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Nominalisierung

Was ist eine Nominalisierung und wie bildest du sie? In diesem Beitrag und im Video zeigen wir dir die wichtigsten Regeln und typische Signalwörter.

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Inhaltsübersicht

Was ist eine Nominalisierung?

Eine Nominalisierung ist eine Methode, bei der ein Wort aus einer anderen Wortart in ein Nomen umgewandelt wird. Meist passiert das mit Verben oder Adjektiven. Das neue Nomen bezeichnest du ebenfalls als Nominalisierung.

➡️ Beispiel

Verb: lesen Nomen: das Lesen
Adjektiv: klug Nomen: die Klugheit

Das neue Nomen (das Lesen, die Klugheit) bezeichnest du ebenfalls als Nominalisierung. Du schreibst Nominalisierungen immer groß — genauso wie andere Nomen auch. Oft schreibst du sie auch mit einem Begleiter, also einem Wort davor. Das kann zum Beispiel sein:

  • Artikel: das Lesen
  • Pronomen: meine Klugheit
  • Adjektiv: spannendes Training
  • Präposition: beim Schreiben

Verben und Adjektive werden auf unterschiedliche Weise nominalisiert. Im nächsten Schritt schauen wir uns zunächst an, wie Verben in Nomen umgewandelt werden.

Nominalisierung von Verben

Verben sind die Wortart, die am häufigsten nominalisiert wird. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Nominalisierung mit dem Infinitiv,
  • mit der Vor- oder Nachsilbe,
  • mit reflexiven Verben, oder
  • mit dem Partizip Perfekt.
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Nominalisierung mit dem Infinitiv

Wenn du die Grundform (Infinitiv) eines Verbs nominalisierst, bleibt die Form des Verbs gleich. Du setzt einfach einen Artikel davor und schreibst den Anfangsbuchstaben groß. Manchmal findest du den Infinitiv aber auch ohne Artikel im Satz.

➡️ Beispiel

Mit Artikel: „Das Tanzen macht mir Spaß.“
Ohne Artikel: „Lesen und Rechnen gehören zum Alltag.“

Nominalisierte Verben erkennst du daran, dass sie Tätigkeiten oder Vorgänge beschreiben.

Schon gewusst? Infinitive als Nomen werden auch substantivierte Infinitive genannt.

Nominalisierung mit Vor- und Nachsilben

Verben kannst du auch nominalisieren, indem du eine Vorsilbe oder eine Nachsilbe an den Wortstamm anhängst.

Mit der Vorsilbe ge-
Du setzt ge- vor den Wortstamm des Verbs. Diese Form wird häufig bei Geräuschen oder Tätigkeiten verwendet.

Verb Stamm Nominalisierung
flüstern flüster- das Geflüster
jammern jammer- das Gejammer
knistern knister- das Geknister

Mit Nachsilben
Noch häufiger nutzt du Nachsilben, um aus einem Verb ein Nomen zu machen. Dabei bleibt der Wortstamm gleich, aber eine feste Endung kommt dazu.

Nachsilbe Verb Stamm Nominalisierung
-e ernten ernt- die Ernte
-nis erleben erleb- das Erlebnis
-er spielen spiel- der Spieler
-ung lesen les- die Lesung
-ling prüfen prüf- der Prüfling
-tum wachsen wachs- das Wachstum

Nominalisierung mit reflexiven Verben

Bei reflexiven Verben steht normalerweise ein Reflexivpronomen wie „michoder „sich dabei. Wenn du solche Verben nominalisierst, fällt das Reflexivpronomen weg und du schreibst das Verb groß.

➡️ Beispiel

„Ich beschwere mich über den Lärm.“ „Die Beschwerde über den Lärm war deutlich.“

Hier wird aus dem Verb „sich beschweren“ das Nomen „Beschwerde“. Das Reflexivpronomen „mich“ brauchst du nicht mehr.

Nominalisierung mit dem Partizip Perfekt

Die Vergangenheitsform eines Verbs nennst du Partizip Perfekt. Du erkennst diese Form oft an der Vorsilbe ge- und der Endung -t (z. B. „gesagt, „gelacht, „geschrieben). Wenn du ein Partizip Perfekt nominalisierst, schreibst du es groß und verwendest es meist mit einem Begleiter.

