Grammatik
Modus (Form) von Verben
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Was sind Verbformen und wie bildest du sie? In unserem Artikel%und im Video findest du eine Übersicht mit allen finiten und infiniten Verbformen.

Was sind Verbformen?

Eine Verbform ist die Umformung eines Verbes nach grammatikalischen Kategorien. Bei einer finiten Verbform wird die Wortform des Verbes an bestimmte Merkmale wie Person, Numerus, Genus, Modus oder Tempus angepasst (zum Beispiel ich mache, du machst, wir machen, ihr macht). Verben, die in ihrer Form nicht verändert werden, haben eine infinite Verbform.

Um ein Verb an bestimmte Grammatikformen anzugleichen, musst du die Endung und manchmal auch den Stamm verändern. Das nennst du Konjugation. Dabei hast du folgende Konjugationsmöglichkeiten:

  • Person: 1., 2. und 3. Person
  • Numerus (Anzahl): Singular, Plural
  • Tempus (Zeitform): Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und II
  • Genus Verbi (Handlungsrichtung): Aktiv, Passiv
  • Modus (Aussageweise / Form): Indikativ, Konjunktiv, Imperativ

Infinite Verbformen

Bei infiniten Verbformen handelt es sich um Verben, die nicht nach Person, Numerus (Anzahl), Tempus (Zeit) und Modus (Aussageweise) konjugiert werden. Das bedeutet, dass sie in ihrer Form nicht verändert werden. Zu den infiniten Verbformen gehören der Infinitiv und das Partizip I + II

Infinite Verbformen – Infinitiv

Der Infinitiv ist die Grundform der Verben. Du bildest ihn, indem du an den Verbstamm im Präsens noch die Endung -en anhängst:

  • ich esse → ess– → essen
  • ich trinke → trinktrinken
  • ich schlafe → schlafschlafen

Endet der Verbstamm auf er oder el, dann hängst du nur ein -n an. 

  • ich ändere → änder → ändern
  • ich handele → handelhandeln

Infinite Verbformen – Partizip I

Ein Partizip ist wie eine Mischung aus zwei Wortarten . Du bildest es aus einem Verb, verwendest es jedoch meistens wie ein Adjektiv. Deshalb nennst du es auch Mittelwort. Mithilfe des Partizip I und II kannst du aus einem Hauptsatz mit einem Nebensatz einen einzelnen Hauptsatz machen. 

Das Partizip I kannst du auch Partizip Präsens nennen. Du verwendest es, um auszudrücken, dass etwas gleichzeitig und oft genau in dem Moment passiert, in dem du es benutzt. Gebildet wird das Partizip I, indem du ein -d an die Grundform des Wortes anhängst.

  • stehen → stehend
  • liegen → liegend
Ausnahme

Bei sein und tun fügst du noch ein e vor dem n ein: 
sein → seiendtun → tuend

Infinite Verbformen – Partizip II

Das Partizip II heißt auch Partizip Perfekt. Du benutzt es, um über eine vergangene oder passive Handlung zu sprechen. Bei regelmäßigen (schwachen ) Verben benötigst du den Wortzusatz ge, den Verbstamm und die Endung -t.

  • sagen → Was hast du gesagt?

Achtung: Endet der Verbstamm auf –t oder –d, so benötigst du die Endung –et:

  • warten → Ich habe auf euch gewartet

Bei unregelmäßigen (starken) und gemischten Verben bildest du das Partizip II mit ge, dem (veränderten) Verbstamm und der Endung -en. Gemischte Verben sind starke Verben, die auch Merkmale von schwachen Verben besitzen. Im Partizip II ändert sich ihr Stammvokal, während sie die Endung von schwachen Verben annehmen. 

  • sehen → Ich habe dich vorhin gesehen.
  • gehen → Er ist gegangen.

Finite Verbformen

Bei einer finiten Verbform wird die Wortform des Verbes an bestimmte grammatikalische Merkmale angepasst (konjugiert). Anhand des finiten Verbes erkennst du Person und Numerus (Anzahl), Genus (Handlungsrichtung Aktiv / Passiv), Modus (Aussageweise) und Tempus (Zeit). 

Finite Verbformen – Person und Numerus

Um ein Verb in einem Satz zu verwenden, benötigst du immer ein dazugehöriges Nomen oder Personalpronomen. Diese Kombination nennst du auch Personalform. Durch die Personalform kannst du Person und Numerus bestimmen. Im Deutschen gibt es drei verschiedene Personen: 1. Person, 2. Person und 3. Person. Diese können entweder im Singular, also in der Einzahl, oder im Plural, also der Mehrzahl stehen. Hierbei sprichst du von der Anzahl (Numerus). 

