Rechtschreibung
Groß- und Kleinschreibung
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Was ist eine Nominalisierung überhaupt und wie nominalisiert man Verben und Adjektive? Das und vieles Weitere über diese Sprachbesonderheit, die du auch Substantivierung nennst, erfährst du hier. Schau dir auch das Video zum Thema an!

Was ist Nominalisierung?

Eine Nominalisierung dient dazu, ein Wort zu einem Nomen , also einem Namenwort umzuformen. Das kannst du mit Verben, Adjektiven und weiteren Wortarten machen. Das nominalisierte Wort schreibst du anschließend groß. Du kannst die Nominalisierung auch als Substantivierung bezeichnen. Ein Text im Nominalstil weist besonders viele Substantivierungen auf. 

Beispiel: lachen (Verb) → das Lachen (Nomen)

Nominalisierung von Verben

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du ein Verb nominalisieren kannst. In allen Fällen verwendest du das Tunwort als Nomen.  Demnach schreibst du nominalisierte Verben groß.

  1. Infinitiv als Nomen verwenden
    Du kannst die Grundform eines Verbs als Nomen verwenden, indem du ein Signalwort voranstellst. Das können zum Beispiel Artikel, Präpositionen, Adjektive, Pronomen oder Mengenangaben sein. 
    In meiner Freizeit schwimme ich. → Das Schwimmen ist mein Hobby. 
  2. Endung anhängen
    Du hast aber auch die Möglichkeit, den Wortstamm des Verbs durch eine bestimmte Endung zu erweitern. Indem du -ung, -er, -t, -ling  oder -erei anhängst, erhältst du ein Nomen. 
    Clara begleitet mich. → Clara ist meine Begleitung
  3. Vorsilbe voranstellen
    Auf die gleiche Weise kannst du auch eine Vorsilbe vor den Wortstamm setzen. 
    Es stört, dass alle so laut brüllen. → Das Gebrüll stört mich. 
  4. Partizip Perfekt als Nomen benutzen
    Zuletzt kannst du auch das Partizip Perfekt oder Partizip II nominalisieren. Normalerweise brauchst du es zur Bildung der Vergangenheitsformen. Du bildest es, indem du die Vorsilbe ge- und die Endung -t an den Stamm des Verbs anhängst. 
    Ich erinnere mich nicht mehr, was gesagt wurde. → Ich erinnere mich nicht mehr an das Gesagte.

Nominalisierung von Adjektiven

Auch bei Adjektiven gibt es mehrere Möglichkeiten zur Substantivierung. Das Wiewort verwendest du dann also als Nomen. Du bezeichnest es als substantiviertes Adjektiv oder nominalisiertes Adjektiv.

  1. Adjektiv als Nomen verwenden
    Du kannst ein Adjektiv als Nomen verwenden, indem du ein Signalwort voranstellst: also einen Artikel, eine Präposition, ein Adjektiv, ein Pronomen oder eine Mengenangabe. 
    Mir gefällt das schwarze Kleid. → Mir gefällt das Schwarze
  2. Endung anhängen
    Indem du bestimmte Endungen an das Adjektiv anhängst, erhältst du ein Nomen. Das ist zum Beispiel bei -heit, -keit, -e oder -chen der Fall. 
    Ich bewundere, wie gelassen sie ist. → Ich bewundere ihre Gelassenheit

Wichtig: Die Substantivierung von Adjektiven funktioniert auch bei den Steigerungsformen
Wer ist das schönste Mädchen im ganzen Land? → Wer ist die Schönste im ganzen Land?

Nominalisierung von anderen Wortarten

Manchmal werden neben Adjektiven und Verben auch weitere Wortarten nominalisiert. 

  • Präpositionen : Das Für und Wider der Argumentation war sehr überzeugend. 
  • Pronomen : Das lyrische Ich ist die Stimme eines Gedichts. 
  • Adverbien : Alle hoffen auf ein besseres Morgen
  • Zahlwörter: Der Dritte erhielt eine Bronze-Medaille. 

Signalwörter und Ausnahmen

Bestimmte Begleitwörter zeigen dir, dass es sich bei einem Wort um eine Substantivierung handelt. 