➡️ Beispiel

„Die Kinder haben gemalt.“ „Das Gemalte hing nachher an der Wand.“

Nominalisierung von Adjektiven

Auch Adjektive  kannst du auf verschiedene Arten in Nomen umwandeln. Hier gibt es nur zwei Methoden:

  • Nominalisierung mit der Grundform
  • Nominalisierung mit Nachsilben

Nominalisierung der Grundform

Manche Adjektive kannst du direkt als Nomen verwenden. Die Form bleibt dabei unverändert. Das funktioniert besonders bei Farben oder in festen Redewendungen.

➡️ Beispiel

Farbe: „blau“ „Das Blau steht dir gut.“
Redewendung: „gut“ „Jenseits von Gut und Böse

Nominalisierung mit Nachsilben

Adjektive kannst du auch in Nomen umwandeln, indem du eine Nachsilbe an die Grundform anhängst. Diese Formen brauchst du oft, um Eigenschaften oder Zustände zu benennen.

Nachsilbe Adjektiv Stamm Nominalisierung
-heit freundlich freundlich- die Freundlichkeit
-keit sauber sauber- die Sauberkeit
-e breit breit- die Breite
-nis finster finster- die Finsternis
-schaft bereit bereit- die Bereitschaft

Nominalisierung von anderen Wortarten

Nicht nur Verben und Adjektive lassen sich nominalisieren — auch andere Wortarten können zu Nomen werden. Meist bleibt die ursprüngliche Form dabei gleich. Hier siehst du typische Beispiele:

  • Pronomen: „ich „Das Ich und das Du gehören zusammen.“
  • Adverb: „abseits „Der Spieler stand im Abseits.“
  • Präposition: „aus „Der Ball ging ins Aus.“
  • Konjunktion: „aber „Ohne Wenn und Aber stand er zu seiner Meinung.“
  • Interjektion: „pfui „Ein lautes Pfui war aus der Menge zu hören.“
  • Partikel: „ja „Ein klares Ja war seine Antwort.“

Du findest diese Art der Nominalisierung oft in Redewendungen, beim Sport oder in Geschichten. Sie machen Aussagen oft kürzer und präziser.

Schon gewusst? Die Verwendung vieler Nomen deutet meist auf einen gehobenen Sprachstil hin, wie in wissenschaftlichen Texten oder Gesetzestexten. Enthält ein Text viele Nominalsätze, sprichst du vom Nominalstil. Er schwert das Lesen und Verstehen, weil er oft kompliziert wirkt. Daher nutzt du im Alltag Nominalisierungen eher selten.

So erkennst du Nominalisierungen!

Manche Wörter im Satz helfen dir dabei, eine Nominalisierung zu erkennen. Diese Wörter nennst du Signalwörter. Sie stehen direkt vor dem nominalisierten Wort. Hier siehst du die wichtigsten Signalwörter:

Signalwort-Art Beispiel für das Signalwort Beispiel mit Nominalisierung
Artikel der, die, das, ein, eine Das Malen macht ihm Spaß.
Adjektiv schön, lecker, gut Leckeres Süßes ist sein Lieblingssnack.
Pronomen mein, dein, dieses Mein Kleines schläft gerade.
Präposition bei, über, in, nach Beim Schwimmen ist sie glücklich.
Mengenangabe viel, wenig, etwas Es wurde viel Gutes gesagt.

Wichtig: Nicht jedes Signalwort zeigt eine Nominalisierung. Ein Signalwort allein reicht nicht immer aus. Wenn danach ein normales Nomen folgt, liegt keine Nominalisierung vor. Zum Beispiel: „Ich sehe ein rotes Auto.“ „rotesbeschreibt „Auto, ist also kein Nomen.

Nominalisierung erkennen mit der Artikelprobe

Du bist dir nicht sicher, ob ein Wort nominalisiert ist? Dann mach die Artikelprobe: Kannst du „der, „die oder „das davor setzen und es ergibt einen sinnvollen Ausdruck? Dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein Nomen!

