Wie formt man direkte Rede in indirekte Rede um?
Die Umwandlung von direkter in indirekte Rede erfolgt durch drei wichtige Schritte: Du änderst die Zeitform (meist in den Konjunktiv), passt die Pronomen an die neue Sprecherperspektive an und entfernst die Anführungszeichen. Dabei wird aus „Ich komme morgen“ „Er sagte, er komme morgen“. Diese Grammatikregel hilft dir, Aussagen anderer Personen korrekt wiederzugeben.
Inhaltsübersicht
Was ist der Unterschied zwischen direkter und indirekter Rede?
Direkte Rede gibt die ursprünglichen Worte einer Person exakt wieder, während indirekte Rede den Inhalt aus der Sicht des Berichtenden wiedergibt. Bei direkter Rede verwendest du Anführungszeichen und behältst die ursprüngliche Zeitform bei.
Ein einfaches Beispiel macht den Unterschied deutlich:
- Direkte Rede: Maria sagt: „Ich gehe heute ins Kino.“
- Indirekte Rede: Maria sagt, sie gehe heute ins Kino.
Die direkte Rede verwendest du hauptsächlich in Dialogen, Interviews oder wenn du Zitate genau wiedergeben möchtest. Die indirekte Rede nutzt du dagegen in Berichten, Nacherzählungen oder wissenschaftlichen Texten, in denen du den Inhalt zusammenfassen möchtest, ohne die exakten Worte zu wiederholen.
Beide Formen haben ihre Berechtigung: Direkte Rede wirkt lebendiger und authentischer, während indirekte Rede objektiver und neutraler klingt. In der Schule wirst du beide Formen brauchen, je nachdem, ob du eine Charakterisierung schreibst oder einen Sachtext verfasst.
Welche Zeitformen ändern sich bei der Umwandlung?
Die wichtigste Veränderung bei der Umwandlung betrifft die Zeitformen: Präsens wird zu Konjunktiv I, Präteritum zu Konjunktiv II. Diese Verschiebung zeigt an, dass du die Aussage einer anderen Person wiedergibst.
Hier sind die systematischen Veränderungen:
| Direkte Rede | Indirekte Rede | Beispiel |
|---|---|---|
| Präsens | Konjunktiv I | „Ich bin müde“ → Er sagte, er sei müde. |
| Präteritum | Konjunktiv II | „Ich war krank“ → Er sagte, er wäre krank gewesen. |
| Perfekt | Konjunktiv I Perfekt | „Ich habe gegessen“ → Er sagte, er habe gegessen. |
| Futur | Konjunktiv I Futur | „Ich werde kommen“ → Er sagte, er werde kommen. |
Besonders wichtig: Wenn der Konjunktiv I identisch mit dem Indikativ ist, verwendest du den Konjunktiv II oder die Ersatzform mit „würde“. Zum Beispiel: „Sie sagen“ wird zu „sie sagten“ (nicht „sie sagen“), weil beide Formen gleich aussehen würden.
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Wie verwendest du den Konjunktiv richtig?
Konjunktiv I ist deine erste Wahl für indirekte Rede, besonders bei Gegenwartsbezug. Konjunktiv II verwendest du, wenn der Konjunktiv I mehrdeutig ist oder bei Vergangenheitsbezug.
Die Bildung von Konjunktiv I funktioniert so: Du nimmst den Infinitivstamm und hängst die Endungen -e, -est, -e, -en, -et, -en an. Bei „gehen“ wird das zu: ich gehe, du gehest, er gehe, wir gehen, ihr gehet, sie gehen.
Konjunktiv II bildest du vom Präteritumstamm: „ging“ wird zu „ginge“. Bei schwachen Verben verwendest du oft die „würde“-Form, weil sie deutlicher klingt.
Häufige Fehlerquellen:
- Verwechslung von Konjunktiv I und II
- Falsche Zeitbezüge (Vergangenheit mit Konjunktiv I statt II)
- Überflüssige „würde“-Formen bei eindeutigem Konjunktiv I
- Vergessene Anpassung bei zusammengesetzten Zeiten
Merke dir: Wenn du unsicher bist, ob der Konjunktiv eindeutig ist, wähle die Form, die sich deutlich vom Indikativ unterscheidet.
Was passiert mit Pronomen und Ortsangaben?
Bei der Umwandlung ändern sich Personalpronomen entsprechend der neuen Sprecherperspektive: „ich“ wird zu „er/sie“, „du“ zu „er/sie“ und „mein“ zu „sein/ihr“. Auch Orts- und Zeitangaben passen sich der Berichtssituation an.
Die wichtigsten Pronomenveränderungen:
- „Ich bin müde“ → „Er sagte, er sei müde.“
- „Du sollst kommen“ → „Er sagte, ich solle kommen.“
- „Mein Auto ist kaputt“ → „Er sagte, sein Auto sei kaputt.“
- „Unser Plan funktioniert“ → „Sie sagten, ihr Plan funktioniere.“
Orts- und Zeitangaben verändern sich je nach Berichtssituation:
- „hier“ wird zu „dort“
- „heute“ wird zu „an jenem Tag“
- „morgen“ wird zu „am nächsten Tag“
- „gestern“ wird zu „am Tag zuvor“
- „jetzt“ wird zu „dann“ oder „zu jenem Zeitpunkt“
Wichtig ist, dass du immer aus der Perspektive des Berichtenden denkst. Wenn jemand am Montag sagt: „Ich komme morgen“, und du berichtest am Mittwoch darüber, dann sagst du: „Er sagte, er komme am Dienstag“ (nicht „am nächsten Tag“).
Wie funktioniert die Zeichensetzung bei indirekter Rede?
Bei indirekter Rede entfallen die Anführungszeichen komplett. Stattdessen verwendest du Kommas vor „dass“-Sätzen oder lässt sie bei Infinitivkonstruktionen weg. Das Satzzeichen am Ende richtet sich nach dem Berichtssatz, nicht nach der ursprünglichen Aussage.
Die wichtigsten Zeichensetzungsregeln:
Mit „dass“: Vor „dass“ steht immer ein Komma. Beispiel: „Er sagte, dass er morgen komme.“ Der Punkt steht am Ende des gesamten Satzes.
Ohne „dass“: Hier steht nur ein Komma nach dem einleitenden Verb. Beispiel: „Er sagte, er komme morgen.“
Bei Fragen: Auch wenn die ursprüngliche Äußerung eine Frage war, endet die indirekte Rede mit einem Punkt: „Er fragte, ob ich Zeit hätte.“ (nicht mit Fragezeichen)
Bei Ausrufen: Gleiches gilt für Ausrufe: „Sie rief, sie sei sehr glücklich.“ (nicht mit Ausrufezeichen)
Infinitivkonstruktionen sind eine elegante Alternative: Statt „Er sagte, dass er kommen werde“ kannst du schreiben: „Er versprach zu kommen.“ Diese Form ist oft kürzer und klingt natürlicher.
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