Insgesamt gibt es zehn Verbformen und vier verschiedene Endungen (-e, -st, -t und -en). Die Endungen sind daher teilweise gleich. In unserer Tabelle siehst du alle Möglichkeiten, die eine Personalform annehmen kann: 

Finite Verbformen Deutsch: Person und Numerus
Verbform Möglichkeiten Beispiel
Personalform 1. Person Singular ich lache
  2. Person Singular
(informell)
du lachst
  2. Person Singular
(formell)
Sie lachen
  3. Person Singular
(maskulin)
er lacht
  3. Person Singular
(feminin)
sie lacht
  3. Person Singular
(neutral)
es lacht
  1. Person Plural wir lachen
  2. Person Plural
(informell)
ihr lacht
  2. Person Plural
(formell)
Sie lachen
  3. Person Plural sie lachen

Finite Verbformen – Tempus

Je nachdem, ob du über etwas in der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft sprichst, verwendest du unterschiedliche Zeitformen . Auch hier musst du das jeweilige Verb dementsprechend konjugieren. 

In unserer Übersicht zeigen wir dir, welche Zeitformen es im Deutschen gibt und wie du sie richtig anwendest: 

Finite Verbformen Deutsch: Tempus
Zeitform Anwendung Konjugation Beispiel
Präsens (Gegenwart) Ereignisse und Handlungen,
die im
jeweiligen
Augenblick
stattfinden
Verbstamm + Endungen

ich mache

du machst

er / sie / es macht

wir machen

sie machen

ihr macht

Präteritum (Vergangenheit) Ereignisse und
Handlungen, die
in der
Vergangenheit
stattgefunden
haben (eher
beim Schreiben)
Verbstamm + Endungen

ich machte

du machtest

er / sie / es
machte

wir machten

ihr machtet

sie machten

Perfekt (Vergangenheit) Ereignisse und
Handlungen, die
bereits
abgeschlossen sind, aber noch Auswirkungen auf
die Gegenwart
haben (meist
beim Sprechen)
haben oder
sein im Präsens

+ Partizip II

ich habe gemacht

du hast
gemacht

er / sie / es hat gemacht

wir haben gemacht

ihr habt gemacht

sie haben gemacht

Plusquamperfekt (Vergangenheit) bei einem Ereignis, das vor einem
anderen Ereignis
in der
Vergangenheit
passiert ist
haben oder
sein im Präteritum

+ Partizip II

ich hatte gemacht

du hattest gemacht

er / sie / es hatte gemacht

wir hatten gemacht

ihr hattet gemacht

sie hatten gemacht

Futur I
(Zukunft)
Ereignisse oder
Handlungen, die
in der Zukunft
liegen
werden + Infinitiv

ich werde machen

du wirst
machen

er / sie / es wird machen

wir werden machen

ihr werdet machen

sie werden machen

Futur II
(Zukunft)
Ereignisse oder
Handlungen, die
in der Zukunft
bereits
abgeschlossen
sein werden
werden + Partizip II + haben oder sein

ich werde gemacht haben

du wirst gemacht haben

er / sie / es wird gemacht haben

wir werden gemacht haben

ihr werdet gemacht haben

sie werden gemacht haben

Finite Verbform – Genus Verbi (Aktiv und Passiv)

Bei den Verhaltensformen Aktiv und Passiv handelt es sich ebenfalls um Verbformen. In einem Aktivsatz gibt es immer einen aktiv Handelnden, der eine Aktion ausführt. Du nennst ihn Täter. Der Täter ist das Subjekt des Satzes. Du findest es, indem du dir die Frage stellst, wer oder was etwas macht. Das Objekt stellt das Ziel der Handlung dar, die vom Täter ausgeht. Es handelt also nicht selbst und ist somit passiv. 

  • Die Schulklasse geht heute ins Kino.
    → Die Schulklasse
    ist aktiv, denn sie tut etwas, nämlich ins Kino gehen.
    → Das Kino ist passiv, denn es stellt das Ziel der Schulklasse dar.

Um das Passiv zu bilden, benötigst du …

  • die konjugierte Form von werden in der richtigen Zeitform
    → zum Beispiel: werde, wirst, wird, werden, werdet, bin … worden, wurde, war … worden, werde … werden, werde … worden sein
  • und das Partizip II  des Vollverbs.
    → zum Beispiel: gesagt, gemacht, gesehen, gegangen
  • Beispiel: Die Rechnung wurde bereits von Ihrer Begleitung bezahlt.

Finite Verbform – Modus

Der Modus ist die Aussageform im Deutschen. Es gibt drei Modi (Mehrzahl von Modus): den Indikativ (Wirklichkeitsform), den Konjunktiv  (Möglichkeitsform) und den Imperativ  (Befehlsform). Du verwendest den Modus, um deiner Aussage eine Bedeutung zu verleihen.

Finite Verbform Modus – Indikativ

Der Indikativ bildet die normale und am meisten verwendete Form von Verben. Du nennst ihn deshalb auch Normalmodus. Den Indikativ benutzt du, um ausdrücken, dass etwas tatsächlich geschieht und real ist. Dabei kannst du dich auf Beobachtungen, Zustände und Vorgänge beziehen.

  • Das Wetter heute ist sehr schön.

Beim Indikativ nimmst du keine Wertung vor. Du gibst dem Gesagten also keine persönliche Bedeutung.

