Wann ist ein Gedankenstrich richtig, wie wird er verwendet und was ist der Unterschied zum Bindestrich? Das erfährst du hier und in diesem Video!
Inhaltsübersicht
Was ist ein Gedankenstrich?
Der Gedankenstrich (–) ist ein Strich, mit dem du Teile im Satz trennst oder hervorhebst. Davor und danach steht meist ein Leerzeichen. Im Gegensatz zum Gedankenstrich verbindet der Bindestrich (-) Wörter direkt miteinander.
➡️ Beispiel:
-
Gedankenstrich (–):
→ blau-weiß -
Bindestrich (-):
→ Er kommt später – vielleicht auch erst morgen.
Der Unterschied zwischen Gedankenstrich und Bindestrich zeigt sich aber nicht nur in ihrer Funktion, sondern auch in ihrer Länge.
-
Windows (Word):
- Drücke Strg + das Minus über dem Ziffernblock.
- Oft werden auch zwei Bindestriche automatisch zum Gedankenstrich
- Wenn du die Windows-Taste + Bindestrich (-) drückst, erhältst du ebenfalls einen Gedankenstrich
-
Windows (allgemein):
Halte Alt gedrückt und tippe 0150 auf dem Ziffernblock. -
Mac:
Drücke Alt + Bindestrich.
Alternativ kannst du auch diesen Gedankenstrich – kopieren und ihn einfügen, wenn du ihn brauchst.
Dann verwendest du den Gedankenstrich
Den Gedankenstrich setzt du immer dann ein, wenn du einen Satz strukturieren oder zusätzliche Informationen hervorheben willst.
Typische Einsatzbereiche sind:
- kurze Einschübe im Satz
- unterbrochene Gedanken oder abgebrochene Wörter
- Aufzählungen
- Angaben von Spannen wie Zeit oder Zahlen
- Beträge, zum Beispiel bei Euro-Angaben
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Einschübe
Mit dem Gedankenstrich kannst du kurze Einschübe im Satz markieren. Das sind zusätzliche Gedanken oder Kommentare, die du einfügst. Wenn der Einschub ein ganzer Nebensatz ist, dann verwendest du dagegen meistens Kommas.
➡️ Beispiel mit Gedankenstrich:
- Die Vorlesung – ehrlich gesagt ziemlich trocken – hat länger gedauert als geplant.
Der Satz besteht aus zwei Teilen:
- Hauptsatz: Die Vorlesung hat länger gedauert als geplant.
- Einschub: – ehrlich gesagt ziemlich trocken –
➡️ Beispiel mit Komma:
- Die Vorlesung, die gestern ausgefallen ist, wird morgen nachgeholt.
Hier ist der eingeschobene Teil ein kompletter Nebensatz. Deshalb nutzt du Kommas.
Aufzählungen
Den Gedankenstrich kannst du auch für Aufzählungen nutzen. Er heißt dann Spiegelstrich.
Typisch ist diese Form:
– Thema finden
– passende Literatur auswählen
– Notizen strukturieren
Achte bei Aufzählungen auf die Groß- und Kleinschreibung:
– beginnt der Stichpunkt mit einem Nomen, dann schreibst du das erste Wort groß
– beginnt er mit einem Verb oder Adjektiv, dann schreibst du das erste Wort klein
von … bis
Du nutzt den Gedankenstrich auch, wenn du „von … bis“ ersetzt. So schreibst du Zeiträume oder Zahlenbereiche kürzer und klarer.
➡️Beispiel:
- 09:00–12:30 Uhr
- Montag–Freitag
- Seite 15–28
- 5–10 Minuten
Wichtig: In diesem Fall steht kein Leerzeichen vor und nach dem Strich.
Minuszeichen
Wenn du kein echtes Minuszeichen auf der Tastatur hast, dann kannst du auch den Gedankenstrich als Minuszeichen verwenden.
In einfachen Rechnungen sieht das so aus:
8 – 3 = 5
–4 + 6 = 2
Wichtig: In wissenschaftlichen Texten wird oft ein eigenes Minuszeichen genutzt. Im Alltag und in vielen Texten reicht der Gedankenstrich aber völlig aus.
glatte Euro-Beträge
Den Gedankenstrich nutzt du auch bei glatten Geldbeträgen, anstelle von Nachkommastellen. Er ersetzt die fehlenden Cent.
➡️Beispiele:
- 7,– €
- 25,– €
Auch bei Centbeträgen ohne Euro-Anteil funktioniert das:
- –,75 €
Auslassungen und Abbruch von direkter Rede
In manchen Texten, vor allem in literarischen Werken, wird mit dem Gedankenstrich gezeigt, dass eine Figur nicht mehr weiterredet. Autoren kennzeichnen so also den Abbruch der wörtlichen Rede.
➡️Beispiele:
- „Doch diese –: gehen Sie! gehen Sie!“ (H. von Kleist: Die Marquise von O)
- „Er aber, sag’s ihm, er kann mich –” (J. W. von Goethe: Götz von Berlichingen)
Gedankenstrich vs. Bindestrich
Der Bindestrich (-) wird oft mit dem Gedankenstrich (–) verwechselt, obwohl beide ganz unterschiedliche Aufgaben haben:
- Der Gedankenstrich trennt meistens Inhalte im Satz
- Der Bindestrich verbindet Wörter
Hier ist der Bindestrich richtig:
- zusammengesetzte Wörter: E-Learning-Plattform
- ausgelassene Wortteile: An- und Abreise
- Worttrennung, zum Beispiel am Zeilenende: Semi-nar
Gut zu wissen: Der Bindestrich steht immer ohne Leerzeichen.
Semikolon
Wie du den Gedankenstrich richtig verwendest, weißt du jetzt. Aber worauf musst du beim Semikolon achten und wann verwendest du es? Das erfährst du hier!