Grammatik
Sprachwissenschaft
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Was ist Semantik – einfach erklärt 

Die Semantik ist die Lehre von der Bedeutung sprachlicher Zeichen und geht auf den französischen Sprachwissenschaftler Michel Jules Alfred Bréal zurück. Der Begriff kommt vom griechischen semantikos, was so viel wie „bezeichnend“ oder „zum Zeichen gehörend“ bedeutet.

Der Bereich Semantik beschäftigt sich mit der Bedeutung von Wörtern — oder Lexemen — und anderen sprachlichen Einheiten. Ein Lexem besteht dabei aus einer Buchstaben- oder Lautabfolge, die eine bestimmte Bedeutung hat.

Semantik Definition

Die Semantik ist ein Teilgebiet der Sprachwissenschaft und beschäftigt sich mit der Bedeutung von Wörtern und anderen sprachlichen Einheiten (z. B. Sätzen oder Redewendungen).

Die Begriffe „Lexem“ und „Wort“ meinen in etwa dasselbe, sind aber nicht hundertprozentig deckungsgleich. Ein Lexem kann auch aus mehreren Wörtern bestehen. So enthält die Redewendung „ins Gras beißen“ zwar drei Wörter, besteht aber aus nur einem Lexem. Denn die semantische Bedeutung des Ausdrucks entsteht nur durch die Kombination genau dieser Wörter. Andererseits müssen Lexeme nicht immer vollständige Wörter sein, um eine Bedeutung haben zu können. Das ist zum Beispiel bei Vorsilben wie ab- und auf- der Fall.

Semantische Ansätze 

In unserem Beitrag zeigen wir dir hauptsächlich, welche Rolle die Semantik in der Sprachwissenschaft, also der Linguistik, spielt. Doch sie beschränkt sich nicht nur auf die Sprachwissenschaft. Insgesamt gibt es in der Semantik drei verschiedene Ansätze. Das sind…

  • …der philosophische Ansatz: Die Sprachphilosophie beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit und damit, wie sich Sprache und Bewusstsein gegenseitig beeinflussen.
  • …der linguistische Ansatz: Hier geht es in der Semantik um die Bedeutung von sprachlichen Einheiten, also Wörtern oder Sätzen.
  • …die allgemeine Semantik: Darunter verstehst du eine Methode, die sich mit den Menschen und ihrem Verhältnis zur Sprache beschäftigt. Ziel ist es, durch Sprachbewusstsein den Umgang von Menschen miteinander und mit ihrer Umgebung zu verbessern und so beispielsweise Konflikte zu reduzieren.

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Das sprachliche Zeichen nach Saussure 

Ein bekannter Wissenschaftler, der sich mit der Bedeutung von sprachlichen Zeichen beschäftigte, war der Schweizer Linguist Ferdinand de Saussure. Er gilt sogar als Begründer der modernen Linguistik. In seinem Zeichenmodell stellte er die Beziehung zwischen dem sprachlichen Zeichen und dessen Bedeutung dar.

Sprache ist zunächst ein System aus willkürlichen Zeichen. Das bezeichnest du auch als arbiträr. Nur durch die Konventionen, also die Regeln einer Sprachgemeinschaft, erhält ein sprachliches Zeichen beziehungsweise ein Lexem eine bestimmte Bedeutung. Es beschreibt somit einen Gegenstand, ein Gefühl oder eine Bewegung der außersprachlichen Wirklichkeit, also der realen Welt. Dabei nennt de Saussure das sprachliche Zeichen den Signifikant und die Bedeutung des Zeichens das Signifikat.

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Das Zeichenmodell nach de Saussure

Schauen wir uns das an einem Beispiel an. Das Lexem „Baum“ ist zunächst eine willkürlich gewählte Aneinanderreihung von Buchstaben (Graphemen), beziehungsweise Lauten (Phonemen). Die Sprecher der deutschen Sprache haben sich allerdings darauf geeinigt, mit dieser Buchstabenfolge eine große Pflanze mit Stamm, Ästen und Blättern zu bezeichnen. Das Lexem „Baum“ ist nach Saussure also der Signifikant. Der Baum, wie er draußen im Wald oder im Park wächst, ist das Signifikat — also der Gegenstand in der realen Welt, auf den sich das sprachliche Zeichen bezieht.

Tipp: Wenn du noch mehr über Grapheme, Phoneme und Sprache ganz allgemein wissen willst, dann schau dir diesen Beitrag  an.

Lexikalische Bedeutung 

Die Bedeutung eines Lexems kann aber noch viel genauer untersucht werden. Zum einen kann ein Sprecher ein Lexem verwenden, um sich auf ein ganz bestimmtes Objekt in der realen Welt zu beziehen. Er kann also von einem ganz bestimmten Baum sprechen, von dem er weiß, wo er steht und wie er aussieht. Allerdings kann ein einzelnes Lexem noch viele weitere, sprach-interne Bedeutungsebenen haben:

  • Sinn: Die begriffliche Bedeutung eines Lexems ist immer dieselbe. Unabhängig vom Kontext, in dem also das Lexem „Baum“ verwendet wird, hat er immer bestimmte Eigenschaften und optische Merkmale: Baum = eine Pflanze mit Stamm, Ästen und Blättern/Früchten.
  • Konnotation: Weitere Bedeutungen eines Lexems beruhen darauf, welche Gedankengänge (Assoziationen) es in uns als Sprecher hervorruft. So gilt ein Baum oft als stark oder als Sinnbild für Leben und Wachstum. Diese Assoziationen sind kulturell und zeitlich bedingt. So kann der Baum für Menschen einer anderen Kultur oder für Menschen, die vor 1000 Jahren gelebt haben, eine ganz andere Konnotation haben, als für uns als Sprecher des Deutschen im 21. Jahrhundert. 