Den Indikativ bildest du, indem du das Verb an die jeweilige Zeitform anpasst. Hier siehst du ein Beispiel für das Verb lachen in der ersten Person Singular

  • Präsens: Ich lache
  • Perfekt: Ich habe gelacht
  • Präteritum: Ich lachte
  • Plusquamperfekt: Ich hatte gelacht
  • Futur I: Ich werde lachen
  • Futur II: Ich werde gelacht haben

Finite Verbform Modus – Konjunktiv

Mit dem Konjunktiv kannst du Wünsche oder Möglichkeiten ausdrücken. Du unterscheidest zwischen dem Konjunktiv I und dem Konjunktiv II.

Finite Verbform Modus – Konjunktiv I

Der Konjunktiv I wird vor allem für die indirekte Rede verwendet. Du kannst damit also wiedergeben, was eine andere Person gesagt hat.

  • Sie sagt, sie treffe sich heute Abend mit Freunden. 

Den Konjunktiv I bildest du, indem du an den Verbstamm im Indikativ Präsens die jeweilige Endung (e, –est, –e, –en, –et, –en) anfügst. Sieh dir dazu die folgenden Beispiele an: 

Finite Verbformen Deutsch: Konjunktiv I (Präsens)
  machen lachen sein
ich mache lache sei
du machest lachest sei(e)st
er / sie / es mache lache sei
wir machen lachen seien
ihr machet lachet seiet
sie machen lachen seien

Merke: Beim Verb sein hängst du für die 1. und 3. Person Singular (ich, er/sie/es) kein –e an.

Den Konjunktiv I kannst du im Präsens, Perfekt, Futur I und Futur II verwenden.

Finite Verbform Modus – Konjunktiv II

Mit dem Konjunktiv II machst du Aussagen über nicht reale (irreale) Situationen oder Aktionen, die nicht wirklich ausgeführt wurden oder werden. Es kann sich hierbei auch um Wünsche handeln. 

  • Wunsch: Ich hätte gerne einen Hund.
  • irreale Situation: Wenn Thomas viel Geld hätte, dann%dann?%done würde er sich eine Villa kaufen. 

Der Konjunktiv II kann im Präsens (Gegenwart) oder im Präteritum (Vergangenheit) vorkommen. 

Um den Konjunktiv II im Präsens zu bilden, benötigst du den Verbstamm vom Indikativ Präteritum und die jeweilige Endung (e, est, e, en, et, en). Bei unregelmäßigen Verben werden die Vokale a, o und u zu einem Umlaut (ä, ö, ü). Hier siehst du einige Beispiele:

Finite Verbformen Deutsch: Konjunktiv II (Präsens)
  machen lachen sein
ich machte lachte wäre
du machtest lachtest wär(e)st
er / sie / es machte lachte wäre
wir machten lachten wären
ihr machtet lachtet wär(e)t
sie machten lachten wären


Der Konjunktiv II im Präteritum besteht aus einer Form von sein oder haben und dem Partizip II des Vollverbs: 

Finite Verbformen Deutsch: Konjunktiv II (Präteritum)
  machen rennen sein
ich hätte gemacht wäre gerannt wäre gewesen
du du hättest gemacht wär(e)st gerannt wär(e)st gewesen
er / sie / es hätte gemacht wäre gerannt wäre gewesen
wir hätten gemacht wären gerannt wären gewesen
ihr hättet gemacht wär(e)t gerannt wär(e)t gewesen
sie hätten gemacht wären gerannt wären gewesen

Finite Verbform Modus – Imperativ

Um einen Befehl oder eine Aufforderung auszudrücken, verwendest du den Imperativ. Dabei wendest du dich persönlich an die 2. Person im Singular (du), im Plural (ihr) oder an die 1. Person im Plural (wir). Das Verb im Imperativ steht dabei immer am Anfang des Satzes. 

  • Aufforderung an 2. Person Singular (du): Lass das jetzt!
  • Aufforderung an 1. Person Plural (wir): Fangen wir an!
  • Aufforderung an 2. Person Plural (ihr): Schämt euch!

Um den Imperativ zu bilden, setzt du das Verb im Präsens an den Satzanfang. Die Endung des Verbes ist vom Pronomen  abhängig.

Merke: Bei der 2. Person Singular (du) findet bei unregelmäßigen Verben ein Vokalwechsel statt (e wird zu i / ie).

Finite Verbformen Deutsch: Imperativ
Infinitiv 2. Person Singular (du) 1. Person Plural (wir) 2. Person Plural (ihr) 3. Person Plural (Höflichkeitsform)
machen mach machen macht machen
sprechen sprich sprechen sprecht sprechen
lachen lach lachen lacht lachen

Modus Deutsch

Geschafft! Mit den verschiedenen Verbformen kennst du dich jetzt bestens aus. Wenn du den Unterschied zwischen den Zeitformen in Deutsch noch genauer verstehen willst, schau dir einfach unser separates Video dazu an. Bis gleich! %Thumbnailverweis

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