Grammatik
Zeitformen Deutsch
 – Video

Das Perfekt ist eine von drei Zeitformen der Vergangenheit in Deutsch. Wie du es bildest und warum du es auch vollendete Gegenwart nennst, erfährst du hier%und im Video.

Was ist das Perfekt (Zeitform)?

Die Zeitform Perfekt ist eine Vergangenheitsform im Deutschen. Damit beschreibst du Ereignisse, die vor kurzem stattgefunden haben. Auch wenn sie bereits abgeschlossen sind, haben diese Ereignisse häufig noch Auswirkungen auf die Gegenwart. Deswegen nennst du das Perfekt in Deutsch auch vollendete Gegenwart

Perfekt Zeitform – Beispiel: „Wieso blutet dein Knie?“ – „Ich bin zum Bus gerannt und hingefallen.“

Perfekt – Bildung

Form von sein / haben + Partizip II
Ich habe gelesen.

Perfekt Zeitform – Verwendung

  • Die Zeitform Perfekt benutzt du also vor allem, um über Handlungen zu sprechen, die zum Sprechzeitpunkt bereits abgeschlossen und trotzdem noch wichtig für die Gegenwart sind.
    Wo bist du gewesen? Wir haben dich hundert Mal angerufen!

  • Aber aufgepasst! Du kannst damit auch Ereignisse beschreiben, die erst zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft abgeschlossen sein werden.
    → Bis Dienstag habe ich meine Schulden bezahlt, versprochen.

Merke: Diese Perfekt-Regeln beziehen sich vorwiegend auf die gesprochene Sprache. Denn das Perfekt ist die Vergangenheitsform, die du beim Sprechen im Alltag benutzt. Beim Schreiben verwendest du eher das Präteritum (Imperfekt) .
→ Präteritum: Sie stand auf und ging. vs. Perfekt:  Sie ist aufgestanden und gegangen.

Perfekt Zeitform – Bildung 

Die Bildung des Perfekts ist etwas komplexer als die des Präteritums , da das Perfekt aus zwei Teilen besteht: 

  • Den Hilfsverben haben oder sein im Präsens
  • und dem Partizip II.

Kurz gesagt: haben/sein (im Präsens) + Partizip IIPerfekt
→ Paul und Sam haben Fangen gespielt und dabei ist Sam auf die Nase gefallen.

Die Hilfsverben haben und sein

Auch wenn sie im Perfekt nur die Funktion eines Hilfsverbs (unterstützendes Verb) haben, werden haben und sein trotzdem wie jedes normale Vollverb konjugiert%Verweis Konjugation, das heißt, an das Nomen angepasst. Bedenke dabei aber, dass die beiden Verben%Verweis Verben unregelmäßig gebildet werden!

Welche Formen haben und sein im Präsens annehmen, kannst du einfach in unserer Tabelle nachschauen: 

Person haben sein
ich
(1. Person Singular)
habe bin
du
(2. Person Singular)
hast  bist
er/sie/es
(3. Person Singular)
hat ist
wir
(1. Person Plural)
haben sind
ihr
(2. Person Plural)
habt seid
sie
(3. Person Plural)
haben sind

Das Partizip II

Je nachdem, ob es sich bei dem Vollverb des Satzes im Perfekt um ein regelmäßiges oder ein unregelmäßiges Verb%Verweis Starke und schwache Verben handelt, wird das Partizip II unterschiedlich gebildet. Gleich bleibt nur, dass es immer am Ende eines Satzes oder Teilsatzes steht.

  • Bei regelmäßigen Verbenge + Verbstamm + (e)t
    zeigen – Habe ich dir schon mein neues Buch gezeigt?
    → läuten – Wir haben an der Tür geläutet.

  • Bei unregelmäßigen Verben: ge + (veränderter) Verbstamm + en
    singen – Sie hat gestern Abend für uns gesungen.
    → laufen – Ich bin gestern 15 km gelaufen.

  • Bei Mischverben: ge + veränderter Verbstamm + (e)t
    → denken – Hast du an deinen Arzttermin gedacht?

Merke: Bei unregelmäßigen Verben kann sich der Verbstamm im Partizip II ändern (z. B. treffen – getroffen), muss es aber nicht (z. B. braten – gebraten). Bei Mischverben verändert sich der Verbstamm im Partizip II hingegen immer (z. B. können – gekonnt, wissen – gewusst).

Perfekt Deutsch – Besonderheiten

Natürlich gibt es zu jeder Regel auch immer ein paar Ausnahmen.

  • Verben mit trennbarem Verbzusatz:
    Einige Verben haben einen Verbzusatz (Präfix), der beim Konjugieren vom restlichen Verb abgetrennt werden kann: vorziehen – ich ziehe es vor. Bei der Bildung des Perfekts hängst du diesen Zusatz an den Anfang der Partizip II-Form: vorgezogen.
    vorziehen – Er hat es vorgezogen, alleine weiter zu arbeiten.

  • Verben mit nicht-trennbarem Verbzusatz
    Bei Verben mit nicht-trennbarem Verbzusatz ist das allerdings nicht möglich. Zum Beispiel bei Verben, die mit be-, emp(f)-, ent-, er-, ge-, miss-, ver- oder zer- anfangen. Dabei wird das ge- im Partizip II einfach weggelassen.
    beantworten – Ich habe dir deine Frage doch schon beantwortet.
    erzählen – Das hast du mir gar nicht erzählt.

  • Verben mit der Endung -ieren
    Auch bei diesen Verben fällt das ge- im Partizip II meistens weg. 
    probieren – Ich habe noch nie Muscheln probiert.
    → spazieren – Wir sind im Park spaziert.

Plusquamperfekt

Im Deutschen gibt es neben dem Präteritum und dem Perfekt sogar noch eine weitere Zeitform der Vergangenheit, die mit eng mit dem Perfekt verwandt ist: Das Plusquamperfekt. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier !%Verweis Thumbnail Plusquamperfekt

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