Übrigens: Manchmal kann ein Lexem mehrere Bedeutungen haben. Wenn das der Fall ist, dann sprichst du von Polysemie. „Bank“ kann sich sowohl auf ein Möbelstück zum Sitzen als auch auf ein Finanzinstitut beziehen. In solchen Fällen hängt die jeweilige Bedeutung immer vom Kontext ab, in dem das Lexem verwendet wird.

Lexikalische Relationen 

Du kannst Lexeme nicht nur auf ihre Bedeutung, sondern auf ihre Beziehungen (Relationen) zueinander untersuchen. Lexeme lassen sich beispielsweise in Wortfelder einteilen. Zu einem Wortfeld gehören Lexeme, die sich ein oder mehrere semantische Merkmale teilen, also inhaltlich eng miteinander verwandt sind. So sind die Wörter „blau“, „rot“, „lila“ und „orange“ alles Farbadjektive und können zu einem Wortfeld („Farben“) zusammengefasst werden. Verwendest du einen Begriff aus einem Wortfeld, schließt er damit in manchen Fällen alle anderen Begriffe aus dem Wortfeld automatisch aus. Wenn du also von einem „roten Auto“ sprichst, dann ist damit klar, dass das Auto rot ist und eben nicht lila, orange oder blau.

Die Beziehungen zwischen Lexemen können aber auch noch anders definiert werden als nur durch Wortfelder. Dafür gibt es unter anderem folgende Kategorien:

  • Synonyme: Wenn zwei Lexeme Synonyme sind, dann gleichen sie sich in ihrer Bedeutung (z. B. „ins Gras beißen“ = „sterben“ = „das Zeitliche segnen“)
  • Antonyme: Ein Antonym ist ein Gegenteil. Dabei unterscheidest du zwischen…
    → …
    komplementären Antonymen: Sie sind Gegenteile, die eine gegensätzliche Bedeutung haben und sich gegenseitig ausschließen (z. B. „tot“ und „lebendig“).
    → …und abstufbaren Antonymen: Sie bilden zwei gegensätzliche Pole, zwischen denen mehrere Zwischenstufen möglich sind (z. B. „kalt“ und „heiß“ mit Abstufungen wie „kühl“ oder „lauwarm“).
  • Meronyme: Unter Meronymen verstehst du Bestandteile eines Gegenstandes. Der menschliche Körper beispielsweise besteht aus vielen Einzelteilen, wie den Armen, den Beinen, dem Torso und dem Kopf. All diese Teile sind Meronyme. Den Begriff „Körper“ bezeichnest du in diesem Beispiel als Holonym.
  • Hyperonyme: Als Hyperonym bezeichnest du oft einen Sammelbegriff für kleinere Einheiten, die sich semantisch ähnlich sind. Diese kleineren Einheiten heißen Hyponyme. „Blume“ ist beispielsweise ein Hyperonym, also ein Sammelbegriff für verschiedene Blumenarten, wie „Tulpen“, „Narzissen“ und „Gänseblümchen“. Die verschiedenen Blumenarten sind in diesem Beispiel die Hyponyme.

Oberflächenstruktur vs. Tiefenstruktur 

Wenn du einen Satz auf seine Bedeutung untersuchen willst, dann konzentrierst du dich nicht nur auf die einzelnen Wörter an sich. Auch die Grammatik spielt eine entscheidende Rolle. Jeder Satz hat…

  • …eine semantische Oberflächenstruktur: Dabei handelt es sich um die einzelnen Wörter oder Satzelemente , aus denen der Satz besteht und die wir lesen oder hören können. 
  • …eine semantische Tiefenstruktur: Darunter verstehst du die Bedeutung des Satzes, die erst dadurch entsteht, dass die Wörter grammatikalisch miteinander verknüpft und vom Leser oder Hörer interpretiert werden.

So hat also der Satz „Die Wahl des Bürgermeisters war umstritten“ die gleiche Oberflächenstruktur, aber zwei Tiefenstrukturen. Die Anordnung der Wörter im Satz ist die gleiche, aber die Bedeutungen oder Interpretation sind zwei verschiedene. Der Bürgermeister kann also sowohl eine Wahl getroffen haben als auch selbst gewählt worden sein.

Das Ganze funktioniert aber auch andersherum: Es gibt Sätze, die nur eine Tiefenstruktur, aber mehrere Oberflächenstrukturen haben. Das ist zum Beispiel bei den Sätzen „Jonas liebt Kim“ und „Kim wird von Jonas geliebt“ der Fall. Die Aussage der beiden Sätze ist dieselbe, aber die Oberflächenstruktur, also die Anordnung der Wörter, ist eine andere.

Syntax

Jetzt weißt du alles Wichtige über Semantik in Deutsch. Wenn du noch ein weiteres Gebiet der Sprachwissenschaft kennenlernen willst, dann schau dir unser Video zur Syntax an.

Zum Video: Syntax
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