  • Artikel (Begleiter)
    der, die das, ein, eine, …
    Das Fahrradfahren macht uns Spaß.
  • Adjektive (Wiewörter)
    hoch, tief, groß, klein, gut, schlecht, …
    Dunkles Grün ist meine Lieblingsfarbe.
  • Pronomen (Fürwörter)
    mein, dein, sein, unser, euer, ihr, dieser, diese, dieses, welche, welche, welches …
    Ihr Lachen wirkt sehr sympathisch. 
  • Präpositionen (Verhältniswörter)
    bei, über, unter, neben, nach, vor, für, auf, an, in, …
    Alena ist beim Tanzen total glücklich. 
  • Mengenangaben
    viel, wenig, alles, nichts, etwas, einiges, …
    Ich esse wenig Süßes

Achtung: Überprüfe immer, ob auf das Signalwort wirklich eine Substantivierung folgt! In einigen Ausnahmefällen ist das nicht der Fall:

  • Ich will ein großes Auto. 
    „großes“ ist hier keine Nominalisierung, sondern ein Adjektiv, weil darauf noch ein Nomen folgt! Es ist also selbst ein Signalwort. 
  • Mir gefällt das gelbe Kleid besser als das grüne
    „Das grüne“ ist keine Substantivierung, da es sich auf ein vorheriges Nomen bezieht. Diesen Fall kannst du immer überprüfen, indem du das fehlende Wort an dieser Stelle einsetzt: „Mir gefällt das gelbe Kleid besser als das grüne (Kleid).“
Wichtig

In manchen Fällen gibt es kein Signalwort vor der Substantivierung! Das Wort schreibst du aber natürlich trotzdem groß. In diesem Fall hilft dir die Artikelprobe: Kannst du vor dem fraglichen Wort einen Artikel wie der, die oder das einsetzen, handelt es sich um eine Nominalisierung. 

  • Beispiel Artikelprobe: Ich liebe (l/L)Lesen! → Ich liebe das Lesen! 

Nominalstil

In sachlichen oder wissenschaftlichen Texten findest du viele Nominalisierungen. Deshalb sprichst du auch vom Nominalstil. Das Gegenteil davon ist der Verbalstil

  Verbalstil Nominalstil
Merkmal viele Verben viele Nominalisierungen
Verwendung Alltagssprache wissenschaftliche Texte
Wirkung lebhafte Wirkung neutrale Wirkung
Nebensätze viele Nebensätze Verzicht auf Nebensätze
Nachteile Reiner Verbalstil ist umgangssprachlich. Zu viele Nominalisierungen wirken kompliziert und teilweise unverständlich.
Beispiel Als die Forscher ihre Ergebnisse präsentierten, wurde klar, dass sie neue Möglichkeiten gefunden hatten, wie man Patienten behandeln kann.  Bei der Präsentation der Ergebnisse wurde klar, dass die Forscher neue Behandlungsmöglichkeiten gefunden hatten.

Nominalisierung Übungen

Willst du dein gesammeltes Wissen gleich anwenden? Dann versuch dich an diesen Übungen! Überlege, ob es sich bei den Lücken um substantivierte Wörter handelt oder nicht. Deine Antwort kannst du überprüfen, indem du auf das Feld mit dem Auge klickst. 

  1. Johann liebt es, zu (t/T)tanzen!
  2. Das (l/L)Lernen fällt Lisa leicht, deshalb ist ihre (l/L)Leistung gut.
  3. Wer war der (s/S)Schnellste?
  4. Ich kann (n/N)Nachts nicht (s/S)schlafen, weil dein (s/S)Schnarchen so laut ist.
  5. Ich wusste nicht, dass (g/G)Gelb deine Lieblingsfarbe ist.
  6. Kannst du mir (s/S)sagen, welche (b/B)Breite das Regal hat?
  7. Ich habe das (w/W)Wichtigste vergessen!
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Groß- und Kleinschreibung

Über Nominalisierungen weißt du jetzt Bescheid! Auch das Verfassen eines Textes im Nominalstil sollte dir keine Probleme mehr bereiten. Aber kennst du auch die weiteren Regeln zur Groß- und Kleinschreibung? In diesem Video erfährst du alles Wichtige darüber.

Zum Video: Groß- und Kleinschreibung
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