➡️ Beispiel

„Ich mag Lesen.“ Ich mag das Lesen Nominalisierung

Nominalisierung — Zusammenfassung

Hier ist für dich eine Zusammenfassung zum Herunterladen: 

Zusammenfassung – Nominalisierung
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Zusammenfassung – Nominalisierung

Überprüfe dein Wissen

Hier kannst du dein Wissen über Nominalisierungen testen und festigen. Die Lösungen findest du direkt unter jeder Aufgabe.

Übung 1: Nominalisiere die folgenden Wörter
Manche Wörter lassen sich auf verschiedene Arten nominalisieren. Überlege, welche Nomen du aus diesen Wörtern bilden kannst.

  1. kalt (die Kälte)
  2. lachen (das Lachen)
  3. mutig (der Mut)
  4. reisen (die Reise, das Reisen)
  5. gestern (das Gestern)
  6. nein (das Nein)

Übung 2: Erkenne die Nominalisierung im Satz
Unterstreiche das nominalisierte Wort. Achte auf Signalwörter wie Artikel, Adjektive, Pronomen oder Präpositionen.

  1. Beim Schreiben hört sie Musik. (Schreiben)
  2. Das Neue gefällt mir besonders gut. (Neue)
  3. Ich kann mit dem Vielen nichts anfangen. (Vielen)
  4. Seine Ehrlichkeit beeindruckt mich. (Ehrlichkeit)
  5. Ich höre ein leises Ja aus der Ecke. (Ja)
  6. Das Tanzen macht ihm Freude. (Tanzen)

Übung 3: Hänge eine passende Nachsilbe an das Adjektiv an
Verwende Nachsilben wie –heit, –keit, –ung, –ling, –er oder –schaft, um aus den Adjektiven oder Verben Nomen zu bilden.

  1. gründen (die Gründung)
  2. bereit (die Bereitschaft)
  3. klug (die Klugheit)
  4. höflich (die Höflichkeit)
  5. neu (der Neuling)
  6. fahren (der Fahrer)

Nominalisierung — häufigste Fragen 

(ausklappen)
  • Woran erkenne ich eine Nominalisierung?

    Eine Nominalisierung erkennst du an diesen vier Merkmalen:

    • Das Wort wird großgeschrieben (z. B. das Schwimmen).
    • Es steht meist ein Begleiter davor (z. B. das Schwimmenhäufiges Schwimmenbeim Schwimmen).
    • Du kannst einen Begleiter ergänzen, falls keiner vorhanden ist (z. B. Schwimmen macht Spaß. → Das Schwimmen macht Spaß.).
    • Das Wort kann oft durch ein anderes Nomen ersetzt werden (Das Schwimmen macht Spaß. → Der Sport macht Spaß.).
  • Was ist der Unterschied zwischen Nominalisierung und Verbalisierung?

    Bei einer Nominalisierung wird ein anderes Wort – meistens ein Verb oder ein Adjektiv – in ein Nomen umgewandelt.
    Bei der Verbalisierung passiert das Gegenteil: Ein Nomen wird in ein Verb umgewandelt.

    Beispiele:

    • Nominalisierung: tanzen → das Tanzen
    • Verbalisierung: die Hilfe → helfen
  • Welche Signalwörter deuten auf eine Nominalisierung hin?  

    Diese Signalwörter stehen oft direkt vor einer Nominalisierung:

    • Artikel: das, eine, der (z. B. das Lesen)
    • Pronomen: dieses, mein, unser (z. B. dieses Lesen)
    • Adjektive: häufiges, schnelles, gutes (z. B. häufiges Lesen)
    • Präpositionen: beim, ohne, durch (z. B. beim Lesen)
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H2: Groß- und Kleinschreibung

Ob ein Wort nominalisiert wurde, erkennst du oft an der Großschreibung. Wann du im Deutschen groß- oder kleinschreibst, erfährst du im Video zur Groß- und Kleinschreibung!

Zum Video: Groß- und Kleinschreibung
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