) → Lösung: Wem hilft die Lehrerin? (Dativ)
  6. Meine Mutter stellt die Vase auf den Tisch. (der Tisch) → Lösung: Wohin stellt meine Mutter die Vase? (Akkusativ)
  7. Wir kaufen den blauen Schrank. (der blaue Schrank) → Lösung: Was kaufen wir? (Akkusativ)
  8. Das Haus gehörte einer spanischen Familie. (eine spanische Familie) → Lösung: Wem gehörte das Haus? (Dativ)
  9. Die alte Frau kommt aus dem Garten. (der Garten) → Lösung: Woher kommt die alte Frau? (Dativ)
  10. Ich antworte meinem Bruder. (mein Bruder) → Lösung: Wem antworte ich? (Dativ)
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Vier Fälle im Deutschen

Super! Mit dem Dativ und dem Akkusativ kennst du dich jetzt aus. Im Deutschen gibt es aber noch zwei weitere Fälle — den Nominativ und den Genitiv. Wenn du das Thema noch einmal wiederholen möchtest, hilft dir unser Video %Thumbnailverweis einfügen weiter!

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